Frühjahrsgutachten

Schluss mit dem Preis-Wahnsinn? Experten prognostizieren Kosten-Entspannung für Lebensmittel

+
Die Inflation geht zurück, Regale sind wieder voll: Der Einzelhandel in Deutschland plant großteils keine weiteren Preiserhöhungen.
  • schließen

Die Preisspirale wird langsamer: Deutsche Wirtschaftsinstitute rechnen damit, dass Lebensmittel in Supermärkten vorerst nicht mehr teurer werden.

München – Corona, Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation: Die Preise in den deutschen Supermärkten steigen seit Jahren. Im vergangenen Jahr beobachtete das Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) Preiserhöhungen von bis zu 70 Prozent. Der rasende Preisanstieg soll jetzt aber vorbei sein, prognostizieren die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute.

Wirtschaftsexperten versprechen Ende der Preis-Erhöhungen – Inflation ebbt ab, Lieferengpässe vorbei

„Die Inflation ebbt ab“, verkünden die Institute in ihrer Gemeinschaftsprognose zum Frühjahr 2023. „Der Höhepunkt der Inflationswelle dürfte mittlerweile erreicht sein.“

Mehrere Preistreiber haben demnach an Wucht verloren. Höhere Kosten durch die Energiekrise hätten Unternehmen mittlerweile an die Kunden weitergegeben, erklärt das ifo in einer Studie. Lieferengpässe haben mittlerweile nachgelassen und das Bruttoinlandsprodukt steigt schneller als erwartet. Noch im März waren die Regale in den Supermärkten teils leer.

Lebensmittel nicht mehr teurer: „Im Einzelhandel wollen weniger Unternehmen ihre Preise anheben“

„Sogar im Einzelhandel wollen mittlerweile weniger Unternehmen ihre Preise anheben. Allerdings sind die Preiserwartungen dort noch deutlich höher als in anderen Wirtschaftsbereichen“, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

Vor allem Lebensmittel und Schreibwaren werden großteils vorerst nicht mehr teurer, führt das ifo aus. Auch Dienstleister planen demanch, ihre Preispolitik zu drosseln. Für Unterhaltungselektronik hingegen werden wohl deutlich höhere Preise fällig.

Entspannung bei den Preisen, Inflation aber noch lange nicht vorbei – vor allem für Verbraucher

Nach den enormen Preissprüngen im vergangenen Jahr rechnen Experten nun endlich wieder mit Entspannung im Preistreiben. Bis Verbraucher das auch bei Strom und Gas spüren, werde es aber noch dauern. Trotzdem prognostizieren die Institute: „Im Verlauf des Jahres dürften die Reallöhne wieder anziehen und der private Konsum im kommenden Jahr wieder positiv zur gesamtwirtschaftlichen Expansion beitragen.“

Die Inflation ebbt ab, sie verschwindet nicht. Mit merklichen Unterschieden rechnen die Wirtschaftsweisen erst 2024. „Die Inflationsrate wird im Jahr 2023 mit 6,0 Prozent nur wenig niedriger liegen als im Vorjahr. Erst im kommenden Jahr dürfte die Rate, insbesondere aufgrund der rückläufigen Energiepreise, spürbar sinken“, schreibt das ifo.

Der Anstieg der Verbraucherpreise ohne Energie (Kerninflationsrate) werde im kommenden Jahr nur langsam von 6,2 Prozent auf 3,3 Prozent zurückgehen.

Kommentare