Natürliche Mittel statt Chemie-Keule

Faden- oder Schwebealgen im Teich? Fünf Tipps gegen den grünen Schleim

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Übermäßig viele Faden- oder Schwebealgen im Teich sind nicht nur unschön, sondern bringen auch dessen Ökosystem aus der Balance. Doch Vorbeugung und natürliche Mittel helfen.

Das klare Wasser plätschert sanft vor sich und die Libellen summen – in der Vorstellung ist ein Teich ein echtes Highlight im Garten. In der Realität sieht er jedoch stattdessen öfter mal schleimig und grün aus. Mit Faden- oder Schwebealgen im Gartenteich haben viele Menschen zu kämpfen, gerade in den Sommermonaten. Die gute Nachricht: Es gibt einige Möglichkeiten, ihnen vorzubeugen und sie – ganz ohne Chemie – zu bekämpfen.

So entstehen Faden- und Schwebealgen

Viele Fadenalgen bilden Inseln aus grünem Schmodder: Vom schönen Teich darunter ist nichts mehr zu erkennen.

Algen im Teich sind erst einmal nicht ungewöhnlich und treten auch in gut gepflegten Gewässern auf. In überschaubarer Menge können sie dem Biotop sogar nutzen – sie produzieren Sauerstoff und dienen kleinen Wassertieren wie Molchen als Versteck. Zwei Algenarten entdecken Hobbygärtner besonders häufig in ihrem Gartenteich:

  • Fadenalgen: Diese Algenart bildet sich oft an flachen Stellen und hängt an Steinen oder Wurzeln. Es entstehen grüne, schleimig-wirkende Inseln. In diesen sind oft kleine Bläschen zu sehen. Dabei handelt es sich um Sauerstoff, den die Alge während der Photosynthese produziert.
  • Schwebealgen: Sie bewegen sich frei im Teichwasser. Wenn sie sich massenhaft vermehren, färben sie es grün. Man spricht dann auch von der sogenannten Algenblüte.

Besonders im Frühjahr nehmen die Algen jedoch oft überhand. Der Grund: Die anderen Teichpflanzen entwickeln sich jetzt gerade erst. So können die Algen alle Nährstoffe für sich beanspruchen. Zudem nutzen sie die immer wärmeren Sonnenstrahlen für die Photosynthese. Und: Die Wassertemperatur im Teich steigt an, wodurch sich vor allem die Fadenalge pudelwohl fühlt und fleißig vermehrt.

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Algen im Teich: mehr als ein optisches Problem

Ein Teich mit zu vielen Algen entwickelt sich schnell zum stinkenden Tümpel. Das liegt beispielsweise daran, dass andere Teichpflanzen bei einer explodierenden Algenpopulation kaum noch Sonnenlicht abbekommen und verkümmern. Außerdem kommt es laut der TU Freiberg zu einem Sauerstoffmangel: Sterben die Algen ab, zersetzen sie bestimmte Bakterien. Dieser Prozess verbraucht jede Menge Sauerstoff. Im schlimmsten Fall sterben dadurch andere Wasserpflanzen, Fischen, kleine Insekten und weitere Organismen im Teich. Doch wie lässt sich das verhindern?

Tipp 1: Teich richtig anlegen

Algen fühlen sich in kleinen und flachen Teichen extra wohl – hier erwärmt sich das Wasser sehr schnell. In einem großen Teich kommt es auch nicht so schnell zu einem Überschuss an Nährstoffen, etwa wenn Dünger aus Beeten oder Laub ins Gewässer gelangt. Wichtig ist auch der Standort: Liegt der Teich in der prallen Sonne, fördert das das Algenwachstum. Besser ist ein Ort, an den auch Schatten kommt. Im Sommer kann man den Teich auch mit einem großen Sonnenschirm- oder -segel schützen. 

Zehn trittfeste Bodendecker, die ganz schön was aushalten

Kriechende Teppichverbene (Phyla nodiflora)
Die Kriechende Teppichverbene (Phyla nodiflora) verträgt sowohl Hitze als auch Nässe und ist sehr strapazierfähig – der perfekte Rasenersatz. © blickwinkel/Imago
Polsterthymian (Thymus doerfleri)
Eigentlich zu schön zum Betreten, aber der Polsterthymian (Thymus doerfleri) verzeiht es. Außerdem entfaltet er dabei einen wunderbaren Duft.  © blickwinkel/Imago
Sternmoos (Sagina subulata)
Auch kleine Nelkengewächse können Bodendecker sein: Das Sternmoos (Sagina subulata) ist eine niedrig wachsende Polsterstaude. © Pond5 Images/Imago
Blauer Bubikopf (Isotoma fluviatilis)
Der Blaue Bubikopf (Isotoma fluviatilis) blüht nicht nur monatelang bis in den Herbst, die dicht wachsende Staude darf auch betreten werden. © blickwinkel/Imago
Potentilla verna, Frühlingsfingerkraut
Von März bis Oktober bildet das Frühlingsfingerkraut (Potentilla verna) mit Blühpausen einen rasenähnlichen, gelben Teppich, den man auch betreten darf – wenn ihn die Bienen nicht schon besetzt haben. © Zoonar/Imago
Spanischer Mauerpfeffer (Sedum hispanicum)
Wild herumhüpfen sollte man eher nicht auf dem Spanischen Mauerpfeffer (Sedum hispanicum), aber begehen kann man den typischen Dachbegrüner ohne Probleme. © Pond5 Images/Imago
Kriechender Günsel (Ajuga reptans)
Der Kriechende Günsel (Ajuga reptans) wird bis zu 15 Zentimeter hoch, ist aber sehr robust und kann einfach wie Rasen gemäht werden. Bienen lieben ihn auch. © agefotostock/Imago
Fiederpolster, Laugenblume (Cotula Squalida)
Ab Mai zeigt das winterharte Fiederpolster (Cotula Squalida) kleine gelbe Blüten. Die pflegeleichte Pflanze bildet schnell dichte Matten. © Panthermedia/Imago
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Das unempfindliche Pfennigkraut (Lysimachia nummularia) macht auch im Steingarten und in Bodenfugen eine gute Figur. © agefotostock/Imago
Großblättriges Immergrün ‚Alba‘ (Vinca minor alba)
Von April bis September präsentiert das Großblättrige Immergrün ‚Alba‘ seine Blüte. Dank des dichten Wuchses ist Betreten trotzdem erlaubt. © Raimund Müller/Imago

Tipp 2: Pflanzen gegen Algenwachstum

Geeignete Wasserpflanzen wie Wasserlinsen für die verschiedenen Zonen des Teiches helfen dabei mit, dass dort weniger Algen wachsen. Laut dem NDR Fernsehen sollte man drei verschiedene Zonen bepflanzen: das Ufer und Flachwasser sowie die Tiefwasserzone. Gut sind auch Pflanzen, die für Schatten im Teich sorgen – zum Beispiel die Seerose oder der Lotus. Wichtig: Pflanzen Sie diese nur in entsprechende Teicherde (werblicher Link). Normale Gartenerde enthält zu viele Nährstoffe, über die sich Algen freuen. 

Tipp 3: Auf tierische Helfer setzen

Verschiedene Wassertiere können helfen, die Algenpopulation im Zaum zu halten. Im Frühjahr sind laut dem NDR Wasserflöhe nützlich, denn sie ernähren sich von Schwebealgen. Aber auch Schnecken und Muscheln eignen sich. Fische können ebenfalls Algenfresser sein – allerdings nur manche Arten. Dazu gehören beispielsweise die Rotfeder, das Moderlieschen oder der Silberkarpfen. Zierfische wie Kois sind als Algenbekämpfer dagegen wenig geeignet.

Dem Moderlieschen schmecken die Algenfäden. Es eignet sich gut für kleine oder mittelgroße Teiche.

Tipp 4: Algen absammeln

Fadenalgen können Sie einfach per Hand entfernen – etwa mit einem Kescher. Zur Not lassen sie sich aber auch um einen Stock oder langen Stiel wickeln. So unterbrechen Sie den Kreislauf, dass sich diese am Boden zersetzen und zu neuen Algen führen.

Tipp 5: Algen Nährstoffe entziehen

Algen vermehren sich, wenn es einen Nährstoffüberschuss im Teich gibt. Der entsteht beispielsweise durch Laub, das sich im Gewässer zersetzt. Hier verhindert ein entsprechendes Teichnetz, dass dieses ins Wasser gelangt. Wer seine Fische zu großzügig füttert, trägt ebenfalls zur Algenbildung bei. Mit fruchtbarer Gartenerde zum Beispiel aus dem Beet neben dem Teich werden bei Regen ebenfalls Nährstoffe ins Wasser gespült. Das lässt sich verhindern, wenn man den Teich etwas höher anlegt – oder mit einem Drainagegraben umgibt.

Manche Gartenbesitzer setzen auch chemische Mittel gegen Algen ein. Diese sind zwar effektiv, schaden jedoch oft den anderen Lebewesen im Teich. Zudem sind sie keine nachhaltige und langfristige Lösung gegen das Problem. 

Rubriklistenbild: © Panthermedia / IMAGO

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