VonIsabelle Jentzschschließen
Bunte Tattoos werden immer beliebter, doch der Trend könnte bald ein jähes Ende finden. Die EU verbietet immer mehr Tattoo-Farben. 2023 kommen zwei neue hinzu.
München - Tattoos sind eine uralte Form des Körperschmucks und noch immer sehr beliebt. Insbesondere farbige und kunterbunte Tätowierungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer populärer. Doch damit könnte bald Schluss sein. Die EU verbietet immer mehr Inhaltsstoffe, die in vielen Tattoo-Farben enthalten sind. 2023 kommen zwei neue Farben zur Verbotsliste hinzu.
Ab dem 4. Januar 2023 müssen Tätowierer beim Stechen auf zwei beliebte Pigmente verzichten. Das strahlende Blau „Pigment Blue 15:3“ sowie „Pigment Green 7“, ein dunkles Grün, dürfen nicht weiter verwendet werden. Laut der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sei die Sicherheit der Pigmente nicht nachgewiesen, sie stehen beide im Verdacht krebserregend zu sein.
Tattoo-Farben: EU verbietet Pigmente
Die sogenannte „REACH-Verordnung“ hat bereits im Januar 2022 etliche Chemikalien in Tattoofarben in der gesamten Europäischen Union verboten. Die „REACH-Verordnung“ ist die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe und eines der strengsten Chemikaliengesetze der Welt. Viele der Substanzen in der Verordnung gelten als potenziell gefährlich und als nicht ausreichend erforscht.
Die EU-Kommission beabsichtige es dabei nach eigenen Angaben nicht, Tätowierungen generell zu verbieten. Laut ECHA sollen Tätowierungen und Permanent-Make-up lediglich sicherer gemacht werden. Wer sich ein Tattoo stechen lassen möchte und dabei auf die verbotenen Pigmente verzichten möchte, sollte sich vom Studio oder Tätowierer bestätigen lassen, dass die Farbe der EU-Verordnung 2020/2081 entspricht.
Video: Seit Januar 2022 verbietet die REACH-Verordnung viele Tattoo-Farben
Giftige Pigmente: Über 4000 Substanzen in Tattoo-Farben verboten
Die Anfang 2022 in Kraft getretene Verordnung führte zu einem Verbot von mehr als 4000 Substanzen in Tattoo-Farben. Mittlerweile gibt es für viele der verbotenen Farben zugelassene Nachfolger. Doch die neu hinzugekommenen Pigmente „Blue 15:3“ und „Green 7“ sind in zwei Dritteln aller Tattoo-Farben enthalten und ausgerechnet für diese Pigmente gibt es noch keine Alternativen.
Sollten nach dem Stechen allergische Reaktionen auftreten, kann ein Arzt leichter eine Diagnose stellen, wenn er die Inhaltsstoffe der verwendeten Tattoo-Farben kennt. Verbraucherschützer raten deshalb, die Etiketten der verwendeten Farben zu fotografieren und aufzubewahren. (ij)
