Sonnenbrand

Münchner Arzt warnt vor Hautkrebs: „Gesunde Bräune gibt es nicht“

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Schutz vor schädlichen Strahlen: Wer im Sommer in die Sonne geht, sollten sich immer eincremen - und spätestens alle drei Stunden nachcremen.
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Die Zahl der Hautkrebsfälle steigt dramatisch an. Hier erklärt ein Münchner Dermatologe, wer besonders gefährdet ist und wie man sich schützt.

Die Sonne streichelt Haut und Seele – aber sie kann auch brandgefährlich werden. Dann nämlich, wenn wir zu oft zu viel davon abbekommen, genauer gesagt zu hohe Dosen an UV-Strahlung. „UVA-Strahlen gelangen bis zur Lederhaut, UVB-Strahlen wirken vor allem in der Oberhaut“, erklärt der Münchner Dermatologe Dr. Liebich. „Wer sich nicht davor schützt, riskiert nicht nur einen Sonnenbrand, sondern auch tödlichen Hautkrebs.“ Diese Gefahr wird immer größer: In den vergangenen 20 Jahren hat die Zahl der Patienten laut Statistischem Bundesamt um 20 Prozent zugenommen. Liebich warnt: „Gesunde Bräune gibt es nicht.“ Der Hautarzt hat wertvolle Tipps für einen möglichst weitreichenden Sonnenschutz.

So wirkt die Sonne auf verschiedene Hauttypen

HauttypHautfarbeHauteaktion auf Sonne
ISehr helle Haut, rote Haare, helle Augen (keltischer Typ).Verbrennt praktisch immer, bräunt praktisch nie.
IIHelle Haut, blonde Haare, helle Augen (skandinavischer Typ).Verbrennt leicht, bräunt minimal.
IIIHellbraune Haut, hellbraune bis dunkelbraune Augen, helle oder braune Augen (Mischtyp).Verbrennt gelegentlich, bräunt gut.
IVMittelbraune Haut, dunkle Haare, dunkle Augen (mediterraner Typ)Verbrennt selten, bräunt sehr gut.
VDunkelbraune Haut (asiatischer Typ, Orientalen, Lateinamerikaner).Verbrennt sehr selten, bräunt sehr gut.
VISchwarze Haut (Afrikaner, Afroamerikaner).Verbrennt extrem selten bis gar nicht, sehr dunkle Pigmentierung.

Gefährliche Sonne: Spätestens alle drei Stunden nachcremen

Erfahrener Hautarzt: Dr. Christoph Liebich warnt vor einer Zunahme der Hauktrebsfälle. „Um das Risiko zu senken, ist ein guter Sonnenschutz entscheidend.“

So cremen Sie sich richtig ein: Verwenden Sie Produkte mit Lichtschutzfaktor 30 bis 50. Tragen Sie das Mittel großzügig auf, als Faustregel gilt: 25 Gramm über den Körper verteilen! Cremen Sie mindestens alle drei Stunden nach. Achten Sie auf das Verfallsdatum. Wenn es abgelaufen ist oder die Creme im Warmen lag, kann die Wirkung nachlassen. „Wer sich trotzdem einen Sonnenbrand eingehandelt hat, kann die Beschwerden mit Aspirin, Quarkumschläge zum Kühlen und kortisonhaltige Salben lindern“, rät Dr. Liebich.

Ölfreie Sonnenschutzmittel helfen, Mallorca-Akne zu vermeiden

Wer fettige Haut hat, sollte ein ölfreies Sonnenschutzmittel oder ein Gel benutzen. Sonst können sich Pickel bilden – als Reaktion der Haut auf zu fettigen Sonnenschutz in Verbindung mit Licht (umgangssprachlich: Mallorca-Akne). Und so beugen Sie Sonnenallergie vor: „Empfindliche Menschen können sich vor ihrer Reise beim Hautarzt mit einer dosierten UV-Lichtbestrahlung abhärten lassen“, erläutert Dr. Liebich. Wenn sich der Ausschlag trotzdem bildet (meist in den ersten ein, zwei Urlaubstagen in der prallen Sonne), helfen kortisonhaltige Salben.

Hautarzt Dr. Christoph Liebich: Frauen sollten das Make-up über den Sonnenschutz legen

Wer das Problem mit den bräunlichen Flecken im Gesicht bereits kennt, sollte sich immer mit Schutzfaktor 50 eincremen. Frauen sollten das Make-up über den Sonnenschutz legen. Lassen Sie die Sonnencreme vor dem Schminken 15 Minuten einwirken. „Im Herbst kann man die Flecken beim Hautarzt behandeln lassen“, so Dr. Liebich. 

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

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