- VonJulia Stantonschließen
Der ADAC warnt derzeit davor, dass sich Betrüger als Mitarbeiter des Unternehmens ausgeben und Touristen mit Autopannen in die Falle locken wollen.
Kassel — Auf dem Weg in den Urlaub plötzlich liegenzubleiben, ist für viele Reisende ein Albtraum. Eine solche Panne ist nicht nur teuer, sondern auch zeitaufwendig. Betrüger in beliebten Urlaubsländern haben sich in den letzten Jahren immer wieder die Hilflosigkeit von Touristen zunutze gemacht und sich als ADAC-Mitarbeiter ausgegeben. ADAC Presse teilte vor Kurzem erneut mit, dass Kriminelle erneut versuchen, so Betroffenen Geld zu stehlen. Betroffen seien vor allem Auto-Reisende in Ost- und Südosteuropa. Besonders in beliebten Urlaubsländern wie Bulgarien, Kroatien und Slowenien sollten Reisende vorsichtig sein.
ADAC warnt vor Betrug: Kriminelle manipulieren Autos und nutzen Störsender
Die Kriminellen geben sich als falsche Pannenhelfer aus und versuchen an Geld zu kommen. Dabei nutzen sie gelbe Fahrzeuge, die den bekannten ADAC-Autos sehr ähnlich sehen. Häufig wirken diese täuschend echt. Manchmal kommt es allerdings auch zu Fehlern: Auf manchen Autos steht „ACDC“ statt ADAC.
Teilweise würden die falschen Helfer sogar schon an der Autobahn warten und direkt nach einer Panne auftauchen. Doch nicht nur das: Die Kriminellen nutzen Störsender, um Anrufe beim ADAC-Auslandsnotruf zu verhindern. Diese Störsender sien in ihren Fahrzeugen installiert und unterbrechen das Telefonnetz. In solch einer Situation rät der ADAC, das Fahrzeug abzuschließen, sich einige Meter zu entfernen und von dort den Anruf noch einmal zu tätigen.
Der ADAC warnt außerdem davor, dass Betrügerinnen und Betrüger teilweise nachts Fahrzeuge manipulieren. Am nächsten Tag würden sie den Betroffenen dann zu Hilfe kommen und hohe Geldsummen für eine Reparatur verlangen. Der ADAC rät Touristen daher, Fahrzeuge nicht unbeobachtet stehen lassen.
Die Polizei warnt derzeit davor, dass Betrüger mit WhatsApp sensible Bankdaten klauen.
ADAC im Ausland anders tätig als in Deutschland
Der ADAC ist europaweit tätig, aber der Verein betreibt keine Straßenwacht-Flotte im Ausland. Vertragspartner im Ausland dürften zudem nicht das ADAC-Logo verwenden. Die einzige Ausnahme ist Norditalien. Dort sind Pannenhelfer des ADAC ganzjährig tätig.
Die ADAC Versicherung AG geht mit der Unterstützung der Partnerclubs bereits juristisch gegen die Betrüger vor. Betroffene müssten allerdings selbst den Betrug anzeigen. Laut dem Unternehmen würden jährlich knapp 200.000 Urlaubsfahrten wegen Autopannen oder Unfällen unterbrochen. In Deutschland droht ab Freitag (28.07) das heißeste Stauwochenende. (jus)
Rubriklistenbild: © Hanno Bode/Imago, ADAC Presse; Collage: RUHR24
