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Viele Berufe sind gut bezahlt, aber kaum gefragt: Vom Bestatter bis zum Metzger – diese Tätigkeiten erfordern zwar besonderen Einsatz, dafür bieten sie attraktive Gehälter.
Einen gut bezahlten Job wünscht sich fast jeder und die gute Nachricht ist: Es gibt einige davon und seit November dieses Jahres sollen Arbeitnehmer in einigen Branchen sogar mehr Geld verdienen. Doch ein Haken bleibt – oftmals gibt es viel Geld für Jobs, die wohl kaum jemand auf dem Schirm hat. Wer möchte denn zum Beispiel schon frühmorgens aufstehen, um die Mülltonnen anderer zu leeren oder wochenlang auf einer weit entfernten Bohrinsel schuften? Auch die Arbeit mit dem Tod wirkt auf viele wohl abschreckend. Und selbst wenn das Geld stimmt, würden wohl viele Personen diese Jobs ablehnen, wie auch die Bewertungsplattform „kununu.de“ vermutet:
- Bestatter
- Metzger
- Müllentsorger
- Tatortreiniger
- Industrietaucher
- Abschlepper
- Fernsehprogramm-Planer
- Pfarrer
- Gastronomie-Servicekraft
Denken Personen an gut bezahlte Berufe, kommen ihnen meist Ärzte, Anwälte oder Ingenieure in den Sinn. Doch auch weniger glamouröse Berufe bieten oft ein attraktives Einkommen, obwohl sie kaum gefragt sind. Ob durch psychische Belastung, körperliche Anstrengung oder ungewöhnliche Arbeitszeiten – viele dieser Tätigkeiten schrecken Menschen ab, sind jedoch finanziell attraktiv. Im Durchschnitt verdienen Deutsche übrigens im Monat etwa 4.323 Euro brutto, wie echo24.de bereits berichtete – das macht ein Jahreseinkommen von etwa 52.000 Euro.
1. Begleiter in schweren Zeiten: Bestatter als gut bezahlte Berufsalternative
Unter gut bezahlten, aber eher unbeliebten Jobs findet sich beispielsweise der Beruf des Bestatters. Der Beruf des Bestatters gehört zu den wichtigsten, aber auch belastendsten Tätigkeiten, die wenig Interesse wecken. Sie begleiten Angehörige durch schwere Zeiten, beraten bei der Auswahl von Sarg und Blumen und organisieren die Trauerfeier.
Ein starkes Einfühlungsvermögen und emotionale Stabilität sind hier unverzichtbar. Mit einem Jahresgehalt von bis zu 44.000 Euro und der Möglichkeit zum Quereinstieg bietet dieser Beruf jedoch ein solides Einkommen, während die Branche weiter wächst, so die Einschätzung von „kununu.de“. Allein 2019 wurden im Bestattungswesen über 2,1 Milliarden Euro Umsatz erzielt.
2. Metzger: Traditionelles Handwerk mit hohem Verdienst trotz Imageproblem
Ein weiterer, eher weniger beliebter Beruf ist wohl der des Metzgers. Metzger haben eine der ältesten handwerklichen Professionen und tragen Verantwortung bei der Produktion von Fleischwaren. Dennoch leidet der Beruf unter einem Imageproblem, da immer mehr Menschen auf Fleisch verzichten wollen.
Ebenso sind die körperlichen Anforderungen – von der Arbeit in kalter Umgebung bis zum Heben schwerer Tierhälften – hoch. Doch wer sich in diesem Bereich engagiert, kann bis zu 46.300 Euro im Jahr verdienen, schreibt „Kununu“.
3. Früh aufstehen und gut verdienen: Müllentsorger verdienen mehr, als viele denken
Auch das Entsorgen von Müll ist bei Arbeitssuchenden eher weniger beliebt. Ein typischer Tag eines Müllentsorgers beginnt früh und ist körperlich anstrengend. Sie leeren Mülltonnen und -container, häufig sogar in Hinterhöfen oder engen Gassen, und haben regelmäßig mit Unrat und unangenehmen Gerüchen zu tun.
Dennoch fällt das Gehalt in der Regel sehr gut aus. Angestellte bei der Berliner Stadtreinigung verdienen beispielsweise bis zu 91.300 Euro brutto im Jahr, wenn sie als Abteilungsleiter arbeiten. Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer verdienen hier jährlich durchschnittlich 39.600 Euro brutto, schreibt der „Business Insider“.
4. Tatortreiniger: Ein Beruf für starke Nerven mit gutem Gehaltspotenzial
Ebenfalls ein recht gut bezahlter, aber wenig beliebter Beruf ist der Tatortreiniger. Diese übernehmen eine spezielle Art der Gebäudereinigung, oft an Orten, an denen Gewaltverbrechen oder Unfälle geschehen sind. Dieser Beruf verlangt sowohl starke Nerven als auch ein gründliches Hygieneverständnis, da Körperflüssigkeiten und Geruchsbildung zu den größten Herausforderungen gehören, erklärt zum Beispiel „meinestadt.de“.
Trotz oder gerade wegen der psychischen Belastung, die der Beruf mit sich bringt, können Tatortreiniger monatlich bis zu 3.200 Euro brutto verdienen. Spezielle Ausbildungen sind hierbei selten und der Beruf bietet oft einen direkten Einstieg über eine Reinigungsausbildung, heißt es weiter.
5. Industrietaucher: Ein riskanter Job unter Wasser mit Spitzenverdienst
Auch der Job des Industrietauchers gilt als besonders körperlich und psychisch herausfordernd. Industrietaucher sind für Wartungs- und Bauarbeiten an unter Wasser liegenden Anlagen zuständig, oft sogar in Klärwerken oder an militärischen Standorten. Die lange Tauchzeit bei hohem Druck bringt außerdem enorme Belastungen mit sich, so „meinestadt.de“.
Dennoch werden die Aufgaben entsprechend vergütet: Industrietaucher können je nach Einsatzlage monatlich rund 10.000 Euro brutto verdienen. Neben einer fundierten Taucherausbildung sind handwerkliche Fähigkeiten in dieser Branche jedoch ein Muss. „meinestadt.de“ empfiehlt hier neben einer Tauchausbildung eine handwerkliche Ausbildung wie beispielsweise Maurer oder Schweißer, sowie einige Jahre Berufserfahrung.
6. Abschleppdienst: Der undankbare, aber lukrative Job im Dienst gestrandeter Autofahrer
Mit dem Auto liegen geblieben? Dann kommt meist ein Abschlepper vorbei und hilft, das liegengebliebenen Fahrzeugen in die nächstgelegene Werkstatt zu bringen. Der Beruf des Abschleppers ist ein Beruf, der oft wenig Dankbarkeit erntet und dennoch gut bezahlt wird.
Personen, die technisches Verständnis mitbringen und mit Führerschein und Geduld ausgestattet sind, können hier auf einen guten Nebenverdienst setzen: Mit wachsender Erfahrung lässt sich das Gehalt auf bis zu 48.400 Euro brutto jährlich steigern, schreibt „Kununu“. Zwar gibt es keine vorgeschriebene Ausbildung, doch Kenntnisse als KfZ-Mechatroniker oder Berufskraftfahrer erleichtern den Einstieg.
7. Fernsehplaner: Programmgestaltung für das klassische Fernsehen
Mit der Digitalisierung könnte der Job des Fernsehplaners bald zum Auslaufmodell werden. Doch noch heute ist dieser Beruf gefragt, da Fernsehplaner das Sendeschema großer TV-Sender festlegen und die Programmauswahl gestalten. Obwohl das lineare Fernsehen an Popularität verliert, können Fernsehplaner mit einem satten Jahresgehalt von bis zu 80.100 Euro rechnen, schreibt „Kununu“.
8. Pfarrer: Überzeugung und Einsatz, die finanziell belohnt werden
Der Beruf des Pfarrers zählt zu den weniger gefragten, aber dennoch gut bezahlten Berufen, die oft aus Überzeugung und weniger des Einkommens wegen gewählt werden. Trotz der sinkenden Kirchenbindung und dem Nachwuchsmangel in Deutschland bietet die Tätigkeit als Pfarrer ein solides Einkommen: Je nach Erfahrungsgrad und Dienstjahren kann das Gehalt laut „Business Insider“ bis zu 89.400 Euro brutto jährlich erreichen.
Der Weg in diesen Beruf ist jedoch anspruchsvoll und langwierig, mit einer Ausbildung von mindestens acht Jahren, die sowohl ein Studium der Theologie als auch praktische Gemeindearbeit umfasst, so Business Insider weiter.
9. Gastronomie-Servicemitarbeiter: Arbeiten, wenn andere Freizeit haben
Recht weit oben bei den unbeliebtesten Jobs steht laut „Kununu“ auch der Beruf des Gastronomie-Servicearbeiters. Arbeiten in der Gastronomie bedeutet oft lange Stunden und den Umgang mit anspruchsvollen Gästen. Doch der Verdienst kann sich lohnen: Je nach Arbeitgeber kann das Gehalt für Servicekräfte bis zu 42.200 Euro jährlich erreichen.
Gerade in Zeiten von Personalmangel in der Branche sind die Gehaltsaussichten gestiegen. Für Menschen, die unregelmäßige Arbeitszeiten nicht abschrecken, kann dieser Beruf eine lohnenswerte Karriereoption sein. Ebenfalls kann mögliches Trinkgeld in dieser Branche überzeugen.
10. Bohrinselarbeiter: Knochenarbeit auf hoher See mit hohem Verdienst
Mit einer der härtesten Jobs ist die Arbeit auf einer Bohrinsel. Dort arbeiten Menschen unter extremen Bedingungen: Sie verbringen oft zwei Wochen am Stück auf der Plattform, bevor sie in den verdienten Urlaub gehen. Dabei gibt es zahlreiche Positionen – von Bohrhelfer über Techniker bis hin zu Köchen.
Die Gehälter auf Bohrinseln sind entsprechend hoch, ein Bohrhelfer verdient etwa 3.000 Euro netto im Monat, während erfahrene Spezialisten bis zu 7.000 Euro netto monatlich erreichen können. Die Arbeit auf einer Bohrinsel verlangt jedoch körperliche Fitness und ein hohes Maß an Belastbarkeit und ist deshalb nicht für jeden geeignet.
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