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Kfz-Haftpflicht: Mehr als 7 Millionen Autos bekommen eine teurere Typklasse

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Mehr als 7 Millionen Autobesitzern droht eine Erhöhung der Kfz-Versicherung. Das liegt an den neuen Typklassen. Einige Modelle werden teurer, andere hingegen günstiger.

Hamm - Wer einen Autounfall verursacht, muss mit einer Erhöhung der Kfz-Versicherung rechnen. Ursache, Wirkung - kennt jeder. Was die wenigsten wissen: Wer ein Modell besitzt, mit dem andere Autofahrer häufig Unfälle haben und teure Schäden verursachen, muss durch die sogenannte Typklassen-Einstufung ebenfalls mit höheren Ausgaben rechnen, ganz ohne eigene Schuld. Das betrifft ab 2024 mehr sieben Millionen Halter.

KfZ-Haftpflicht: Mehr als 7 Millionen Autos bekommen teurere Typklasse

Einmal im Jahr berechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Typklassen für alle Modelle neu. Nach den jetzt veröffentlichten Zahlen für 2024 werden in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Typklassen für 7,4 Millionen Halter teurer, für 5,4 Millionen dagegen günstiger. Für die Mehrheit (29,4 Millionen) ändert sich die Typklasse nicht. Für bestehende Verträge bedeuten die neuen Typklassen meist zum 1. Januar 2024 Veränderungen. Für neue Verträge können sie sofort genutzt werden.

Die Typklassen-Einstufung für rund 32.000 Modelle ist auf der GDV-Seite zu finden. Je nach Versicherungsart gibt es eine unterschiedlich große Zahl an Typklassen.

Haftfplicht16 Typklassen
Teilkasko24 Typklassen
Vollkasko25 Typklassen

Große Sprünge sind nach Angaben des GDV eher die Ausnahme. Nur für wenige Modelle geht es bei der Haftpflicht um mehr als eine Typklasse nach oben oder nach unten. So verbessert sich etwa der Suzuki Ignis 1.2 Allrad gleich um drei Klassen und der Dacia Jogger 1.0 sowie der Polestar 2 um zwei Klassen – beide werden damit potenziell günstiger. Der Ford Focus 1.0 und der Audi Q5 50 TDI Quattro verschlechtern demnach je um drei Typklassen und werden entsprechend teurer.

Haftpflicht, Teilkasko, Vollkasko: Neue Typklassen für Millionen Autos

In der Teilkaskoversicherung bleibt es für zwei Drittel der Automodelle bei der gleichen Klasse. Rund 5 Prozent (etwa 600.000 Autos) kommen in höhere. Die Halter von weniger als einem Drittel (29 Prozent) und damit rund 3,7 Millionen Autos erhalten niedrigere Klassen. Hier verbessern sich etwa der Polestar 2 und der Tesla Model Y Allrad um zwei Klassen. Gleich vier Klassen höher eingestuft dagegen wird etwa der Toyota Prius Hybrid 1.5, während es für den Volvo XC40 D4 AWD zwei Klassen höher geht.

Auch in der Vollkaskoversicherung bleiben deutlich mehr als die Hälfte (61 Prozent) in der gleichen Klasse. Rund 34 Prozent (rund 8,4 Millionen) der Autos finden sich in niedrigeren Stufen wieder. Rund 1,3 Millionen (rund 5 Prozent) rollen in höhere. Gleich vier Klassen höher geht es hier zum Beispiel für den Honda Jazz 1.5 Hybrid, um drei wird der Mercedes-Benz A 250 E STH eingestuft. Vier Klassen runter ging es hier für den Tesla Model Y Allrad und um drei verbesserte sich der Dacia Jogger 1.0.

Wichtig zu wissen: Die Typklasse eines Autos ist nur eines von mehreren Tarif-Merkmalen, das die Kosten der Kfz-Versicherung beeinflusst. Ändert sich die Typklasse des Autos, heißt das nicht auto­matisch, dass die Prämie günstiger oder teurer wird. Auch der Wohnsitz des Fahrzeughalters ist relevant: Die Schadensbilanz des Zulassungsbezirks spiegelt sich in den Regionalklassen wider. In NRW ändern sich ab 2024 wieder die Beiträge der Kfz-Versicherung. Sowohl bei der Haftpflicht als auch bei der Kaskoversicherung müssen viele mehr zahlen.

Seit 1. September 2023 gilt die Neufassung der Fahrzeugzulassungsverordnung, die die KfZ-Zulassung vollständig digitalisiert. Autofahrer dürfen direkt nach der digitalen Zulassung mit dem Fahrzeug am Straßenverkehr teilnehmen.

Rubriklistenbild: © Daniel Reinhardt/dpa

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