Mit dem Reiten beginnen

Sieben Tipps für Reitanfänger: So kann jeder Reiten lernen

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Reiten ist ein tolles Hobby. Die gute Nachricht: Jeder kann damit beginnen. Mit diesen sieben Tipps gelingt der Start im Sattel.

Wer Pferde liebt, verspürt irgendwann den Wunsch, mit dem Reiten zu beginnen. Dabei kann man viel Geld für Ausrüstung ausgeben – ein Grund, aus dem Reitsport häufig als elitär und teuer angesehen wird. Doch gerade zu Beginn sind andere Dinge viel wichtiger als eine teure Ausrüstung fürs Pferd. Wie man eine gute Reitschule findet, welches Equipment man wirklich braucht und was man gegen ein mulmiges Gefühl im Sattel tun kann.

Reiten lernt man am besten auf einem ruhigen Schulpferd mit einem qualifizierten Trainer. Der Spaß darf natürlich nicht zu kurz kommen. (Symbolbild)

1. Eine gute Reitschule finden

Bei der Wahl der Reitschule sollten Reitanfänger sorgfältig sein. Nur in einer guten Reitschule mit ebenso gut ausgebildeten Schulpferden ist das Reiten lernen sicher und macht Spaß. Der Reitlehrer sollte ein zertifizierter Trainer sein, also eine offizielle Trainerausbildung gemacht haben. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Schulpferde und deren Haltungsart. Versuchen Sie folgende Fragen zu klären:

  • Kommen die Schulpferde täglich auf die Weide oder den Paddock?
  • Sehen sie gepflegt aus?
  • Machen sie einen ausgeglichenen, aufgeweckten Eindruck?
  • Sind die Stallungen hell und die Luft gut?
  • Sind die Schulpferde gut ausgebildet und werden auch regelmäßig von erfahrenen Reitern geritten?
  • Wie häufig werden sie eingesetzt? Mehr als drei Reitstunden pro Tag sollten es nicht sein.

Lassen Sie sich außerdem die Ausrüstung der Schulpferde zeigen und achten Sie dabei auf Folgendes:

  • Hat jedes Pferd eigenes Sattel- und Putzzeug?
  • Ist die Ausrüstung gepflegt und intakt?
  • Sind die Sättel für die jeweiligen Pferde angepasst?

Sanftmütige Begleiter: Diese zehn Pferderassen eignen sich für Reitanfänger

Haflinger
Haflinger sind die wohl bekannteste Pferderasse. Sie sind robust, vielseitig und haben ein sanftes Temperament. Aufgrund ihres freundlichen und umgänglichen Wesens eignen sie sich besonders gut für Reitanfänger. © IMAGO
Deutsches Reitpony
Der Name sagt es schon: Das Deutsche Reitpony ist ein idealer Reitbegleiter. Hauptsächlich wurde diese Rasse als Turnierpferd für Kinder und Jugendliche gezüchtet. Deutsche Reitponys sind geduldig, zuverlässig und lernwillig. Dank ihres sanften Charakters können sie auch als Therapiepferde genutzt werden. © IMAGO
Shetlandpony
Klein, aber robust: Shetland-Ponys eignen sich hervorragend für Kinder und Jugendliche, die mit dem Reiten anfangen. Tatsächlich können sie auch leichte Erwachsene tragen, denn trotz ihrer geringen Körpergröße sind Shetland-Ponys sehr stark. © Ade Zech/IMAGO
Zwei Island-Pferde
Island-Pferde zeichnen sich durch ihre besondere Gangart, den Tölt, aus. Dabei berühren drei Beine gleichzeitig den Boden. Dadurch sitzen Reiter noch fester im Sattel und können problemlos auch längere Strecken reiten. © Pablo Menendez/IMAGO
Noriker steht auf einer grünen Wiese.
Als Reitanfänger können schnell mal Fehler passieren. Dann ist es gut, dass Rassen wie der Noriker entspannt reagieren. Das Kaltblutpferd gilt als kräftig, gutmütig und ausgeglichen. © Imago
Welsh Cob
Der Welsh Cob ist ein vielseitiges Pony, das sowohl für Freizeit- als auch für Sportzwecke genutzt werden kann. Die Rasse beeindruckt mit ihrem imposanten und muskulösen Aussehen. Charakterlich kann der Welsh Cob mit seiner Geduld und Freundlichkeit punkten. © IMAGO
Fjordpferd auf einer Wiese
Gutmütig, kinderlieb, ruhig: Diese Attribute machen das Fjordpferd zum idealen ersten Reitbegleiter. Die Rasse stammt aus den westlichen Küstengebieten Norwegens und ist bekannt für ihre Trittsicherheit und Robustheit. Außerdem lernen die intelligenten Skandinavier schnell. © G. Lacz/Imago
Quarter Horse
Das Quarter Horse ist eine amerikanische Farm- und Western-Rasse. Doch nicht nur im Westernreiten brilliert dieses Pferd, es kann auch im Dressur- und Springsport eingesetzt werden. Aufgrund seiner schnellen Auffassungsgabe und umgänglichen Art kommt das Quarter Horse auch für Reitanfänger infrage. © IMAGO
Morgan Horse
Eine weitere beliebte Pferderasse aus den USA ist das Morgan Horse. Halter wissen vor allem den Arbeitswillen und die Zuverlässigkeit der Morgan-Pferde zu schätzen. Aufgrund ihrer Sanftmütigkeit sind sie außerdem gute Therapiepferde. © IMAGO
Connemara-Pony
Connemara Ponys gelten als robust, freundlich und intelligent. Die irische Rasse ist auch in hohen Lagen trittsicher unterwegs. Ihr genügsamer und ruhiger Charakter macht sie zum idealen Pferd für Reitanfänger. © G. Lacz/IMAGO

Achten Sie außerdem darauf, ob es eine Reithalle oder einen Reitplatz gibt und wie der Boden dort aussieht. Auf einer Buckelpiste macht Reiten lernen wenig Spaß. Zudem birgt ein ungepflegter Reitplatz ein Verletzungsrisiko, wenn das Pferd stolpert und stürzt. Lassen Sie sich erklären, wie die ersten Reitstunden ablaufen. Meist steht zunächst Sitzschulung an der Longe an. Aber auch Theorieunterricht ist wichtig. Der Reitlehrer sollte freundlich sein und alle Fragen qualifiziert beantworten können. Die Stimmung in der Reitanlage und unter den Reitern sollte gut sein. Nicht zuletzt sollten Reitanfänger auf ihr Bauchgefühl hören.

Qualifizierte Reitschulen sind zum Beispiel im Pferdebranchenbuch der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gelistet. Lesen Sie sich außerdem Rezensionen von Reitschulen in der Umgebung durch oder hören Sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis um. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich eine Reitstunde als Zuschauer ansehen. Der Reitlehrer sollte freundlich und kompetent sein und respektvoll mit seinen Schülern und den Pferden umgehen. Herumschreien oder gewalttätiges Verhalten gegenüber den Pferden sind ein No-Go. Achten Sie zusätzlich darauf, ob Pferd und Reiter größentechnisch zusammenpassen. Pferde können nämlich viel weniger Gewicht tragen, als häufig angenommen. Eine Reitstunde in der Gruppe kostet ab 15 Euro, eine Einzelstunde ab 35 Euro – je nach Region, Ausstattung der Reitanlage und Qualifikation des Trainers kann es teurer werden.

2. Das Alter spielt keine Rolle

Zum Reiten lernen ist man nie zu alt. Eine gewisse Grundfitness ist natürlich nötig, um in den Sattel steigen zu können – aber im Grunde kann jeder in jedem Alter mit dem Reiten beginnen. Kinder können ab vier Jahren erste Reitversuche wagen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Reitschule und ihr Angebot zu den eigenen Vorstellungen, aber auch zur gewünschten Reitweise passt. Es gibt beispielsweise Angebote speziell für erwachsene Spät- und Wiedereinsteiger oder für Kinder.

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3. Bei der Ausrüstung auf das Wesentliche beschränken

Für die ersten Reitversuche reichen eine einfache Reithose – die gibt es gebraucht schon für 10 bis 20 Euro – und Stiefeletten mit einem kleinen Absatz. Auch die sind nicht besonders teuer. Am Kopfschutz sollte man allerdings nicht sparen und in einen guten Reithelm investieren. Fahrradhelme sind nicht für einen Sturz vom Pferd gemacht und bieten daher keinen ausreichenden Schutz. Einen ordentlichen Reithelm kann man schon für 50 Euro im Fachhandel bekommen. Gebrauchte Helme sollte man besser nicht kaufen. Man weiß nie, ob der Helm schon einmal heruntergefallen ist und einen nicht sichtbaren Schaden hat. Außerdem sollten Helme nach circa fünf Jahren ausgetauscht werden.

4. Regelmäßig trainieren

Reiten erfordert einiges an Koordination. Wer schnell Fortschritte machen möchte, sollte daher regelmäßig in den Sattel steigen. Eine, besser noch zwei Reitstunden pro Woche sorgen für eine steilere Lernkurve als nur eine intensive Reiteinheit pro Monat. Zudem gibt es zahlreiche Trockenübungen, mit denen man Koordination, Beweglichkeit und Fitness trainieren kann – zu Hause und ohne Pferd. Das sorgt für noch schnellere Lernfortschritte im Sattel. Wussten Sie schon, dass Reiten der ideale Ausgleichssport für Dauerssitzer ist?

5. Ängste und Sorgen mitteilen

Besonders erwachsene Reitanfänger steigen häufig mit einem mulmigen Gefühl in den Sattel. Das sollten sie nicht überspielen, sondern ihre Bedenken oder gar Ängste offen mitteilen. Ein guter Reitlehrer wird darauf eingehen und seinem Schüler helfen, Ängste zu überwinden. Wer seine Sorgen verschweigt, verliert vermutlich schnell die Freude an seinem neuen Hobby. Außerdem macht es das für den Ausbilder schwer, einzuschätzen, wie viel er seinem Schüler zutrauen kann. Besprechen Sie mit Ihrem Trainer, ob vielleicht ein ruhigeres Lehrpferd infrage kommt oder zusätzliche Longenstunden Sicherheit geben können.

6. Theorie nicht vernachlässigen

Wer reiten lernen möchte, tut das, weil er Spaß am direkten Umgang mit dem Pferd hat. Aber auch das Wissen zu Haltung, Pflege und Gesundheit des Pferdes sowie der Reitlehre und dem Pferdeverhalten gehören dazu. Wer sich dieses Know-how zum Beispiel mithilfe von Fachbüchern und -zeitschriften aneignet, wird viel schneller Fortschritte machen.

7. Nicht zu viel auf einmal wollen

Reiten ist koordinativ und mental anspruchsvoll. Die Verbindung zum Pferd ist das Einzigartige – manchmal aber auch der Knackpunkt. Reitanfänger sollten nicht zu verbissen sein, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Es dauert einfach, bis die Hilfengebung so gut ist, dass das Pferd sie entsprechend umsetzen kann. Auch vermeintliche Rückschritte und Durststrecken gehören dazu. Wichtig ist, am Ball zu bleiben und den Spaß am Sport mit dem Pferd nicht zu verlieren.

Rubriklistenbild: © IMAGO / YAY Images

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