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Burger King schießt gegen RTL – PR-Coup geht aber nach hinten los

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Zwischen Burger King und RTL geht der Buletten-Streit in eine weitere Runde. Ein PR-Coup der Fast-Food-Kette misslingt. Es gibt eine aktuelle Wallraff-Recherche.

Hamm – Wer beißt schon nicht gerne in so einen richtig leckeren Burger? Wenn das Zusammenspiel aus frischen Brötchen, knackigen Salatblättern, würzigen Soßen und saftigen Patties stimmt, ist die US-Version des Frikadellenbrötchens ein echter Hochgenuss für den Gaumen. Kein Wunder also, dass in den vergangenen Jahrzehnten Fast-Food-Ketten wie McDonald‘s, Five Guys oder auch Burger King immer mehr hungrige Mägen stopfen mussten. Zumindest bei letzterer Burger-Bude könnte aufgrund der bekannten Wallraff-Recherchen bei RTL manchen Verbrauchern der Appetit vergangenen sein. Nun steht ein neuer Skandal auf der Speisekarte.

Burger King erneut ins Visier von Team Wallraff und RTL geraten

Undercover-Reportagen brachten abgelaufene Fleisch-Buletten ans Licht, mangelnde Hygienestandards, unzufriedene Mitarbeiter und anderes. Die Liste ist lang. Die Ergebnisse des Team Wallraffs schockierten viele Menschen. Im Rahmen einer weiteren Recherche deckte das Investigativteam dann auch Missstände bei den veganen Alternativen auf.

Vegane Burger waren offenbar gar nicht so vegan. Die Folge: Burger King wurde das sogenannte V-Label aberkannt. Die Fast-Food-Kette bezeichnete die Entdeckungen als Einzelfälle. Der Franchisenehmer „Schlossburger GmbH“ habe sich gegenüber RTL in einer Stellungnahme geäußert: „Wir verlangen von unseren Restaurant-Teams die Einhaltung der hohen Burger King Standards, die deutlich über gesetzliche Anforderungen hinausgehen. Eine Umetikettierung, Umverpackung oder eine Haltezeitverlängerung verstößt ganz klar gegen die Standards und ist nicht tolerierbar. So müssen die Haltezeiten der Lebensmittel regelmäßig überprüft und bei Überschreiten die Lebensmittel ordnungsgemäß entsorgt werden.“

RTL und Wallraff legten allerdings noch einmal nach: Wie sich nun in der neuen Recherche zeigt, scheint es mehr System als Einzelfall zu sein. Den neuen Enthüllungen wollte Burger King offenbar zuvorkommen, wie bild.de berichtet, und stattete RTL einen Besuch ab. Der PR-Coup ist vor dem Hintergrund der neuen Wallraff-Recherchen nun aber misslungen.

Burger King stattet RTL einen Besuch ab und verteilt kostenlose Burger

„Weil RTL uns so regelmäßig besucht, dachten wir uns: Warum besuchen wir nicht einfach auch mal RTL?“, schreibt Burger King und hat dazu bei Instagram ein kurzes Video veröffentlicht. Ein Mann auf einem Fahrrad fährt augenscheinlich vor dem Sender-Gebäude in Köln (NRW) vor – „mit einer leckeren Überraschung im Gepäck“. Er verteilt kostenlose vegane Burger an vermeintliche RTL-Mitarbeiter. „Und offensichtlich hat’s geschmeckt“, schreibt Burger King – das war aber wohl vor der Ausstrahlung der erneuten Enthüllungen. Die dürften nun auch der Fast-Food-Kette den Appetit vermiesen.

Manch einer würde da dann vielleicht lieber zu einem Insekten-Burger greifen. Eine neue EU-Verordnung macht‘s möglich. In einigen Produkten sind Insekten sogar jetzt schon drin.

Rubriklistenbild: © dpa

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