Aus Deutschland reisen viele Urlauber mit dem Auto oder Camper nach Italien an. Das könnte künftig deutlich teurer werden als zuvor.
München – Italien ist für viele Menschen in Deutschland ein beliebtes Urlaubsziel. Gerade aus dem Süden der Bundesrepublik bietet sich die Anreise mit dem Auto an. Doch wer den Italien-Urlaub mit dem eigenen Fahrzeug plant, dem könnten künftig deutlich höhere Kosten blühen – und zwar beim Tanken. Schon im laufenden Jahr hatte es erhebliche Preissprünge in vielen Urlaubsländern gegeben.
Italien drohen teurere Spritpreise – EU fordert erhebliche Erhöhung beim Diesel
Wie tageszeitung.it berichtet, verlangt die EU-Kommission von der italienischen Regierung eine Anpassung der Spritpreise. „Die Europäische Kommission hat beanstandet, dass es wie eine indirekte Subventionierung des Diesels durch den Staat wirkt, wenn die Akzisen von Benzin und Diesel nicht gleich hoch sind“, wird Gunde Bauhofer, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Südtirol, zitiert.
Eine Akzise ist eine Steuer, die auf bestimmte Güter erhoben wird oder bei deren Produktion sowie Verbrauch anfällt. Derzeit werden in Italien dem Bericht zufolge pro Liter Benzin rund 73 Cent dieser Verbrauchssteuer an die Staatskasse abgezweigt, bei Diesel sind es für den Liter Kraftstoff 62 Cent.
Der ADAC veröffentlichte kürzlich aktuelle Zahlen zu Spritpreisen in 19 europäischen Staaten: Dazu wurden Daten der EU-Kommission (Stand: 7. Oktober 2024) genutzt sowie für Deutschland eigene Erhebungen des Automobilclubs (Stand: 8. Oktober 2024) und für die Schweiz Zahlen des Touring Club Schweiz (TCS) von Ende September 2024 zurate gezogen. Italien befindet sich dabei in Sachen Auto auftanken bereits jetzt unter den teuersten Ländern in Europa. Bei Benzin mit einem Preis von 1,73 Euro auf Rang vier, Platz fünf gibt es bei Diesel-Kraftstoff (1,61 Euro).
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Diesel könnte für Italien-Urlauber 13 Cent teurer werden – „Untragbare Kosten“
Die Verbraucherzentrale Südtirol hat unterdessen ausgerechnet, um welchen Betrag die von der EU-Kommission verlangte Anpassung den Dieselpreis erhöhen würde. „Der ungefähre Centbetrag, um den der Diesel teurer werden würde, liegt bei 13 Cent pro Liter. Das wäre eine wesentliche Preissteigerung. Das bringt uns zu einem Endpreis von knapp zwei Euro pro Liter. Diesel würde somit teurer als Benzin werden“, erklären die Verbraucherschützer. Aus Sicht von Fabrizio Palenzona, dem Präsidenten des italienischen Transport- und Logistikverband Conftrasporto, wären das nicht nur für Touristen „untragbare Kosten“.
Rechnet man die prognostizierten 13 Cent zum Diesel-Preis des besagten ADAC-Europa-Rankings hinzu, stünde Italien bereits auf Platz zwei der teuersten europäischen Länder beim Tanken. Mit dann 1,74 Euro je Liter wäre der Abstand zum drittteuersten Land Dänemark (1,64 Euro) mit 10 Cent schon deutlich. Lediglich in der Schweiz ist mit umgerechnet satten 1,91 Euro je Liter Diesel noch einmal kostspieliger. Für Italien-Urlauber mit Diesel-Fahrzeugen würde die Anreise mit dem eigenen Auto oder auch Camping-Wagen dann deutlich mehr Kosten verursachen. Unterdessen hatte kürzlich eine Campingplatz-Studie ein unerwartetes Ergebnis geliefert – zwei Italien-Regionen fielen komplett durch. (kh)