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Dosentomaten sind in nahezu jedem Haushalt zu finden. Öko-Test hat in vielen Produkten ein Hormongift gefunden. Es kommt auf die Verpackung an.
Hamm - Wenn‘s schnell gehen muss beim Kochen, leisten Tomaten gute Dienste. Nudeln ins Wasser, Dosentomaten samt Gewürz in den Topf daneben, am Ende das eine über das andere kippen - fertig. In fast jedem Vorratsschrank finden sich Tomatendosen, doch die meisten Produkte sind mit Vorsicht zu genießen. Das renommierte Verbrauchermagazin Öko-Test hat geschälte Tomaten aus der Dose oder dem Glas (Testbericht in der Ausgabe Juli/2023) getestet. Fast jedes Produkt enthielt ein Hormongift.
Öko-Test: Hohe Mengen an Hormongift in Dosentomaten
Keine Pestizide, kaum Schimmelpilzgifte, außerdem kamen alle Tomaten - wie vom Hersteller angegeben - aus Italien. Soweit die schönen Ergebnisse des Tests von 20 Konserven mit geschälten Tomaten, davon acht aus Bio-Anbau und zwei in Gläsern. Dennoch vergaben die Experten von Öko-Test kein einziges Mal die Note „sehr gut“ und nur einmal „gut“.
Der Grund: Bisphenol A (BPA). 18 der 20 Produkte im Test - also 90 Prozent - enthielten zu hohe Mengen dieses Hormongifts, allesamt in Konservendosen. Nur zwei Produkte, deren Tomaten in Gläsern abgefüllt sind, waren frei von Bisphenol A. Wer also mit geschälten Tomaten nicht auch das Hormongift - egal in welcher Konzentration - mitessen möchte, sollte zu Tomaten aus dem Glas statt aus der Dose greifen. Das ist das Fazit von „Öko-Test“.
Test von geschälten Tomaten aus Dose und Glas - Nur einmal „gut“ von Öko-Test
Testsieger war ein Bio-Produkt: die kleinen geschälten Tomaten von La Selva Pomodorini Pelati aus dem Glas (2,61 Euro pro 400 Gramm). Zwar wurden hier teilweise Schimmelpilzgifte gefunden, allerdings nur in Spuren.
„Befriedigend“ gab es unter anderem für diese Produkte:
- Alnatura Ganze Tomaten, geschält
- Dennree Tomaten ganz, geschält
- Ja! Tomaten geschält (Rewe-Eigenmarke)
Dosentomaten im Test: Kriterien bei Bisphenol A waren sehr streng
Allerdings geben die Tester zu, bei Bisphenol A sehr strenge Kriterien angelegt zu haben. Sie richteten sich nicht nach noch bestehenden Grenzwerten, unter denen alle Hersteller bleiben. Stattdessen gelten für sie als Maßstab Gehalte nach allerneuesten Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, welcher Bisphenol-A-Gehalt unschädlich ist. Daran gemessen enthielten die beanstandeten Produkte 4 bis 28 Mal mehr an der empfohlenen Tageshöchstdosis.
Die Industriechemikalie Bisphenol A steht im Verdacht, das Hormonsystem zu beeinflussen und Brustkrebs, Übergewicht und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern zu befördern. Sie stammt aus Epoxidharzen, mit denen Konservendosen von innen lackiert werden und die in Lebensmittel wandern können.
Mineralwasser gilt als gesund. Eine Untersuchung von „Öko-Test“ zeigt jedoch, dass das nicht immer stimmt. Ein Medium-Wasser erhielt die Note „ungenügend“.
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