Energieverband warnt

Explodieren die Strom- und Gaspreise wieder? Experten mit Prognose für den Winter

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Der Herbst ist da, die Temperaturen sinken. Wer nicht frieren will, muss wohl bald die Heizung anschmeißen. Erwarten Verbraucher im Winter 2023/24 erneut steigende Preise?

Der vergangene Winter war finanziell für einige Menschen kein einfacher. Die Energiepreise sind explodiert – was vor allem beim Thema Heizen viele Menschen verunsichert hat. Für einige war es kein leichtes Abwägen: Frieren und sparen oder heizen und Geld verbrennen. Wobei es vor allem gesundheitlich keine Gute Idee ist, aufs Heizen zu verzichten.

So langsam wird es wieder kälter, vor allem nachts. Derzeit gibt es gewaltige Temperatur-Sprünge in Baden-Württemberg, wie echo24.de berichtet. Die Temperaturen rutschen immer weiter in Richtung Gefrierpunkt. Manche drehen bereits wieder die Heizung auf. Nun warnt die Energiebranche erneut vor Preissprüngen. Explodieren die Kosten jetzt wieder? Das Thema Entlastungen rückt wieder in den Fokus.

Energieverband warnt: Rücknahme der Entlastungen könnte zu „neuen Preissprüngen“ führen

Strom und Erdgas sind für Haushalte in den vergangenen zwölf Monaten im Durchschnitt deutlich günstiger geworden, wie es bei der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen hieß. Die Preisdeckel der Energiepreisbremsen würden damit deutlich unterschritten. Doch wie „RUHR24“ berichtet, könnte die Energiepreisbremse wegfallen.

Zwar hätten sich inzwischen die Preise stabilisiert, sagte Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der „dpa“. Das dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass aufgrund der geopolitischen Entwicklungen erhöhte Risiken bestehen: „Eine vorschnelle Rücknahme der Entlastungen könnte dazu führen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mitten in der Heizsaison von neuen Preissprüngen getroffen werden.“

Mit diesen zehn Tipps könnt ihr ganz einfach Gas einsparen

Heizung
Tipp 1: Das Heizthermostat richtig einstellen: Empfohlen werden im Wohnzimmer: 20 bis 22 °C, im Schlafzimmer: 15 bis 18 °C, in der Küche: 16 bis 18 °C, im Badezimmer: 22 bis 24 °C und im Flur: 15 bis 16 °C.  © Marcus Brandt/dpa/Symbolbild
Mythen um die Nachtruhe
Tipp 2: Wider Erwartens kann Gas gespart werden, indem man nachts die Heizung NICHT ausschaltet. Denn es wird viel mehr Gas verbraucht, wenn morgens das ganze Zimmer wieder aufgeheizt werden muss, statt die Heizung auf niedriger Stufe anzulassen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration
Katze auf einer Heizung
Tipp 3: Heizkörper freihalten: Sei es ein Vorhang, ein Möbelstück oder auch nur der Vierbeiner: Am effektivsten funktioniert die Heizung, wenn sie freisteht. Dann muss der Fellfreund vielleicht auch mal weichen. © Pixabay
Die Sonne scheint durch den Vorhang
Tipp 4: Die Kraft der Sonne nutzen! Wenn die Sonne scheint, heißt es: Kommando Vorhänge auf. Lasst die Sonne rein und nutzt ihre Wärme für das heimische Wohnzimmer. © Pixabay
Schule
Tipp 5: Das Lüften ist entscheidend: mehrmals am Tag fünf bis zehn Minuten Stoßlüften, währenddessen die Heizung ausschalten und erst wieder einschalten, wenn die Fenster zu sind. Auf keinen Fall den ganzen Tag lang Fenster kippen. © Christoph Schmidt/dpa/Archivbild/Symbolbild
Türklinke einer weißen Zimmertür
Tipp 6: Wer Zimmertüren geschlossen hält, verhindert, dass die Wärme aus dem Zimmer entweicht. So können Zimmer gezielt warmgehalten werden, wenn es auch wirklich benötigt wird.  © Pixabay
Dusche
Tipp 7: Viele Haushalte sind bei der Wasseraufbereitung auf Gas angewiesen. Warmwasser kann gespart werden, indem ihr von Badewanne auf die Dusche umsteigt.  © Philipp von Ditfurth/dpa
Eine Frau wäscht sich die Hände
Tipp 8: Beim Händewaschen immer auf kalt stellen: Warmes Wasser sorgt nämlich auch für einen höheren Gasverbrauch. © Pixabay
Eine Heizung wird entlüftet
Tipp 9: Heizung regelmäßig entlüften: Wenn Luft im Heizwasser ist, sinkt die Wärmeleistung. Wenn ihr Gluckern aus der Richtung eures Heizkörpers hört, wird es wieder Zeit, sie zu entlüften. © Pixabay
Gasherd
Tipp 10: Wer mit Gas kocht, sollte beim Kochen immer den Deckel auf den Topf legen, damit wenig Wärme entweicht.  © Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Unabhängig von den Energiepreisen kann es nie schaden, sich mit dem eigenen Verbrauch auseinanderzusetzen. echo24.de erklärt, was die häufigsten Heiz-Fehler sind. Dabei sind günstigen Alternativen nicht unbedingt besser: Manche Heiz-Alternativen können sogar richtig gefährlich werden.

Steigen die Gas-Preise wieder? Besonders kalter Winter könnte teuer werden

Die Bundesregierung hatte unter anderem im vergangenen Jahr den Mehrwertsteuersatz für Gas vorübergehend von 19 auf sieben Prozent gesenkt und Gas so billiger gemacht. Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) aber plant, dass diese Sonderregelung drei Monate früher als geplant bereits zum Jahreswechsel auslaufen soll – das ist auch innerhalb der Koalition umstritten.

Strommarktexperten rechnen in der nächsten Zeit nicht mit großen Preisausschlägen. Bei Erdgas sehen Experten größere Unwägbarkeiten. In einem besonders kalten Winter könnten erneut hohe Preise auftreten. Wetter-Experten haben bereits eine erste Prognose abgegeben, wie der Winter 2023/24 wohl werden soll.

Die Energiepreisbremsen laufen am 31. Dezember 2023 aus, eine Verlängerung maximal bis zum 30. April 2024 ist im Gesetz angelegt. Dafür haben sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Lindner stark gemacht.

„Nach dem schwierigen vergangenen Winter ist es wichtig, den Energiekundinnen und -kunden Stabilität und Sicherheit bei den Energiepreisen zu signalisieren“, sagte Andreae. Das gelinge am besten, wenn die befristeten Mehrwertsteuersenkungen auf Gas und Wärme synchron mit den Energiepreisbremsen erst zum 31. März 2024 ausliefen.

Rubriklistenbild: © Andreas Poertner/dpa

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