US-Qualitätsstudie: Deutsche Hersteller schneiden unterdurchschnittlich ab – bis auf einen
VonSebastian Oppenheimer
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In Sachen Qualität können deutsche Autos die US-Kunden nicht überzeugen. Das zeigt die Auswertung eines Marktforschers. Lediglich Porsche sticht positiv heraus.
Das gängige Image ist das eine, der „echte“ Qualitätseindruck bei den Kunden das andere: Bei den deutschen Autobauern dürfte nun eine Auswertung des US-Marktforschers J.D. Power für lange Gesichter sorgen. BMW, Mercedes, Volkswagen und Audi schnitten in Sachen Qualität unterdurchschnittlich ab. Lediglich Porsche konnte sich mit einem siebten Rang relativ gut platzieren. Die Studie gilt als einer der wichtigsten Gradmesser für die Hersteller.
J.D Power Qualitätsstudie 2024: Eine US-Marke liegt ganz vorn
Für die U.S. Initial Quality Study 2024 wurden knapp 100.000 Käufer und Leasingnehmer von Neuwagen befragt, nachdem sie die Fahrzeuge 90 Tage in ihrem Besitz hatten. Besonders weit hinten landete der Ingolstädter Autobauer Audi (Platz 29), schlechter waren nur noch Volvo und Dodge. Die Audi-Kunden meldeten im Schnitt 242 Probleme je 100 Fahrzeuge. VW (Platz 28) war mit 241 Beschwerden pro 100 Autos nur unwesentlich besser. Mercedes und BMW (Platz 21 und 22) kamen auf jeweils 206 Probleme pro Fahrzeug. Porsche erreichte mit vergleichsweise wenig Problemen (172 pro 100 Autos) den siebten Platz. Gewinner des Qualitätsrankings war die Marke RAM, gefolgt von Chevrolet und Hyundai.
Hier sind die Top-10 des Qualitätsrankings von J.D. Power:
Probleme mit Neuwagen: Welche Punkte die Kunden monieren
Der durchschnittliche Wert lag bei 195 Problemen pro Fahrzeug. Dabei monierten die Kunden in der Befragung ganz unterschiedliche Dinge. Besonders häufig waren sie beispielsweise genervt von überflüssigen und unpräzisen Warnungen der Assistenzsysteme. Teils wurden die Warnmeldungen sogar falsch interpretiert. Ebenso hadern der Studie zufolge viele Fahrer mit der Bedienung der modernen Fahrzeuge: Nicht nur Smartphone-Apps der Hersteller werden teils zu komplex empfunden, selbst die Handhabung einfacher Funktionen wie das Einschalten des Scheibenwischers bereiten demnach so manchem Nutzer Schwierigkeiten. Fast durchweg zugenommen haben auch Beschwerden über unangenehme Gerüche aus den Lüftungsanlagen der neuen Autos.
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Auch Reparaturbesuche ausgewertet: E-Autos müssen besonders oft in die Werkstatt
In der J.D. Power-Studie wurden aber nicht nur die Kundenmeinungen ausgewertet, sondern erstmals auch die Daten von Reparaturbesuchen bei den Vertragswerkstätten analysiert. Dabei zeigte sich, dass Elektroautos deutlich mehr Reparaturen benötigen als Verbrennerfahrzeuge. „Besitzer hochmoderner, technisch hochgerüsteter BEVs und PHEVs haben mit Problemen zu kämpfen, die so schwerwiegend sind, dass sie ihr neues Fahrzeug dreimal häufiger zum Händler bringen als Besitzer benzinbetriebener Fahrzeuge“, sagte Frank Hanley, Senior Director of Auto Benchmarking bei J.D. Power.