Massensterben der Tierchen

Tote Hummeln unter Linden: Das sommerliche Hummelsterben hat einen Grund

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Im Hochsommer sind massenhaft tote Hummeln unter Linden zu finden. Warum sterben die Tierchen genau an dieser Stelle? Die Ursache ist klar.

Hamm - Alljährlich fragen sich viele, was es mit den vielen toten Hummeln auf sich hat. Im Hochsommer sterben nämlich massenhaft Hummeln unter den Linden. Doch wieso verenden die Tiere gerade dort? Sind die Bäume daran schuld? Was dahinter steckt.

Tote Hummeln unter Linden: Das steckt hinter dem sommerlichen Hummelsterben

Zunächst bestand die Annahme bei Forschern, dass die Linden schuld am Massensterben der Hummeln seien – vielleicht seien sie giftig für die Hummeln und sorgen daher für den Tod der Tierchen. In den 1990er Jahren hatten Forscher aus Münster laut geo.de 11.000 tote Hummeln unter Linden gesammelt. Unzählige Bäume seien daher in den 90er Jahren gefällt worden – in den Städten Deutschlands und NRW. Doch dann gingen Forscher dem Massensterben der Hummeln unter den Linden genauer nach.

In den späten 1970er Jahren bestand zunächst die Annahme, der Nektar der Linden beinhalte Zucker. Die Giftwirkung des Zuckers ist laut Angabe des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) auf Hummeln und Honigbienen bekannt. Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass kein Zucker im Nektar enthalten ist. Forscher der Universität Münster überprüften außerdem die toten Hummeln. Sie stellten laut Angabe des Nabu fest, dass die gestorbenen Tiere meist im besten Hummelalter waren. Ein Tod durch Überalterung konnte somit eher ausgeschlossen werden.

Was ist die Ursache für das Massensterben von Hummeln unter Linden?

Auch britische Forscher fanden bei einer Untersuchung kein Gift in den Körpern der Hummeln. Allerdings wurden Hinweise auf Koffein im Linden-Nektar laut dem Wissenschafts-Magazin festgestellt. Die Prognose: Koffein könne die Hummeln bei der Futtersuche zu Blüten leiten, die weniger ergiebig sind als gedacht. Das könnte für viele Hummeln während der Sommerzeit tödlich enden – wenn das Nahrungsangebot sowieso schlechter als sonst sei.

Die Wissenschaftler aus Münster haben zudem die Zuckerreserven in den Hummelkörpern gemessen. Hierbei sei festgestellt worden, dass die Energiereserven der Tierchen weitgehend aufgebraucht waren. Die Todesursache lautet also wie folgt: Laut Nabu verhungern die Hummeln. Doch wieso passiert das genau dort?

Hummeln verhungern unter Linden – Starke Konkurrenz bei Nahrungssuche

Zur Blühzeit der Silberlinde, Mitte oder Ende Juli bis Anfang August, ist das sonstige Nektarangebot sehr gering. „Man kann also annehmen, dass viele Hummeln während dieses Nektarlochs bereits so stark geschwächt sind, dass sie bei Entdeckung der Linden bereits für die Nahrungsaufnahme zu schwach sind“, heißt es auf der Website des Nabu. Die Hummeln retten sich also schon halb verhungert zu den duftenden Linden, so die Annahme.

Das Problem: Dort warten unter anderem Bienen, eine starke Konkurrenz für die Hummeln. Viele der geschwächten Tierchen haben somit keine Chance und sterben. Bienen legen nämlich anders als Hummeln Vorräte an – sie sind somit laut Nabu seltener vom Tod durch Nährstoffmangel betroffen als Hummeln.

Was kann man tun, um das Hummelsterben zu verhindern?

Was kann man tun, um den Hummeln zu helfen? Das Wissenschaftsmagazin Geo empfiehlt, wilde Blütenpflanzen im Garten zu pflanzen beziehungsweise nicht zu entfernen, damit die Hummeln dort Nektar finden und genug Nahrung aufnehmen können.

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa

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