Rechte im Supermarkt

Trick bei Pfandrückgabe: Was tun, wenn der Automat die Flaschen wieder ausspuckt?

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Die Pfandrückgabe kann nervig sein – besonders dann, wenn der Automat die Flaschen einfach wieder ausspuckt. Doch Supermarkt-Kunden haben dann ein bestimmtes Recht.

Das angesammelte Pfand beim Automaten im Supermarkt zurückzugeben, erscheint vielen Kunden als lästig. Zwar gibt es Tipps und Tricks, wie der Vorgang leichter von der Hand geht, doch was, wenn die Leergut-Station die Pfandflaschen einfach wieder anspuckt? Kunden von Kaufland, Lidl haben dann besondere Rechte.

Denn längst nicht immer tut der Pfandautomat das auch mit Recht, wie die „Deutsche Presse-Agentur“ (dpa) berichtet. Tristan Jorde, Verbraucher-Experte, beschäftigt sich von Berufs wegen mit den Regeln rund ums Pfand. Er erklärt auch, warum Supermarkt-Kunden auf die Cent-Beträge bestehen sollte – auch wenn der Automat mal wieder muckt.

Pfandautomat spuckt Flaschen wieder aus: Diese Rechte haben Supermarkt-Kunden

Was also können Kunden tun, wenn der Automat die Flasche zu Unrecht wieder ausspuckt? Wenn der Automat zum Beispiel das Gebinde nicht erkennen kann, da sich die Flasche in einem desolaten Zustand befindet? „Solange das Pfand-Logo erkennbar ist und die beschriebenen Bedingungen erfüllt sind, dann müssen Märkte das Pfand auszahlen. Dabei ist wurscht, ob die Dose oder Flasche zerdrückt ist, und wurscht, ob sie sonderlich schmutzig ist oder sonst irgendetwas“, erklärt Jorde.

Kunden machen sich unwissend strafbar: Was beim Einkauf verboten ist

Frau riecht an einer Shampoo-Flasche im Supermarkt
An Shampoo oder Duschgel schnuppern ist so lange erlaubt, wie die Flasche ohne Makel wieder zurück ins Regal wandert. © imago stock&people
Kleinkind zo¤hlt Geldscheine in Euro auf dem Boden, 12.10.2020, Copyright: x9fotoartx Panthermedia25740568
Geld, das im Supermarkt auf dem Boden gefunden wird, darf nicht einfach behalten werden - es zählt als Besitz des Geschäfts. © 9fotoart via imago-images.de
zerbrochene Glasflasche auf dem Boden, Deutschland broken glass bottle on stone ground, Germany BLWS612760 Copyright: xb
Wem ein Produkt herunterfällt und kaputt geht, ist aus Kulanz dazu verpflichtet, dies auch zu melden. © fotototo via www.imago-images.de
Foto Manuel Geisser 20.04.2022 Schweizer Einkaufstourismus .Fleischmarkt. Bild : Fleisch - Hamstereinkauf Discounter Sup
Gibt es ein bestimmtes Produkt im Angebot, so darf man es nicht in rauen Mengen kaufen, damit andere Kunden auch noch von der Aktion profitieren können.  © IMAGO/MANUEL GEISSER
Finanzen Euromünzen Finanzen Euromünzen Copyright: xZoonar.com/stockfotos-mgx 19588047
Viele nutzen den Einkauf auch dazu, das ganze Kleingeld loszuwerden. Doch tatsächlich müssen Kassierer nicht mehr als 50 Münzen pro einem Einkauf annehmen. © IMAGO/Zoonar.com/stockfotos-mg
26.02.2023. Düsseldorf. EuroShop Messe in Düsseldorf. Düsseldorf Messe Nordrhein-Westfalen Deutschland *** 26 02 2023 Dü
Lebensmittel können nicht zurückgegeben oder umgetauscht werden, außer wenn das Produkt beim Kauf bereits abgelaufen war oder andere Mängel vorliegen. © IMAGO/Oliver Langel Duesseldorf Germany
verschiedene frische Broetchen various fresh bread rolls BLWS681780 *** Miscellaneous Freshness Brooches Various Fresh B
Unverpackte Lebensmittel anfassen und wieder zurücklegen ist nicht erlaubt. Das Anfassen verpflichtet zum Kauf. © IMAGO/R. Rebmann
Düsseldorf 04.11.2022 Einkaufen shoppen Einzelhandel Einkaufstaschen Einkaufstüten Stoffbeutel Jutetasche Jutebeutel Ba
Beim Einkaufen eine eigene Tasche benutzen und die Artikel vor dem Bezahlen dort zu lagern, ist für fast alle selbstverständlich. Eigentlich ist dies aber nicht erlaubt, doch in den meisten Fällen überall okay. © IMAGO/Michael Gstettenbauer
Gemüse Frische Möhren im Bund *** Vegetables Fresh carrots in bunch Copyright: xmix1pressx
Das Entfernen des lästigen Grün an Karotten oder Kohlrabi ist erst nach dem Wiegen erlaubt, da es zum Kilopreis mit einberechnet wird. © IMAGO/mix1press
Einkaufswagen und Mülltonnen Einkaufswagen und Mülltonnen, 23.03.2023, Borkwalde, Brandenburg, Neben Abfalltonnen von Re
Den vollen Einkaufswagen bis mit nachhause nehmen? Das ist leider strengstens verboten und zählt als Diebstahl - auch wenn er wieder zurückgebracht wird. © IMAGO/Sascha Steinach
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Kleiderregel beim Einkaufen: gibt es eigentlich nicht. Dennoch können Menschen die nach Ansicht des Supermarktes nicht angemessen Angezogen sind und beispielsweise Barfuß oder Oberkörperfrei einkaufen, auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht werden. © IMAGO/Evrymmnt
Einkauf in einem Supermarkt oder Discounter zu Zeiten von Inflation. Gemuese; Gemuesetheke; Frischgemuese; Grundnahrungs
Viele Kunden verzehren Ware schon vor dem Kauf und bezahlen dann die leere Verpackung. Das ist eigentlich verboten und entspricht nicht den gesetzlichen Bestimmungen. © IMAGO/Martin Wagner
Man trying to eat a bunch of grapes. Copyright: xNomadSoulx Panthermedia28078414 ,model released, Symbolfoto
Auch Obst und Gemüse darf vor dem Kauf nicht einfach probiert werden. © NomadSoul via www.imago-images.de
Käsewürfel in einer braunen Holzschale
An Fleisch- und Käsetheke gibt es oft kleine „Probierele“. © imago stock&people
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Um zu testen oder nachzuprüfen, ob ein Produkt vollständig ist, darf die Verpackung geöffnet werden. Das gilt jedoch nur, wenn die Verpackung dabei nicht beschädigt wird und das Produkt danach noch problemlos verkauft werden kann. Ausnahme sind eingeschweißte „Einzelflaschen“. © IMAGO/Maksim Konstantinov
Düsseldorf 03.02.2023 Kiosk nationale Zeitungen Zeitschriften Meinungsvielfalt Lesestoff Kiosk Auflage Zeitungsauflage
Oftmals sieht man Menschen in Zeitungen blättern, die dann wieder zurückgelegt werden. Auch das ist bei Kaufland nicht erwünscht. © IMAGO/Michael Gstettenbauer

Jorde rät in einem solchen Fall zum Gang zum Filial-Personal. „Der Automat kann die Arbeit im Supermarkt erleichtern, aber nicht abnehmen. Lehnt er ein Gebinde ab, das der Markt zurücknehmen müsste, müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Pfand manuell zurückerstatten.“ Schließlich habe der Kunde das Pfand zuvor selbst bezahlt.

Rückgabe von Alu-Dosen? Diese Richtlinien gelten, wenn der Pfandautomat sie ausspuckt

Laut dem Verbraucher-Experten gibt es jedoch wenige Ausnahmeregeln, bei denen die Märkte die Pfandrückgabe generell ablehnen dürfen – das betrifft auch andere Getränke wie Cola, Bier und Co. Betroffen sind oftmals zum Beispiel Einweg-Aludosen. Führt ein Markt diese nicht im Sortiment, darf er die Rückgabe auch ablehnen. Schon eine einzelne Einweg-Aludose im Sortiment bewirkt jedoch laut Jorde, „dass alle Einweg-Aludosen zurückgenommen werden müssen. Verkauft er aber keine Einweg-Aludosen, muss er sie auch nicht annehmen.“

Demnach hängt es vom Material des Pfandprodukts ab, welche Verpackungen zurückgegeben werden dürfen. Laut dem Verbraucher-Experten muss „der Markt Einwegverpackungen in einem bestimmten Material wie Glas oder Plastik […] zurücknehmen, unabhängig davon, ob er die konkrete Marke verkauft.“

Rückgabe von Pfand: Wann Supermärkte ablehnen dürfen

Aber Vorsicht: Eine Ausnahme gibt es dennoch. Märkte mit einer Fläche von weniger als 200 Quadratmeter Verkaufsfläche, wie Kioske zum Beispiel, müssen laut Gesetz lediglich die Marken zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment haben.

Auch bei Mehrweg-Pfand sieht es in Sachen Pfandrücknahme ein wenig anders aus. Dazu zählen zum Beispiel auch die klassischen Bierflaschen aus Glas. Hier dürfen die Supermärkte ablehnen, wenn sie die Marke selbst nicht im Sortiment führen, obwohl es auch andere Produkte in Glasflaschen gibt. Das gilt übrigens auch für Angebotsware. Flaschen, die also noch etwa eine Woche zuvor verkauft wurden, aber anschließend nicht mehr im Sortiment geführt werden, müssen nicht zurückgenommen werden.

Warum Verbraucher auf ihr Pfandgeld achten sollten

Außerdem gibt es laut Jorde einen Grund, weshalb Kunden auf ihr Pfandgeld achten sollten: Für den ein oder anderen Verbraucher mag der Verlust des Flaschenpfandes zwar nur Pfennig-Geschäft sein, doch auf der Gegenseite spricht man vom sogenannten „Pfandschlupf“. Eine grobe Schätzung berechnet, dass die Getränkeindustrie durch nicht erstattetes Pfand im Jahr rund 300 Millionen Euro Extrageld verdient.

Rubriklistenbild: © Bernd Feil/imago / Kaufland / Collage: echo24.de

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