- VonBrigitte Mellertschließen
Wie gelingt das digitale Schaulaufen bei Tinder ohne Sicherheitsrisiken? Mit diesen drei Tipps lässt sich die Flirt-App möglichst sicher nutzen.
Der Flirtpartner führt ein Jetset-Leben, mit allem Prunk und Reichtum, das es mit sich bringt? Lädt zum teuren Essen und Urlaubsreisen ein - kurz: Er verführt nach allen Regeln der heutigen Datingkunst. Doch plötzlich wendet sich das Blatt und er bittet um Geld, um viel Geld. Wer sich bei dieser Beschreibung an sein letztes Tinder-Date erinnert fühlt, sollte aufmerksam sein. Szenen wie aus der aktuellen Netflix-Doku der „Tinder-Schwindler“ wirken auf den ersten Blick wohl wie unterhaltsamer Kinostoff. Doch solche Betrüger gibt es wirklich. Daher lesen Sie hier: Mit diesen Tricks flirtet man sicher bei Tinder.
Tinder-Schwindler: So schützt man sich richtig beim Flirten
Wer auf beliebten Dating-Apps wie Tinder online auf Partnersuche gehen will, muss sich bis zu einem gewissen Maße digital öffnen: Ohne Fotos und ein paar persönliche Daten wird das Flirten wohl eine recht einsame Erfahrung. Trotzdem sollten Nutzer ein paar Tipps beachten, um ihre Daten abzusichern. Dazu zählen die Bereiche klassische Sicherheit, Datenschutz sowie die Sensibilisierung für Betrüger, sogenanntes Love-Scamming. Dabei nutzen Tinder-Betrüger die Gutmütigkeit anderer aus, um Geld oder andere Gefälligkeiten zu ergaunern.
Sicherheit bei Tinder: Tipps für sicheres Flirten ohne Datenverlust
Chip.de hat hierzu die Dating-App auf ihre Sicherheitsrisiken hin überprüft. Grundsätzlich, so die Plattform, gelten für die App die gleichen Regeln wie für andere Online-Dienste. Da die App meist auf dem Handy mit den gängigen Systemen Android und iOS genutzt wird, sei die Sicherheit in der Regel gewährleistet. Dazu sollten Nutzer ihr Betriebssystem auf dem aktuellen Stand halten und nur Apps aus dem offiziellen Stores herunterladen.
Das Anmelden für die App ist auf unterschiedliche Weise möglich. Chip.de rät jedoch davon ab, Facebook zu nutzen und stattdessen eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zu hinterlegen. Das hierzu notwendige Passwort sollte - so wie es für alle Online-Dienste gilt - sehr sicher gewählt sein. Im besten Fall mithilfe einer 2-Faktor-Authentifizierung und einem Passwort-Manager. Tools wie Bitwarden oder Keepass bieten sich als kostenloser Opensource-Daten-Manager für alle Geräte an.
Tinder: Der Datenschutz stets im Fokus - keine Verknüpfungen mit anderen Profilen
Im zweiten Schritt lässt sich der Datenschutz optimieren. Allerdings, und das betont Chip.de, sei diese Option recht oberflächlich. Ähnlich wie beim Messengerdienst WhatsApp sei nach ihrer Einschätzung der Datenschutz bei Tinder nicht allzu gut. Ein Test hat ergeben, dass mehr als zehn Daten bei der Nutzung getrackt werden können. Zumeist handle es sich um Tracking-Module von Facebook oder Google, genauso nutze die App aber auch eigene Analysewerkzeuge.
Dazu sind bis zu 27 Berechtigungen notwendig, die der Nutzer der App erlauben muss. Über Apple-ID, Google-Konto oder Facebook-Konto und Telefonnummer läuft die Anmeldung. Chip.de rät jedoch von einer Verknüpfung unterschiedlicher Konten ab, die verknüpfte Telefonnummer sei der beste Weg. Das bedeutet aber auch: Das Instagram-Profil sollten Nutzer nicht mit Tinder verknüpfen, da sonst eine Flut an Informationen geteilt wird. Das Flirten via Tinder ist bei Nutzern sehr beliebt und boomte auch in Lockdown-Zeiten.
Flirtwilligen bleibt es - auch mit allen Datenschutzbedenken im Hinterkopf - nicht erspart, einige persönliche Informationen preiszugeben: Alter, Geschlecht, Standortangabe, Fotos, wichtige Stellen im Lebenslauf. Dennoch sollte mit den Daten sparsam umgegangen werden. Es bieten sich neutrale Fotos an, die nirgends im Internet zu finden sind. Andernfalls könnte sie jemand mittels Rückwärtssuche aufspüren und weitere private Informationen über andere App-Nutzer finden. Ebenfalls gehören die Adresse sowie der Arbeitgeber nicht in ein öffentliches Datingprofil. Zudem rät Chip.de, nur eine Plattform zu nutzen und für den Kontakt nicht auf weitere Messengerdienste auszuweichen.
Love Scamming: Achtung vor Fake-Profilen auf Tinder und Co.
Love Scamming oder - aktuell bei Streamingfans in aller Munde - der „Tinder-Schwindler“* ist bei Online-Dating ein stetiges Problem. Betrüger und Kriminelle versuchen, über falsche Profile das Vertrauen von Tinder-Nutzern zu gewinnen und ihnen Geld oder gar die Identität zu entziehen. Mit diesen Tipps kann so ein Datenraub nicht geschehen:
Auf keinen Fall Geld bezahlen: Auch wenn der Traummann oder die Traumfrau am anderen Ende des Handys tippt. Geld, Flugtickets oder auch medizinische Behandlungen sollten Nutzer niemals bezahlen. Die Kontodaten gehören ebenfalls dazu.
Keine Ausweiskopie senden: Wenn ein Flirtpartner die Kopie des Ausweises sehen will, ist das ein Warnzeichen. Es besteht der Verdacht, dass jemand die Identität stehlen will.
Namen online prüfen: Wer misstrauisch wird, ob sein digitales Gegenüber tatsächlich existiert, kann im Netz seinen Namen prüfen. Handelt es sich um ein bekanntes Scamming-Profil, lässt sich dieses womöglich aufspüren.
Bots aussortieren: Ist das Profilbild echt? Das fragen sich viele Single - aus unterschiedlichen Gründen. Tinder bietet in Deutschland eine Foto-Verifizierung an, um Nutzern Sicherheit zu geben. Der blaue Haken zeigt an, wenn jemand seine Fotos hat prüfen lassen. In diesem Fall handelt es sich nicht um einen Bot - ein Betrüger kann der Flirtpartner jedoch weiterhin sein.
Kontakte melden und blockieren: Benimmt sich ein Flirtpartner ungewöhnlich, ist er aufdringlich oder auf andere Weise unangenehm, lassen sich Kontakte über die Einstellungen der Tinder-App blockieren und im Notfall auch melden.
Strafanzeige stellen: Stellt sich trotz Vorsichtsmaßnahmen der Gesprächspartner als Betrüger heraus, sollten Nutzer diesen bei der Polizei anzeigen. So verhindert man, dass derjenige seine Masche wiederholen kann. (mell) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA