Koffein-Verzicht

Bei Tagesmüdigkeit besser Kopf in die Gefriertruhe tauchen: Schlafforscher gibt eigenwilligen Tipp

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Schlafstörungen führen bei vielen Betroffenen zur Tagesmüdigkeit, die immens belasten kann. Kaffee ist für viele dann das Mittel der Wahl. Doch es gibt gute Alternativen.

Sie schlafen nie durch, haben Einschlafprobleme oder wachen immer zur selben Uhrzeit mitten in der Nacht auf? Damit sind Sie nicht allein. Fast jeder zweite Mensch leidet mittlerweile ständig oder gelegentlich unter Schlafstörungen, informiert die Techniker Krankenkasse (TK) unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage. Die Betroffenen seien tagsüber oftmals müde, unkonzentriert oder leicht reizbar, heißt es weiter. Als Schlafräuber Nummer eins wird beruflicher Stress genannt, gefolgt von familiären und gesundheitlichen Problemen.

In einigen Fällen führen die Schlafprobleme so weit, dass der Alltag nicht mehr gut bewältigt werden kann. So soll 2017 jeder zehnte Arbeitnehmer in Deutschland (9,4 Prozent) laut DAK-Gesundheitsreport unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) gelitten haben. Gekennzeichnet seien diese laut DAK durch Ein- und Durchschlafstörungen, schlechte Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung. 115.000 Menschen wurden 2017 sogar wegen Schlafstörungen stationär behandelt, wie der Deutsche Bundestag informiert.

Kühl- und Gefrierschrank halten nicht nur Lebensmittel länger frisch. Das Gefrierfach kann auch bei Tagesmüdigkeit helfen, so ein Psychologe.

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Statt Koffein gegen das Nachmittagstief: Kopf ins Gefrierfach stecken

Der US-amerikanische Psychologe und Schlafforscher Dr. Aric Prather hat sich in einem Buch mit dem Thema Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit befasst. In „The Sleep Prescription“ („Das Schlaf-Rezept“) gibt er teilweise unkonventionelle Tipps, die guten Schlaf fördern sollen. Auch für Tagesmüdigkeit-Geplagte hat Prather einen Rat. Wie die New York Times aus seinem Buch zitiert, müsse man nicht unbedingt zu Koffein greifen. Dies sei sogar eher suboptimal. Denn es könne dazu kommen, dass man nachts schlecht in den Schlaf findet, weil das Koffein noch nicht ganz abgebaut wurde.

Besser in seinen Augen: Den Kopf in die Gefriertruhe tauchen. So könne man sich einen wach machenden Energieschub holen, so der Schlafforscher. Dieser kurze Kälteschock aktiviert laut Dr. Prather das Erregungssystem – wie ein Überbrückungskabel an einer Autobatterie. Auch ein zügiger Spaziergang, eine einfache Rechenaufgabe, eine kurze Pause im Garten oder das Umräumen des Bücherregals können unser Gehirn anregen, uns aus unserer Routine herauszuholen, so Dr. Prather.

Zehn Tipps, dank derer Sie nie wieder schlecht schlafen

Zwei Frauen trinken Kaffee
Tipp 1: Wenn Sie öfter nicht einschlafen können, sollten Sie versuchen, mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen keinen Kaffee mehr anzurühren. Ein heißer Kakao oder Tee entspannt dagegen sogar. Zudem ist es wichtig, dass Sie ab 21 Uhr alle digitalen Geräte, die ablenken könnten, zur Seite legen. Ein gutes Buch hilft besser, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten. © Josep Suria/Imago
Frau wacht auf
Tipp 2: Wenn Sie unter Schulterschmerzen leiden und sich deshalb in der Nacht hin- und herwälzen, ist es besser, wenn Sie versuchen, auf dem Rücken zu schlafen. Zudem hilft es, ein Kissen so unter die Arme zu klemmen, dass es aussieht, als würden Sie es „umarmen“. © Tanya Yatsenko/Imago
Wecker
Tipp 3: Versuchen Sie stets zur selben Zeit aufzustehen - auch am Wochenende. So gewöhnt sich der Körper an einen festen Zeitrythmus. © kvkirillov/Imago
Frau trinkt Wein
Tipp 4: Trinken Sie kurz vor dem Zubettgehen keinen Alkohol mehr. Studien zufolge kann das Glas Wein den Schlaf stören und für weniger Tiefschlafphasen sorgen. © Sofiya Garaeva/Imago
Frau schläft
Tipp 5: Wenn Sie Rückenschmerzen haben, empfiehlt es sich, ein Kissen unter Ihre Oberschenkel zu schieben, wenn Sie auf dem Bauch schlafen und unter die Beine, wenn Sie es auf dem Rücken tun. © Vasily Pindyurin/Imago
Frau hält Kissen vors Gesicht
Tipp 6: Nackenschmerzen oder -verspannungen können ganz schön fies sein - besonders in der Nacht. Um einen erholsamen Schlaf zu fördern, ist es daher ratsam, mindestens alle zwei Jahre, das Kopfkissen auszuwechseln. Studien zufolge waren Probanden besonders von festeren Nackenstützkissen aus Latex angetan. © Sofiya Garaeva/Imago
frau massiert ihre wade nach einem nächtlichen wadenkrampf
Tipp 7: Wachen Sie in der Nacht manchmal auf, weil Sie plötzlich einen Wadenkrampf haben? Dann hilft Magnesium vor dem Schlafen gehen, um die Muskeln zu entspannen. Zur Soforthilfe empfiehlt sich das Massieren der betroffenen Stelle, um den Schmerz zu lindern. © Rolf Kremming/Imago
Paar liegt im Bett
Tipp 8: Wer unter Reflux leidet, kann oftmals ebenfalls unter Schlafstörungen leiden. Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über entsprechende Medikamente und schlafen Sie fortan auf der linken Seite. Am besten auf einem etwas erhöhten Kissen. © AndreyPopov/Imago
Tasse mit Baldrian-Tee
Tipp 9: Manche schwören auch auf einen Schlummertrunk, um schneller ins Land der Träume abzutauchen. Begehrt sind vor allem Teesorten wie Baldrian- oder Hopfentee, weil sie schlaffördernde Wirkung entfalten sollen.  © O. Diez/Imago
Frau macht Yoga
Tipp 10: Entspannungsübungen lassen Körper und Geist zur Ruhe kommen. 15 Minuten entspannende Yoga-Übungen, Mediation oder autogenes Training können Ihnen so helfen, den Tag hinter sich zu lassen und schneller einzuschlafen.  © Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © George Mdivanian/Imago/Panthermedia

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