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Haben Katzen Trennungsangst, wenn wir sie verlassen? Vermissen sie uns?

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Katzen sind Gewohnheitstiere. Sie lieben es, alles an Ort und Stelle vorzufinden. Wenn der Besitzer geht oder plötzlich nicht mehr da ist, sind sie irritiert. Aber vermissen sie uns auch?

Auch wenn Katzen als freiheitsliebende und selbstständige Haustiere gelten, bedeutet das nicht, dass ihnen ihre Menschen egal sind. Zwar scheint es, dass sie gerne alleine sind oder sich selbst sogar als Herren des Hauses betrachten, haben sie ihre Halter sehr gerne, zeigt eine Studie. Und zwar so sehr, dass, wenn diese gehen, Katzen tatsächlich Angst bekommen, verlassen zu werden.

Wenn Sie gehen, sollte die Katze die Möglichkeit haben, nach draußen sehen zu können.

Katze hat Angst, verlassen zu werden: Studie zeigt Erstaunliches

Forscher der brasilianischen Universidade Federal de Juiz de Fora haben in ihrer Untersuchung 2020 festgestellt, dass Katzen uns sehr wohl vermissen, wenn wir weggehen. Dazu befragten sie 130 Katzenbesitzer zum Verhalten ihrer insgesamt 223 Katzen. Das Ergebnis: 30 Stubentiger sollen Symptome von Trennungsangst aufgewiesen haben. Das zeigt, dass auch Samtpfoten eine starke Bindung zu ihren Menschen aufbauen und diese oftmals mehr vermissen, als die Besitzer glauben.

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Haben die Tiere das Gefühl, verlassen zu werden, zeigen sie trennungsbedingte Verhaltensstörungen. Doch wie äußern sich diese? Die Wissenschaftler haben folgende Auffälligkeiten bei den untersuchten Katzen mit Trennungsangst entdecken können:

  • Zerstörerisches Verhalten
  • Dauermiauen
  • Wasserlassen
  • Koten
  • Depressive Verstimmungen
  • Aggressivität
  • Vermehrten Bewegungsdrang
  • Unsauberkeit oder übermäßige Fellpflege

Doch was tun, wenn man diese Symptome bei seiner eigenen Samtpfote entdeckt? Zuerst sollten Sie die Ruhe bewahren und klären, ob etwa Unsauberkeit, eine nervöse Unruhe oder Aggressivität Anzeichen für körperliche Krankheiten sein könnten. Ist beispielsweise eine Katze schon älter und dement, vergisst sie viel, etwa, sich zu pflegen oder wo ihre Toilette ist.

Trennungsangst bei Katzen: Das sollten Besitzer tun

Ist der Stubentiger gesund, sollten Sie dafür sorgen, dass sich Ihre Katze alleine beschäftigt, wenn Sie weggehen. Bei der Studie hatte sich schließlich gezeigt, dass besonders Katzen unter Trennungsangst litten, die kein Spielzeug oder andere Artgenossen hatten. Auch Besitzer selbst sollten ihr Verhalten überdenken.

Katzensprache verstehen: Zehn Signale, die zeigen, dass Ihre Katze Sie liebt

1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein.
1. Zeichen: Fühlen sich Katzen in der Nähe ihres Menschen pudelwohl, fordern sie meist ausgiebige Kuscheleinheiten ein. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Im Allgemeinen gelten Katzen als sehr intelligent.
2. Zeichen: Schnurrt eine Katze beim Schmusen, ist das ein eindeutiger „Liebesbeweis“. (Symbolfoto) © Westend61/Imago
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied.
3. Zeichen: Reibt Ihre Katze an den Beinen entlang, verteilt sie bestimmte Duftstoffe und markiert Sie damit als geliebtes Familienmitglied. (Symbolbild) © Ardea/Imago
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert.
4. Zeichen: Mit einem „Katzenkuss“ drücken Samtpfoten ihre Liebe aus. Das machen sie oft, wenn man sich ihrem Gesicht mit der Stirn nähert. (Symbolbild) © Westend61/Imago
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher.
5. Zeichen: Ihre Katze legt sich beim Kraulen auf den Rücken? Dann fühlt sie sich geborgen und sicher. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild)
6. Zeichen: Drücken Katzen ihre Vorderpfoten abwechselnd auf den Boden, ist das ein klares Signal für Wohlbefinden. Der Milchtritt ist ein Verhalten aus der Kinderstube. (Symbolbild) © Shotshop/Imago
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild)
7. Zeichen: Tiefe Zuneigung zeigen Katzen, wenn sie Ihnen beim Streicheln die Hand oder den Arm abschlecken. Gegenseitiges Putzen ist unter Samtpfoten ein wichtiger Bestandteil des Sozialverhaltens. (Symbolbild) © Imaginechina-Tuchong/Imago
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste.
8. Zeichen: Wenn Ihre Katze beim Streicheln vorsichtig an der Hand knabbert, tut sie das nicht, um Sie zu verletzen. Denn der „Liebesbiss“ ist eine zärtliche Geste. (Symbolbild) © Westend61/Imago
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad.
9. Zeichen: Ihre Katze liebt es, ausgelassen mit Ihnen zu spielen? Herzlichen Glückwunsch! Dann sind Sie ein geliebter Spielkamerad. (Symbolbild) © Westend61/Imago
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht.
10. Zeichen: Schläft Ihre Katze auf dem Schoß ein, zeigt sie damit vollkommenes Vertrauen in Sie. Mehr Liebe geht nicht. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Wenn Sie gehen, ist es ratsam, kein großes Tamtam zu machen und Stress und Hektik zu vermeiden, bevor Sie das Haus verlassen. Das könnte sonst bei der Katze den Eindruck hinterlassen, zurückgelassen zu werden. Zudem hilft es der Katze, wenn sie, etwa auf einem breiten Fensterbrett, nach draußen sehen kann, um die Umgebung zu beobachten. Katzen können übrigens bereits im Kittenalter eine Trennungsangst ausbilden, wenn sie zu früh von der Mutter getrennt werden.

Rubriklistenbild: © Slavek Ruta/Imago

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