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Die perfekte Uhrzeit für den Stuhlgang: Warum Sie morgens Ihr Geschäft verrichten sollten

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Das große Geschäft wird oft nur dann zum Gesprächsthema, wenn einen Verstopfung oder Durchfall plagen. Doch sich mit dem Toilettengang näher zu beschäftigen, lohnt sich.

Die einen müssen mehrmals am Tag, andere nur alle paar Tage: Wie häufig man Stuhlgang hat, ist individuell verschieden. Dreimal täglich bis hin zu dreimal wöchentlich wird der AOK zufolge als „normal“ eingestuft. Auch die Form des Stuhls kann individuell sehr unterschiedlich sein und hängt vor allem vom Ess- und Trinkverhalten ab. Als gesund und normal stuft die Apotheken Umschau Ausscheidungen ein, die wurstförmig sind. Auch nicht zusammenhängende Klümpchen seien völlig in Ordnung, wenn man öfter am Tag muss.

Doch wie verhält es sich eigentlich mit der Tageszeit? Gibt es die perfekte Uhrzeit für das große Geschäft? Ja, wenn es nach Gastroenterologen Dr. Kenneth Koch geht. Der Darm-Experte arbeitet für das Atrium Health Wake Forest Baptist, ein gemeinnütziges Gesundheitssystem in den USA.  

Auch nachts ist der Darm aktiv – morgendlicher Stuhlgang ist oft die Folge

Gegenüber der Zeitschrift Women‘s Health erklärte Koch, dass es für den Körper am gesündesten sei, morgens sein großes Geschäft zu verrichten. Nachts würden Dünn- und Dickdarm alles verarbeiten, was wir am Tag zuvor gegessen haben, wird Koch von der Plattform vital zitiert. Kurz nach dem Aufstehen sei der Körper bereit, die unverdaulichen Nahrungsteile auszuscheiden, so die weitere Erklärung. Wer diesen natürlichen Rhythmus für sich nutzt, startet leichter in den Tag – im wahrsten Sinne des Wortes.

Es gibt sie, die beste Uhrzeit, um sein großes Geschäft zu verrichten.

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Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird der Verdauung eine bestimmte Uhrzeit zugeordnet. So läuft TCM-Ärzten zufolge zwischen sieben und neun Uhr morgens die Verdauung auf Hochtouren. In dieser Zeit tut sich der Körper entsprechend auch leichter, Überflüssiges auszuscheiden.

Was hat es mit der „chinesischen Organuhr“ auf sich?

Die chinesische Organuhr ist ein Konzept aus der Traditionellen Chinesischen Medizin. Jedem Organ wird dabei entsprechend seines Aktivitätslevels eine bestimmte Tageszeit zugeordnet. Zum Beispiel ist die Leber von 1:00 bis 3:00 Uhr nachts am aktivsten, die Lunge von 3:00 bis 5:00 Uhr und so weiter.

Sie möchten Ihren Stuhlgang „timen“?

Es ist tatsächlich möglich, den Körper auf regelmäßigen Stuhlgang zu einer bestimmten Zeit hin zu trainieren. Ein geregelter Tagesrhythmus ist dafür förderlich. Essen Sie entsprechend Ihres Energiebedarfs und zu festen Uhrzeiten. Auch wenn der Wecker täglich zur gleichen Zeit morgens klingelt, erhöht das die Chance auf morgendlichen Stuhlgang. Dafür notwendig: Lassen Sie keinen Stress aufkommen und gehen Sie entspannt Ihrer Morgenroutine nach. Denn Stress verhindert gesunden Stuhlgang.

„Psychische Belastungen und Stress aktivieren über das Bauchhirn die Darmtätigkeit, lösen Krämpfe, Blähungen, Durchfall und Verstopfung aus“, zitiert die Apotheken Umschau Professor Winfried Häuser, Experte für Psychosomatik am Klinikum Saarbrücken.

Wer nachhelfen möchte, kann ein großes Glas lauwarmes Wasser nach dem Aufstehen trinken. Dies fördert die Darmtätigkeit. Auch Kaffee wirkt anregend auf die Verdauung.

Joghurt, Haferflocken, Brokkoli, Blumenkohl: Welche zehn Hausmittel gegen Verstopfung helfen

Schale mit Haferflocken
Tun Sie Ihrem Darm gerne schon zum Frühstück etwas Gutes und beugen Verstopfung vor: Ideal ist hier eine Portion Haferflocken, da die darin enthaltenen Ballaststoffe die Verdauung anregen. Mittlerweile allseits beliebt als Haferschleim, sogenanntes Porridge, nur mit Wasser oder gemischt mit Wasser und Milch (Verhältnis 2:1) zubereitet, da Milch in zu großen Mengen wiederum Blähungen und Verstopfung hervorrufen kann. Was vielen auch schmeckt, sind Haferflocken mit... (Symbolbild) © Anna Bogush/Imago
Naturjoghurt mit Beeren und etwas Müsli in einem Glas.
...Naturjoghurt! Dieser ist ideal, um den Stoffwechsel anzuregen und wirkt wahre Wunder, wenn es um Verstopfungen geht. Gleichzeitig hilft natürlicher Joghurt mit seinen probiotischen Milchsäurebakterien, die Darmflora aufzubauen. Gerne auch mit frischen Blaubeeren kombinieren, diese helfen zusätzlich gegen Verstopfung und wirken leicht abführend. (Symbolbild) © Petra Schneider-Schmelzer/Imago
Ein Glas Apfelsaft ist gut für die Verdauung und hilft gegen Verstopfung.
Für eine gute Verdauung ist es immer wichtig, viel zu trinken, ca. zwei Liter pro Tag, allem voran Wasser. Um Verdauungsproblemen und Verstopfung vorzubeugen, kann ein leckerer Apfeldirektsaft den Darm ankurbeln – warum nicht gleich am Morgen mit einem Glas in den Tag starten! Im besten Fall erst nach vier bis fünf Schlucken warmem Wasser, das nach dem Aufstehen und auf leeren Magen getrunken wird, so wird der Stoffwechsel angekurbelt. (Symbolbild) © Andreas Berheide/Imago
Schüssel mit Löffel Leinsamen
Was nicht nur zusätzlich zum morgendlichen Haferflocken-Porridge schmeckt, sondern auch wunderbar gegen Verstopfung hilft, sind Leinsamen. Ca. zwei Esslöffel in den Haferschleim hinzugegeben, unterstützt es den Darm und die Verdauung und hält sogar noch lange satt! (Symbolbild) © LMykola/Imago
Brokkoli-Erbsen-Salat in einer Schüssel
Zeit für Mittagessen! Wie wäre es mal mit einem gedünsteten Brokkoli-Erbsen-Salat? Beides ist reich an Ballaststoffen und bringt die Verdauung auf Trab. Zudem ist grünes Gemüse reich an Antioxidantien, wodurch sogenannter oxidativer Stress im Körper reduziert wird. Guten Appetit mit viel Entspannung inklusive! (Symbolbild) © CSP_fanfo/Imago
Kirschen in der Schale
Als erfrischender Nachtisch zu Mittag kommen dann noch Kirschen auf den Tisch. Sie schmecken nicht nur lecker, sondern beugen auch Verstopfung vor, indem sie mit ihrem hohen Ballaststoffanteil die Verdauung anregen. Gleichzeitig haben Kirschen einen höheren Kaliumgehalt und wirken somit leicht entwässernd. Gerade an heißen Tagen eine echte Erleichterung, da es somit Beinschwellungen entgegenwirkt. (Symbolbild) © Martin Wagner/Imago
Eine Schale mit Pflaumen
Kleiner Zwischensnack gefällig? Dann dürfen es ruhig frische oder getrocknete Pflaumen sowie Pflaumensaft sein. Dieses Steinobst ist bekannt für seine abführende Wirkung. Frische Pflaumen wirken gleichzeitig noch harntreibend. (Symbolbild) © CHENG ZHI PENG/Imago
Flohsamen in der Schüssel
Ein Teelöffel Flohsamen zum Saft hinzugegeben oder mit Wasser vermischt, wird der Stoffwechsel zusätzlich in Schwung gebracht. Verstopfungen lösen sich, dem Darm geht es besser. (Symbolbild) © Birgit Reitz-Hofmann/Imago
Sauerkraut im Top
Für den Hunger zwischendurch bietet sich eine kleine Portion Sauerkraut, pur mit Kümmel oder in Form von Saft an. Es gibt Energie und hilft auch gegen Verstopfung und Verdauungsbeschwerden. (Symbolbild) © Dar1930/Imago
Blumenkohlsuppe
Zum Abendessen gibt es nun eine köstliche und leichte Blumenkohlsuppe, in Gemüsebrühe. Mit Stoffwechsel-anregender Paprika verfeinert, haben Verdauungsprobleme und Verstopfung keine Chance. (Symbolbild) © GoooDween123/Imago

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Christoph Hardt/Imago

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