VonAndrea Stettnerschließen
Tomaten lassen sich ganz einfach selbst vorziehen. Ein warmer, heller Standort am Fenster ist dafür ideal. Doch ab wann startet man mit der Anzucht?
Tomatenpflanzen lassen sich entweder selbst heranzüchten oder im Fachhandel kaufen. Letzteres spart natürlich jede Menge Zeit, ist jedoch auch teurer und die Sortenauswahl ist beschränkt. Deshalb ziehen viele Hobbygärtner ihre Tomatenpflanzen lieber selbst vor. Damit sich aus den kleinen Samen große, kräftige Stauden mit vielen Früchten entwickeln, gilt es bei der Anzucht einige Punkte zu beachten.
Ab wann kann man Tomaten vorziehen?
Tomaten können bereits ab dem zeitigen Frühjahr vorgezogen werden.
- Anzucht für das Gewächshaus: Wer vorhat, seine Tomaten später in einem Gewächshaus unterzubringen, kann mit der Anzucht bereits ab Ende Februar beginnen. Die Pflänzchen dürfen dann ab April ins Gewächshaus umziehen, wo sie vor Frost geschützt sind.
- Tomaten fürs Freiland vorziehen: Tomaten, die Sie ins Beet oder auf den Balkon pflanzen wollen, sollten Sie frühestens ab Mitte/Ende März vorziehen. Der beste Zeitpunkt ist Anfang April. Ansonsten kann es passieren, dass die Tomaten bis zum Auspflanzen nach den Eisheiligen lange, dünne Triebe entwickeln – die Tomaten „vergeilen“. Zum Glück lassen sich viele vergeilte Tomatenpflänzchen noch retten.
Zu spät sollten Sie mit der Anzucht jedoch nicht beginnen – die Pflanze hat ansonsten nicht mehr genügend Zeit, viele Früchte auszubilden, was die Ernte schmälert.
Anleitung: So ziehen Sie Tomaten vor
Alles, was Sie zur Tomatenanzucht benötigen, ist eine Aussaatschale mit transparentem Deckel, die Sie mit Anzuchterde füllen. Diese Erde enthält weniger Nährstoffe, damit die Pflanzen nicht zu schnell, sondern kompakt und kräftig in die Höhe wachsen. Alternativ eignen sich auch einzelne Töpfchen beziehungsweise Multitopfplatten, oder alte Eierschachteln zur Tomatenanzucht. Das Pikieren, also Vereinzeln der kleinen Pflänzchen, ist so später meist gar nicht mehr nötig. Und so wird gesät:
- Füllen Sie die Anzuchtgefäße oder die Aussaatschale mit nährstoffarmer Anzuchterde.
- Legen Sie die Samen einzeln in die Töpfchen oder verteilen das Saatgut gleichmäßig in der Anzuchtschale. Der Abstand zwischen den Tomatensamen sollte etwa einen Zentimeter betragen.
- Bedecken Sie die Samen anschließend mit einer dünnen Schicht Erde, zum Beispiel mithilfe eines Siebs. Die Erde anschließend leicht andrücken.
- Zum Schluss vorsichtig gießen oder die Erde mithilfe einer Sprühflasche befeuchten, damit das Saatgut nicht weggespült wird.
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Der richtige Standort: Tomaten nach der Aussaat auf die Fensterbank stellen
Die gefüllte Anzuchtschale stellen Sie nun auf eine helle Fensterbank. Die Erde sollte immer leicht feucht bleiben und die Raumtemperatur am besten zwischen 22 und 24 Grad Celsius liegen. Dann sprießen die ersten Triebe bereits nach wenigen Tagen. Denken Sie daran, den Deckel täglich für etwa zwei Stunden zu entfernen. Ansonsten bildet sich schnell Schimmel auf der Erde.
Nach etwa zehn Tagen zeigt sich das erste Keimblatt. Dann stellen Sie die Tomaten in einen kühleren Raum, damit die Triebe nur noch langsam und kompakt weiterwachsen – 18 Grad Celsius sind ideal. Nun darf auch der Deckel entfernt werden. Spätestens beim zweiten Keimblatt geht's ans Pikieren der Tomatenpflanzen, bei dem die Jungpflanzen auseinandergesetzt und in größere Gefäße umgetopft werden, bevor sie spätestens Mitte Mai ins Freiland umziehen.
