VonKirsten Lemkeschließen
Reiten ist ein tolles Hobby. Die gute Nachricht: Jeder kann damit beginnen. Mit diesen sieben Tipps gelingt der Start im Sattel.
Wer Pferde liebt, verspürt irgendwann den Wunsch, mit dem Reiten zu beginnen. Dabei kann man viel Geld für Ausrüstung ausgeben – ein Grund, aus dem Reitsport häufig als elitär und teuer angesehen wird. Doch gerade zu Beginn sind andere Dinge viel wichtiger als eine teure Ausrüstung fürs Pferd. Wie man eine gute Reitschule findet, welches Equipment man wirklich braucht und was man gegen ein mulmiges Gefühl im Sattel tun kann.
1. Eine gute Reitschule finden
Bei der Wahl der Reitschule sollten Reitanfänger sorgfältig sein. Nur in einer guten Reitschule mit ebenso gut ausgebildeten Schulpferden ist das Reiten lernen sicher und macht Spaß. Der Reitlehrer sollte ein zertifizierter Trainer sein, also eine offizielle Trainerausbildung gemacht haben. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Schulpferde und deren Haltungsart. Versuchen Sie folgende Fragen zu klären:
- Kommen die Schulpferde täglich auf die Weide oder den Paddock?
- Sehen sie gepflegt aus?
- Machen sie einen ausgeglichenen, aufgeweckten Eindruck?
- Sind die Stallungen hell und die Luft gut?
- Sind die Schulpferde gut ausgebildet und werden auch regelmäßig von erfahrenen Reitern geritten?
- Wie häufig werden sie eingesetzt? Mehr als drei Reitstunden pro Tag sollten es nicht sein.
Lassen Sie sich außerdem die Ausrüstung der Schulpferde zeigen und achten Sie dabei auf Folgendes:
- Hat jedes Pferd eigenes Sattel- und Putzzeug?
- Ist die Ausrüstung gepflegt und intakt?
- Sind die Sättel für die jeweiligen Pferde angepasst?
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Achten Sie außerdem darauf, ob es eine Reithalle oder einen Reitplatz gibt und wie der Boden dort aussieht. Auf einer Buckelpiste macht Reiten lernen wenig Spaß. Zudem birgt ein ungepflegter Reitplatz ein Verletzungsrisiko, wenn das Pferd stolpert und stürzt. Lassen Sie sich erklären, wie die ersten Reitstunden ablaufen. Meist steht zunächst Sitzschulung an der Longe an. Aber auch Theorieunterricht ist wichtig. Der Reitlehrer sollte freundlich sein und alle Fragen qualifiziert beantworten können. Die Stimmung in der Reitanlage und unter den Reitern sollte gut sein. Nicht zuletzt sollten Reitanfänger auf ihr Bauchgefühl hören.
Qualifizierte Reitschulen sind zum Beispiel im Pferdebranchenbuch der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gelistet. Lesen Sie sich außerdem Rezensionen von Reitschulen in der Umgebung durch oder hören Sie sich im Freundes- und Bekanntenkreis um. Bevor Sie sich entscheiden, sollten Sie sich eine Reitstunde als Zuschauer ansehen. Der Reitlehrer sollte freundlich und kompetent sein und respektvoll mit seinen Schülern und den Pferden umgehen. Herumschreien oder gewalttätiges Verhalten gegenüber den Pferden sind ein No-Go. Achten Sie zusätzlich darauf, ob Pferd und Reiter größentechnisch zusammenpassen. Pferde können nämlich viel weniger Gewicht tragen, als häufig angenommen. Eine Reitstunde in der Gruppe kostet ab 15 Euro, eine Einzelstunde ab 35 Euro – je nach Region, Ausstattung der Reitanlage und Qualifikation des Trainers kann es teurer werden.
2. Das Alter spielt keine Rolle
Zum Reiten lernen ist man nie zu alt. Eine gewisse Grundfitness ist natürlich nötig, um in den Sattel steigen zu können – aber im Grunde kann jeder in jedem Alter mit dem Reiten beginnen. Kinder können ab vier Jahren erste Reitversuche wagen. Dabei sollte man darauf achten, dass die Reitschule und ihr Angebot zu den eigenen Vorstellungen, aber auch zur gewünschten Reitweise passt. Es gibt beispielsweise Angebote speziell für erwachsene Spät- und Wiedereinsteiger oder für Kinder.
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3. Bei der Ausrüstung auf das Wesentliche beschränken
Für die ersten Reitversuche reichen eine einfache Reithose – die gibt es gebraucht schon für 10 bis 20 Euro – und Stiefeletten mit einem kleinen Absatz. Auch die sind nicht besonders teuer. Am Kopfschutz sollte man allerdings nicht sparen und in einen guten Reithelm investieren. Fahrradhelme sind nicht für einen Sturz vom Pferd gemacht und bieten daher keinen ausreichenden Schutz. Einen ordentlichen Reithelm kann man schon für 50 Euro im Fachhandel bekommen. Gebrauchte Helme sollte man besser nicht kaufen. Man weiß nie, ob der Helm schon einmal heruntergefallen ist und einen nicht sichtbaren Schaden hat. Außerdem sollten Helme nach circa fünf Jahren ausgetauscht werden.
4. Regelmäßig trainieren
Reiten erfordert einiges an Koordination. Wer schnell Fortschritte machen möchte, sollte daher regelmäßig in den Sattel steigen. Eine, besser noch zwei Reitstunden pro Woche sorgen für eine steilere Lernkurve als nur eine intensive Reiteinheit pro Monat. Zudem gibt es zahlreiche Trockenübungen, mit denen man Koordination, Beweglichkeit und Fitness trainieren kann – zu Hause und ohne Pferd. Das sorgt für noch schnellere Lernfortschritte im Sattel. Wussten Sie schon, dass Reiten der ideale Ausgleichssport für Dauerssitzer ist?
5. Ängste und Sorgen mitteilen
Besonders erwachsene Reitanfänger steigen häufig mit einem mulmigen Gefühl in den Sattel. Das sollten sie nicht überspielen, sondern ihre Bedenken oder gar Ängste offen mitteilen. Ein guter Reitlehrer wird darauf eingehen und seinem Schüler helfen, Ängste zu überwinden. Wer seine Sorgen verschweigt, verliert vermutlich schnell die Freude an seinem neuen Hobby. Außerdem macht es das für den Ausbilder schwer, einzuschätzen, wie viel er seinem Schüler zutrauen kann. Besprechen Sie mit Ihrem Trainer, ob vielleicht ein ruhigeres Lehrpferd infrage kommt oder zusätzliche Longenstunden Sicherheit geben können.
6. Theorie nicht vernachlässigen
Wer reiten lernen möchte, tut das, weil er Spaß am direkten Umgang mit dem Pferd hat. Aber auch das Wissen zu Haltung, Pflege und Gesundheit des Pferdes sowie der Reitlehre und dem Pferdeverhalten gehören dazu. Wer sich dieses Know-how zum Beispiel mithilfe von Fachbüchern und -zeitschriften aneignet, wird viel schneller Fortschritte machen.
7. Nicht zu viel auf einmal wollen
Reiten ist koordinativ und mental anspruchsvoll. Die Verbindung zum Pferd ist das Einzigartige – manchmal aber auch der Knackpunkt. Reitanfänger sollten nicht zu verbissen sein, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Es dauert einfach, bis die Hilfengebung so gut ist, dass das Pferd sie entsprechend umsetzen kann. Auch vermeintliche Rückschritte und Durststrecken gehören dazu. Wichtig ist, am Ball zu bleiben und den Spaß am Sport mit dem Pferd nicht zu verlieren.
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