- VonAnna-Lena Kiegerlschließen
Moritz Bletzingerschließen
Der Discounter Aldi geht einen Schritt zu artgerechterer Tierhaltung. Bis 2030 sollen alle Fleisch- und Milchprodukte aus den höchsten Haltungsformen stammen.
Frankfurt – Nachhaltiger Konsum gewinnt in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Ein wachsender Anteil der Bevölkerung legt Wert auf umweltfreundliche Produkte und Tierschutz beim Einkaufen. Supermärkte und Discounter reagieren auf diese Entwicklung, darunter auch Aldi. Der Einzelhändler plant, sein Angebot an Frischfleisch, gekühlten Fleisch- und Wurstwaren sowie Trinkmilch in den kommenden Jahren auf die beiden höchsten Haltungsformen umzustellen. Den Salz- und Zuckergehalt in seinen Produkten will der Discounter außerdem reduzieren.
Haltungsformen 1 und 2 gestrichen: Aldi verkauft ab 2024 keine Billig-Milch mehr
Bis zum Frühjahr 2024 soll die Trinkmilch komplett auf die Haltungsformen 3 und 4 umgestellt sein, zudem wird ab diesem Zeitpunkt die gesamte Milch aus Deutschland bezogen. Dies geht aus einer Pressemitteilung von Aldi Süd hervor. Die Maßnahme erfolgt somit sechs Jahre früher als ursprünglich vorgesehen. Schon jetzt stammen 60 Prozent des Trinkmilchangebots aus den Haltungsformen drei und vier.
Aldi bezieht bereits die gesamte Frischmilch aus Deutschland, ab dem kommenden Jahr gilt dies auch für die H-Milch. Diese Umstellung ist Teil eines umfangreichen Plans zur Umstellung auf höhere Haltungsformen. So soll bis 2030 das gesamte Frischfleisch bei Aldi zu 100 Prozent aus den beiden tierfreundlicheren Haltungsformen stammen, derzeit sind es nur 30 Prozent. Ähnliches gilt für gekühlte Fleisch- und Wurstwaren. Auch diese sollen bis 2030 zu 100 Prozent aus den Haltungsformen 3 und 4 stammen. Derzeit sind es nur 15 Prozent aller betroffenen Produkte.
Aldi will sich für Tierwohl einsetzen: Milch kommt künftig nur noch aus „grünen“ Betrieben
Die vier unterschiedlichen Haltungsformen sind optional und müssen daher nicht auf den Produkten ausgewiesen werden. Laut haltungsform.de spiegeln sie den Grad des Tierwohls wider, der durch die jeweilige Haltungsform erreicht wird. Die Kategorien reichen von eins/rot bis vier/grün und umfassen alles von Stallhaltung bis Premium. Je nach Tierart gelten verschiedene Kriterien, die erfüllt werden müssen, um die jeweilige Haltungsform zu erreichen.
Haltungsformen: Diese Kriterien gelten für Milchkühe
- Haltungsform 1: Laufstall mit Liegeboxen, Tier-Liegeplatz-Verhältnis: 1:1, möglichst Laufstallhaltung oder Kombinationshaltung
- Haltungsform 2: Tier-Liegeplatzverhältnis 1:1, über 350 kg mind. 4 Quadratmeter pro Tier, Laufstallhaltung oder Kombinationshaltung mit Weidegang (mind. 120 Tage a 2 Stunden) bzw. mit Laufhof oder Bewegungsbucht mit mind. 4,5 Quadratmeter pro Tier. Die Bewegungsfläche muss aus mindestens 16 Quadratmeter zusammenhängender Fläche bestehen
- Haltungsform 3: Tier-Liegeplatzverhältnis: 1:1, über 350 kg mind. 5 Quadratmeter pro Tier, Laufstallhaltung mit ganzjährig nutzbarem Laufhof oder Laufstallhaltung mit Weidegang, keine Anbindung
- Haltungsform 4: Tier-Liegeplatzverhältnis: 1:1, über 350 kg mind. 6 Quadratmeter pro Tier, Laufstallhaltung mit ganzjährig nutzbarem Laufhof und Weidegang
- (Quelle: haltungsform.de)
Aldi will gesünder und tierfreundlicher werden. Und das bald bundesweit einheitlich? Aldi Süd und Aldi Nord schaffen Strukturen, die eine Fusion möglich machen.
Für diesen von der Redaktion geschriebenen Artikel wurde maschinelle Unterstützung genutzt. Der Artikel wurde vor Veröffentlichung von Redakteuri Moritz Bletzinger sorgfältig überprüft.
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