VonVivian Wergschließen
Eine Gehaltserhöhung auszuhandeln ist nicht einfach – mit einer guten Vorbereitung kann dies aber gelingen. Was Sie dabei beachten sollten.
Kassel – Über das Thema Geld sprechen die wenigsten gerne. Eine repräsentative Umfrage der Postbank ergab, dass 70 Prozent der Deutschen Geld für ein absolutes Tabuthema halten.
Gerade Gehaltsverhandlungen empfinden die meisten als unangenehm. Als Angestellter möchte man mehr Geld, aber wie spricht man das Thema selbstbewusst an – und wie führt man vor allem eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung? Das Verbrauchermagazin WISO des ZDF gibt hilfreiche Tipps. Bestimmte Faktoren können die Chancen auf eine Gehaltserhöhung auch begünstigen.
WISO-Tipps für mehr Gehalt: So bereiten Sie sich auf Ihre Gehaltsverhandlung vor
Extreme Inflation, steigende Energiepreise und erhöhte Lebensmittelpreise – die Lebenshaltungskosten sind stark gestiegen und in vielen wird der Wunsch nach einer Gehaltserhöhung laut. Und diese ist häufig Verhandlungssache. „Im Normalfall sind zwischen 10 und 25 Prozent auf alle Fälle drin, wenn man gut vorbereitet ist“, sagt Verhandlungsexpertin und Coach Claudia Kimich.
Grundsätzlich sollte man mit der Überzeugung in das Gehaltsgespräch gehen, dass man eine Erhöhung verdient hat. Eine gute Vorbereitung ist dabei das A und O. Auf diese Dinge sollten Sie bei Ihrer Vorbereitung achten:
- Eigenen Marktwert kennen: Checken Sie Karriereplattformen, fragen Sie Menschen aus der Branche und reden Sie mit Kollegen über Geld – laut dem Entgelttransparenzgesetz ist dies auch erlaubt.
- Situation des Unternehmens: Checken Sie die aktuelle Situation des Unternehmens und legen Sie für sich eine konkrete Gehaltsforderung zurecht: ein Minimal-, ein Ok- und ein Maximal-Ziel.
- Argumente erarbeiten: Sammeln Sie Argumente für die Gehaltserhöhung. Machen Sie sich Ihre Erfolge bewusst. Bereiten Sie sich aber gleichzeitig auch auf Gegenargumente vor.
- Auf Verhandlungspartner einstellen: Hat man es mit einem Machtmenschen, einem Zahlen-Daten-Fakten-Menschen zu tun oder handelt es sich um einen Beziehungsmenschen. Trainieren und spielen Sie im Anschluss mit einem Coach oder Freunden verschiedene Gesprächssituationen durch.
„Kennen Sie Ihren Nutzen, kennen Sie Ihren Wert. Dann kann es nur gut gehen am Ende“, so die Expertin weiter. Damit ein Vorstellungsgespräch gut läuft, können Sie auch mit direkten Fragen punkten.
WISO-Experten: Das sind die No-Gos bei einer Gehaltsverhandlung
Es gibt aber auch Dinge, die Sie bei einer Gehaltsverhandlung unbedingt vermeiden sollten:
- Verwenden Sie keinen Konjunktiv.
- Ziehen Sie keine Vergleiche mit Kollegen.
- Nennen Sie keine privaten Gründe wie Familienzuwachs in Ihrer Argumentation.
- Drohen Sie nicht mit einer Kündigung.
Können Sie sich bei der Gehaltsverhandlung nicht einigen, kann man auch um mehr Benefits wie mehr Urlaub, Home-Office-Tage, Fortbildungen oder ein Jobticket verhandeln. Die Verhandlungsexpertin rät in jedem Fall den Betroffenen, hartnäckig zu bleiben und weitere Gespräche zu führen, denn „sonst ändere sich nichts“. Hat man schlecht verhandelt, kann man laut Karriere-Experten auch im Nachhinein noch etwas herausholen. (Vivian Werg)
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