Krankheitsübertragung

Neue Infektionskrankheiten: Ansteckungen durch Tigermücke „nur eine Frage der Zeit“

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Tropische Mückenarten breiten sich in Europa immer weiter aus. Mit ihnen steigt das Risiko für die Übertragung verschiedener Krankheitserreger.

Die asiatische Tigermücke ist als Träger für verschiedene lebensbedrohliche Krankheiten bekannt. Stechmücken wie die Tigermücke können Krankheiten wie Dengue-Fieber, West-Nil-Fieber, Japanische Enzephalitis und Zika übertragen. Doch obwohl die Mückenart aus dem tropischen Raum stammt, ist sie mittlerweile auch in weiten Teilen Südeuropas sowie in deutschen Regionen heimisch. Im Zuge des Klimawandels könnten die Risiken weiter wachsen.

TIgermücken: Ansteckungen beim Menschen möglich

Die aus den Tropen stammende Asiatische Tigermücke ist an dem typisch weiß-gestreiften Muster zu erkennen.

Die Tigermücke ist deutlich größer als heimische Mückenarten. Zu erkennen ist sie zudem an ihrem typisch schwarz-weiß gestreiften Muster. Anders als die meisten heimischen Mücken ist die Tigermücke auch tagsüber aktiv. Ihr Stich ist nur sehr klein, aber trotzdem unangenehm. Das Risiko der Mücke geht jedoch vor allem von den von ihr übertragenen Krankheiten aus.

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Rund 20 verschiedene tropische Krankheiten wie Zika, Chikungunya, das West-Nil-Virus oder das Dengue-Fieber können von der Tigermücke übertragen werden. Bereits seit den 1980er-Jahren ist die aus dem asiatischen Raum stammende Stechmückenart in Südeuropa heimisch und wird über den internationalen Handelsverkehr eingeschleppt. Schon kleine Wasserpfützen reichen den Insekten dabei, um ihre Eier abzulegen und sich fortzupflanzen.

Tigermücken gelten als Übetrträger verschiedener Krankheiten

Auch hierzulande konnten Wissenschaftler die exotischen Arten als potenzielle Krankheitsüberträger von Tropenviren identifizieren, wie das Friedrich-Löffler-Institut berichtet. Bereits in den letzten Jahren wurden vermehrt Krankheitsfälle in Europa bekannt, die durch Tigermücken verursacht wurden. Nachgewiesene Zika-Infektionen gab es schon in Südfrankreich. Auch das Dengue-Fieber hat sich in Teilen Frankreichs, Kroatien sowie Madeira ausgebreitet.

Obwohl hierzulande noch keine Infektionen mit dem Zika-Virus gemeldet wurden, halten Experten dies aufgrund des Klimawandels nur für eine Frage der Zeit. Fest etablierte Populationen der Tigermücke gebe es bereits vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Berlin, erklärt Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

Tigermücke in Deutschland: Risiko für Infektionen steigt

„Es ist durchaus möglich, dass sich als Folge der Klimaerwärmung neue - wärmeliebende - Stechmückenarten in Deutschland etablieren“, heißt es dazu beim Umweltbundesamt. Nicht nur die Sommerhitze und wärmere Winter fördern die Ausbreitung der Mücken. Auch extreme Wetterereignisse wie Dürren und heftige Regenfälle können die Vermehrung begünstigen, erklärt das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) in Hamburg.

Gefährlich sind die invasiven Mückenarten an sich zunächst nicht. Sie müssen erst tropische Krankheitserreger von einer infizierten Person aufnehmen, können sie aber dann auf andere Menschen übertragen. Das Risiko für die Übertragung exotischer Krankheitserreger steige, wenn die Populationen invasiver Mückenarten größer würden: „Aktuell ist das Risiko, durch eine Tigermücke mit einem Erreger infiziert zu werden, extrem gering. Langfristig dürfte diese Gefahr aber steigen“, erklärte Dr. Renke Lühken vom BNITM gegenüber dem NDR.

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Roger Eritja/Imago

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