Chronobiologie

Schlaf-Experte: „Wer abnehmen will, soll früher schlafen gehen“

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Ausreichend Schlaf ist für die Gesundheit besonders wichtig. Wer früh genug ins Bett geht, unterstützt damit seinen Stoffwechsel.

Im Rahmen der Chronobiologie untersuchen Wissenschaftler die Zyklen und Funktionsweisen der Inneren Uhr im menschlichen Körper. Während viele dieser Prozesse immer noch unklar sind, steht mittlerweile fest, dass äußere Umstände einen maßgeblichen Einfluss auf den Stoffwechsel und damit auf das Gewicht haben. So macht es beispielsweise nicht nur einen Unterschied, wann man isst, sondern auch, um welche Uhrzeit man zu Bett geht. Warum Sie am Abend besser auf eine ausgiebige Mahlzeit verzichten sollten und warum regelmäßige Schlafenszeiten wichtig sind, erfahren Sie hier.

Chronobiologischer Rhythmus beeinflusst Stoffwechsel, Körpertemperatur und Hormone

Wer sein Gewicht halten oder sogar abnehmen möchte, sollte im Alltag auf genügend Schlaf achten. Denn der Stoffwechsel benötigt ausreichend Erholung.

Zahlreiche Vorgänge im Körper sind auf den chronobiologischen Rhythmus ausgerichtet. Die innere Uhr steuert den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Hormone, die Körpertemperatur und sogar den Stoffwechsel. Diese Zyklen haben damit auch Auswirkungen auf das Körpergewicht. Denn was und zu welcher Uhrzeit wir essen, beeinflusst, ob wir zu- oder abnehmen. „Es gibt Studien, die gezeigt haben, dass jemand, der bestimmte Nahrungsmittel am Morgen isst, kontinuierlich abnimmt, sofern man nicht zu viel davon isst. Wenn dieselbe Person das Gleiche in der gleichen Menge am Abend isst, nimmt sie aber zu“, erklärt der Chronobiologe Maximilian Moser, Physiologe an der Med-Uni Graz und Autor des Buchs „Vom richtigen Umgang mit der Zeit: Die heilende Kraft der Chronobiologie“ gegenüber dem Standard.at.

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Abnehmen: Acht ungesunde Angewohnheiten, die Ihnen schaden

Man with hand on head lying in bed model released, Symbolfoto, VSNF00376
Ausreichend Schlaf ist nicht nur für die Psyche besonders wichtig. Wer zu wenig schläft, merkt dies möglicherweise auch an seinem Gewicht. Ein Schlafmangel ist für den Körper purer Stress. Die Folge: Es wird vermehrt das Stresshormon Cortisol ausgeschüttet, welches den Appetit anregt und zu Heißhungerattacken führt.  ©  Westend61/Imago
Frau isst zuckerhaltigen Muffin
Eine Süßigkeit nach dem Mittagessen ist völlig in Ordnung, wenn es dabei bleibt. Wer allerdings über den Tag hinweg immer wieder zu Schokolade und Co. greift, sollte besser ganz darauf verzichten. Besser sind frisches Obst, fruchtige Tee oder Trockenobst, um die Gelüste zu stillen.  © Jose Carlos Ichiro/Imago
Ein müder Arbeitnehmer sitzt an seinem Laptop und reibt sich die Augen.
Menschen, die zu viel Zeit im Sitzen verbringen, nehmen nicht nur schneller zu. Auch die Wahrscheinlichkeit, an chronischen Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Beschwerden und Diabetes zu erkranken steigt. Wer ständig vor dem Bildschirm sitzt, sollte daher versuchen, Bewegung bewusst in den Alltag einzubauen.  © Josep Suria/Imago
Eine junge Frau hält eine Schüssel mit Müsli zum Frühstück in den Händen.
Ist es am Morgen stressig, kann es schnell passieren, dass keine Zeit mehr für das Frühstück bleibt. Wer abnehmen möchte, sollte allerdings mit einer ausgewogenen Mahlzeit in den Tag starten. Eine Kombination aus Kohlenhydraten, Proteinen und Vitaminen – zum Beispiel in Form eines Müslis mit Joghurt und Obst – versorgt den Körper mit ausreichend Energie und beugt Heißhungerattacken vor.  © Cavan Images/Imago
Zwei Personen joggen
Ausdauersport wie Laufen oder Radfahren hilft, Kalorien zu verbrennen. Das Muskeltraining sollte allerdings nicht vernachlässigt werden. Grund dafür ist, dass die gewonnene Muskelmasse den Fettstoffwechsel auch im Ruhestand positiv beeinflusst. Die Folge: Je mehr Muskeln bereitstehen, umso mehr Fett verbrennt der Körper.  © Westend61/Imago
Ein Paar stößt mit einem Glas Wein an.
Egal ob es sich um das Feierabendbier handelt oder das Glas Rotwein am Abend – Alkohol gehört für viele Menschen zum täglichen Ritual. Wer keinen oder nur wenig alkoholische Getränke zu sich nimmt, lebt jedoch nicht nur gesünder. Auch die persönlichen Abnehmziele können deutlich einfacher erreicht werden.  © Imago
Eine Hand voller Mandeln
Vermeiden Sie aus Langeweile zu essen. Gesunde Snacks wie Rohkost und Nüsse sind eine gesunde Alternative für zuckerhaltige Knabbereien. Besser ist es nur, sich das Snacken aus Langeweile direkt abzugewöhnen.  © Bernd Feil/Imago
Obst, Gemüse, Nüsse: Gesunde Lebensmittel zum Abnehmen.
Zu große Portionen verleiten dazu, auch mehr zu essen. Dabei hilft ein einfacher Tipp: Mit kleineren Tellern lässt sich auch weniger auftischen. Bevor man sich überlegt, nochmal nachzuschlagen, sollte man zudem kurz warten und beispielsweise erst mal ein Glas Wasser trinken.  © Tanya Yatsenko/Imago

Rund ein Drittel aller Menschen sind dem Experten zu Folge entweder ein extremer Morgen- oder ein extremer Abendmensch. Alle anderen befinden sich in der Mitte – sie gehören weder zu den sogenannten Lerchen oder Eulen. Zu welcher Gruppe jemand gehört, hat Auswirkungen auf die Ernährung. Beispielsweise tendieren Eulen dazu, etwas später zu frühstücken als Lerchen. Trotzdem sollten Abendmenschen keinesfalls erst am Abend essen. Denn die Uhrzeit, zu der eine Mahlzeit gegessen wird, beeinflusst den Stoffwechsel. Es ist daher nicht nur entscheidend, wie viel jemand isst, sondern auch wann. Am Abend ist der Körper beispielsweise mehr auf Speicher eingestellt. Späte Mahlzeiten können daher eher auf die Hüften schlagen.

Chronobiologie: Dem Körper in der Nacht Ruhe gönnen

Egal zu welchen Chrono-Typ Sie gehören, für alle gilt die alte Regel: „Frühstücken wie ein König, Abendessen wie ein Bettler“. Vor allem sollte man nicht zu spät essen. Grund dafür ist, dass der Körper am Morgen auf Verbrennen, auch Katabolie genannt, eingestellt ist. Nahrung wird in dieser Zeit in höherem Maß in Wärme umgewandelt. Am Abend befindet sich der Organismus in einer Abkühlungsphase. Der Stoffwechsel arbeitet anabol und die angebotenen Nährstoffe werden eher gespeichert. Das Frühstück am Morgen weglassen und dafür am Abend viel essen ist daher keine gute Idee.

Ist die Körpertemperatur an ihrem Tiefpunkt angekommen, ist nun der richtige Zeitpunkt zum Einschlafen, weiß der Chronobiologe Maximilian Moser. „Messungen der Körperkerntemperatur bestätigen diesen Rhythmus. Beim Morgentyp erreicht sie ihr Minimum gegen zwei Uhr früh, beim Abendtyp etwa zwei Stunden später gegen vier Uhr früh. Der Mitteltyp hat den Tiefpunkt um drei Uhr morgens. Das Maximum der Kerntemperatur ist dann jeweils zwölf Stunden später, also am Nachmittag“, sagt Maximilian Moser.

Schlaf-Rhythmus: Regelmäßiger und ausreichender Schlaf hilft beim Abnehmen

Bereits seit Jahren ist bekannt, dass zu wenig Schlaf oft mit einer Gewichtszunahme verbunden ist. Regelmäßiger und ausreichender Schlaf ist zudem meist mit geringerem Körpergewicht verbunden. „ Ein ganz wichtiger Ansatzpunkt ist es, regelmäßig und relativ früh schlafen zu gehen. Es hat sich klar gezeigt, dass regelmäßiger ausreichender Schlaf mit geringerem Körpergewicht verbunden ist. Da kann man schon einmal ohne Qual mit einfachen Mitteln eine Verbesserung erreichen“, erklärt Maximilian Moser.

Britische Wissenschaftler fanden in einer Studie heraus, dass ein Zusammenhang zwischen der durchschnittlichen Schlafdauer und gesundheitsrelevanten Faktoren wie dem BMI, dem Taillenumfang und verschiedenen Blutwerten besteht. Wie eine Studie von 2019, die im Journal of Neuroscience erschienen ist, berichtet, gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Schlafmangel und dem neuronalen Belohnungssystem im Gehirn: Wer zu wenig schläft, greift eher zu fettigen und süßen Lebensmitteln, anstatt sich gesund zu ernähren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) betont jedoch, dass für eine erfolgreiche Gewichtsabnahme vor allem die gesamte Energiezufuhr über den Tag entscheidend sei.

Schlaf-Experte: Hochwertige Lebensmittel in die Ernährung integrieren

Bei der Ernährung empfiehlt der Experte darauf zu achten, möglichst viele hochwertige Lebensmittel in den Speiseplan zu integrieren. Nahrungsmittel, die einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren haben, wirken entzündungshemmend im Körper. Da das Fettgewebe für stille Entzündungen im Körper verantwortlich ist, ist es daher sinnvoll, auf eine ausreichende Omega-3-Zufuhr zu achten. Wer nicht ganz auf das Abendessen verzichten kann, muss sich nicht quälen. Schon eine kleinere Menge mehr eiweißreiche Kost oder ein Snack aus frischem Obst können Wunder wirken.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © AntonioGuillem/IMAGO

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