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Unfall im Ausland: Europäischer Unfallbericht sollte immer an Bord sein

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Ein Unfall ist nie schön – aber im Ausland kann es zusätzlich mit der Verständigung schwierig werden. Ein Dokument sollte deshalb immer an Bord sein.

Wer die Autofahrt in den Urlaub antritt, der ist in der Regel voller Vorfreude: Die Gedanken drehen sich schon beim Start um schöne Ausflüge oder entspannte Tage am Pool. An einen Unfall denken die wenigsten – doch natürlich ist niemand vor einem Crash im Ausland gefeit. Wenn es dann doch kracht, kann es dann schwierig werden. Um keine bösen Überraschungen zu erleben und um Missverständnisse zu vermeiden, sollte man vor allem an ein Dokument vor dem Losfahren denken.

Auch im Urlaub drohen Unfälle – deswegen sollte man einige Dokumente immer dabeihaben. (Symbolbild)

Unfall im Ausland: Europäischer Unfallbericht sollte immer an Bord sein

Ganz wichtig auf der Urlaubsfahrt ist der sogenannte Europäische Unfallbericht. Dabei handelt es sich um ein inhaltlich und grafisch standardisiertes Dokument, das speziell im Ausland die Aufnahme eines Unfalls erleichtert. Bestellen lässt es sich unter anderem bei der eigenen Kfz-Versicherung – alternativ kann man es auch auf den Webseiten der Versicherer oder Automobilclubs herunterladen. Um die Kommunikation zu erleichtern, gibt es den Unfallbericht auch mehrsprachig. Die für das jeweilige Reiseland passende Version kann man sich ebenfalls im Netz – beispielsweise beim ADAC – herunterladen.

Unfall im Ausland: Grüne Versicherungskarte kann hilfreich sein

Die sogenannte „Grüne Versicherungskarte“, die im Ausland als Nachweis der Haftpflichtversicherung dient, ist hingegen inzwischen in EU-Staaten sowie einigen anderen Ländern nicht mehr vorgeschrieben. Dennoch ist es laut dem Zentralruf der Autoversicherer sinnvoll, die Grüne Karte (die inzwischen gar nicht mehr grün ist), mitzuführen. Auf ihr finden sich beispielsweise alle relevanten Daten zu Auto und Versicherung. Und in einigen Ländern wie etwa Albanien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien und der Türkei ist sie weiterhin verpflichtend.

Kontroll- und Warnlampen im Auto: Wenn es rot leuchtet, sollten Sie sofort anhalten

Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Plötzlich blinkt und leuchtet es im Cockpit! Die Symbole und Kontrolllichter am Armaturenbrett zeigen an, ob dem Auto technisch etwas fehlt. Allerdings, ist es wichtig zu wissen, was die Lämpchen bedeuten. Hier die wichtigsten Kontrollleuchten im Auto: © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motoröldruck zu niedrig. Motor abstellen. Ölstand prüfen und gegebenenfalls nachfüllen - hilft aber nicht immer. Meist muss der Wagen in eine Werkstatt geschleppt werden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Ölmangel, Ölstand überprüfen und nachfüllen - sonst droht Motorschaden. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Anschnallzeichen: Einer oder einige der Fahrgäste sind nicht angeschnallt. Das Symbol leuchtet auch auf, wenn eine schwere Tasche auf dem Sitz steht. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme bei der Stromversorgung: Generator defekt oder eine elektrische Verbindung unterbrochen. Motor nicht ausschalten und zur nächsten Werkstatt. NICHT weiterfahren bei elektrischer Servolenkung (Lenkkraftunterstützung kann ausfallen) oder gerissener Keilriemen (Motor kann überhitzen). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Bremse. Brennt dieses Licht auch bei gelöster Handbremse, droht große Gefahr. Zu wenig Bremsflüssigkeit oder die Beläge sind bis aufs Metall runter. Sofort anhalten und Pannendienst rufen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Motor ist überhitzt. Kühlwasser reicht nicht mehr. Anhalten und abkühlen lassen. Danach unbedingt in die Werkstatt. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Reifendruckkontrollsystem meldet zu niedrigen Reifendruck. Eventuell harmlos, wenn das Symbol nach dem Reifenwechsel leuchtet (fehlende Kalibrierung) - mehr in der Betriebsanleitung. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Störung im Rückhaltesystem. Funktionsversagen des Airbags/ Gurtstraffers bei Unfall möglich - sofort in die Werkstatt. Symbol leuchtet auch bei deaktiviertem Beifahrerairbag (wg. Kindersitz). © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Bremsbeläge sind abgefahren und sollten demnächst erneuert werden. Weiterfahren möglich. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) ist aktiv - oft auf nassen und vereisten Straßen. Vorsichtig lenken, keine Vollbremsung machen und Fuß vom Gas nehmen. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Probleme mit der Motorsteuerung. Der Schadstoffausstoß kann erhöht sein. Symbol leuchtet auch, wenn die Lambdasonde defekt ist oder ein Marder ein Kabel beschädigt hat. Umgehend in die nächste Werkstatt fahren. © ADAC
Es blinkt und leuchtet: Was die Warnlampen - Kontrollleuchten im Auto bedeuten.
Nebelschlussleuchte ist eingeschaltet. In Deutschland nur erlaubt, wenn die Sicht durch Nebel geringer als 50 Meter ist. © ADAC

Unfall im Ausland: Bei verletzten Personen immer die Polizei holen

Die Grüne Karte gibt es kostenlos bei der eigenen Kfz-Versicherung. Wer sich nicht sicher ist, kann auch einfach bei der Versicherung nachfragen, ob das Dokument für das jeweilige Reiseland benötigt wird. Der ADAC weist außerdem darauf hin, dass bei einem Unfall mit Verletzten in jedem Fall die Polizei gerufen werden sollte. Auch wenn der Sachschaden hoch ist, man sich nicht mit dem Unfallgegner einigen kann oder er über keinen Versicherungsnachweis verfügt, sollte man besser die Beamten hinzuziehen. Wichtig: Um einen Unfall oder eine Strafe zu vermeiden, sollte man sich vor dem Fahrtantritt auf jeden Fall auch über die Verkehrsregeln des Urlaubslandes informieren – diese unterscheiden sich teils deutlich von den hierzulande gültigen Vorschriften.

Rubriklistenbild: © Shotshop/Imago

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