Gesünder und süßer

Warum Sie Ihre Tomatenpflanzen mit verdünntem Salzwasser gießen sollten

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Das Gießen der Tomaten mit Salzwasser verspricht laut Forschern besseren Geschmack und mehr gesunde Inhaltsstoffe. Aber auf die richtige Dosis kommt es an.

Sauberes Süßwasser wird auf der Welt zunehmend zu einem immer wertvolleren Gut, vor allem im Mittelmeerraum. Hier kam eine Studie der Wissenschaftler rund um Cristina Sgherri von der Universität Pisa gerade recht. Denn die interessierten sich für die Frage, welche Folgen es hat, wenn man Pflanzen mit Salzwasser gießt – davon ist im Meer ja genug vorhanden. Verdünnt angewendet, hatte es auf Tomaten viele positive Effekte. Wer zu viel mit Salzwasser gießt, kann allerdings den Boden versalzen.

Zwölf Prozent Meerwasser machen einen deutlichen Unterschied

Wenn den Kirschtomaten Aroma fehlt, hilft vielleicht etwas verdünntes Salzwasser.

Tomaten sind an sich schon gesund, sie enthalten zellschützende Antioxidantien wie die Vitamine C und E sowie Chlorogensäure und Liponsäure. Cristina Sgherri und andere Forscher fanden heraus, dass der Gehalt dieser Substanzen in reifen Cocktailtomaten ansteigt, wenn man die Sträucher mit salzhaltigem Wasser bewässert.

Dafür untersuchten sie die vollreifen Früchte von Kirschtomaten unterschiedlicher Genotypen, deren Gießwasser sie zuvor zu zwölf Prozent mit Meerwasser angereichert hatten. Die Cocktailtomaten bildeten im Gegensatz zu mit Süßwasser gegossenen Tomaten daraufhin kleinere Früchte, die es dafür in sich hatten: Ihr Trockengewicht war größer und die Nährstoffe waren stärker konzentriert, auch manche der in der Frucht natürlichen Zuckerarten.

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Tomaten reagieren auf Salz mit Schutzreflex

Die Theorie der Wissenschaftler war, dass die Tomatenpflanzen durch das Salzwasser in einen oxidativen Stress geraten und deshalb die Produktion an zellschützenden Stoffen erhöhen. Ein schöner Nebeneffekt könnte sein, dass Salzwasser hier zum Teil eine Alternative zu wertvollem Süßwasser ist.

Alte Tomatensorten: Zehn historische Exemplare, die Sie mal probieren sollten

Tomatensorte Schwarze Krim, aufgeschnitten
Die würzig-süße Schwarze Krim ist ein beliebter Klassiker unter den Fleischtomaten. © Panthermedia/Imago
Tomate Goldene Königin am Strauch
Gelbe Tomaten sind keine neue Züchtung: Die robuste ‚Goldene Königin‘ wird seit 1871 in Deutschland angebaut. © agefotostock/Imago
Tomaten-Sorte ‚Indigo Rose‘
Außen fast schwarz und innen rot: Die historische Sorte ‚Indigo Rose‘ sieht spektakulär aus und schmeckt würzig. © Panthermedia/Imago
Grün geflammte Tomaten-Sorte ‚Green Zebra‘
Die meist grün-gelb geflammte Sorte ‚Green Zebra‘ ist sehr bekannt und mit ihrem melonenartigen süßlichen Aroma auch sehr beliebt.  © Westend61/Imago
Cocktailtomate ‚Gelbes Birnchen‘
Die Cocktailtomate ‚Gelbes Birnchen‘ ist eine der ältesten heute bekannten Tomatensorten: Rund um 1800 kam sie in den USA auf den Markt und trägt ihre zahlreichen Früchte wie kleine Glühbirnen. © Pond5 Images/Imago
Tomatensorte Andenhorn am Strauch
Wer nicht genau schaut, könnte das ‚Andenhorn‘ mit einer Spitzpaprika verwechseln. Die Ur-Tomate aus Peru ist ideal für Soßen und Pizza. © Pond5 Images/Imago
Bauer erntet Tomaten der Sorte Ochsenherz im Gewächshaus
An der ‚Ochsenherz‘-Fleischtomate kommt keiner vorbei: Die beliebte russische Sorte wird durchaus mal ein Kilogramm schwer. © Rainer Unkel/Imago
Tomaten ‚Moneymaker‘ am Strauch
Der moderne Name täuscht: Die ‚Moneymaker‘ ist eine alte, saftige und ertragreiche Sorte aus England. © Pond5 Images/Imago
Tomate de Berao
Die Eiertomaten-Sorte ‚de Berao‘ wächst sehr schnell und hoch – und ist sogar tolerant gegen Krautfäule und Blütenendfäule. © agefotostock/Imago
Tomatensorte ‚Berner Rose‘
Die ‚Berner Rose‘ sieht nicht spektakulär aus, die Schweizer Sorte ist aber reichtragend und sehr aromatisch – ideal für Salate. © agefotostock/Imago

Diese Studie lässt sich natürlich nicht direkt auf den heimischen Tomatenanbau übertragen, aber einen kleinen Versuch an einer Pflanze ist es für Experimentierfreudige vielleicht wert. Wenn die Tomaten grundsätzlich zu wenig Aroma haben, kann man hier beim Gießen sonst noch mit etwas Backpulver nachhelfen.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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