Hitze im Auto

Rechtslage: Darf ich die Autoscheibe einschlagen, um einen Hund zu retten?

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Sie sehen im Hochsommer einen Hund, eingesperrt in einem Auto und ihr erster Impuls ist, die Scheibe einzuschlagen, um den Hund zu retten? Was gut gemeint ist, kann rechtliche Konsequenzen haben.

Den eigenen Hund während des Kurzeinkaufs oder bei anderen Erledigungen im Auto zurücklassen – und das im Sommer? Das passiert regelmäßig – unabhängig davon, wie eindringlich in den Medien davor gewarnt und die tödliche Gefahr angeprangert wird.

Werden Hunde bei sommerlichen Temperaturen im Auto eingesperrt, droht ihnen bereits nach kurzer Zeit ein Hitzschlag, der tödlich enden kann. Dabei bedarf es noch nicht einmal solcher tropischen Temperaturen wie aktuell. Bereits ab einer Außentemperatur von milden 20 Grad kann es im Auto innerhalb einer Stunde lebensgefährlich heiß werden. Steigen die Temperaturen auf 30 Grad, dauert es nur wenige Minuten, bis Lebensgefahr besteht. Doch was kann man als Außenstehender eigentlich tun, wenn einem ein hilfloser Hund eingesperrt in einem Auto auffällt? Und wie sieht die entsprechende Rechtslage aus?

Darf ich die Scheibe einschlagen, um einen Hund zu retten?

Bevor Sie die Autoscheibe einschlagen, um einen Hund zu retten, sollten Sie einiges beachten. (Symbolbild)

Rechtlich gesehen ist es verboten, Hunde im Sommer im Auto einzusperren. Bei Missachtung macht man sich der Tierquälerei schuldig und muss mit einem Bußgeld von 25.000 Euro rechnen. Fällt Ihnen beispielsweise auf einem Parkplatz ein alleingelassener Hund in einem Auto auf, der unter Umständen auch noch stark hechelt und offensichtlich um sein Überleben kämpft, ist meist die erste Reaktion: Die Scheibe muss eingeschlagen werden, um den Vierbeiner zu retten. Doch trotz aller Tierliebe und Zivilcourage ist hier Vorsicht geboten!

In Deutschland ist das Einschlagen einer fremden Autoscheibe verboten und kann gemäß Zivilrecht als Sachbeschädigung geahndet werden. Ganz anders ist die Lage, wenn ein Mensch gerettet werden muss – in diesem Fall sind Sie verpflichtet, das Fenster zu zerschlagen. Tun Sie dies nicht, machen Sie sich wegen unterlassener Hilfeleistung strafbar. Davon ausgenommen allerdings: Hunde. Doch für den Notfall gibt es eine entsprechende Rechtsgrundlage.

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Gemäß § 34 StGB darf einer nicht abwendbaren „Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut“ (eingenommen Tiere) mit adäquaten Mitteln begegnet werden. Laut § 228 BGB handelt zivilrechtlich auch nicht widerrechtlich, „wer eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, um eine durch sie drohende Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden.“

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

Strafgesetzbuch (StGB) § 34 Rechtfertigender Notstand

Wie rette ich einen Hund – ohne rechtliche Konsequenzen?

Um sich auf das oben genannte Recht berufen zu können, muss nachgewiesen werden, dass es sich tatsächlich um einen Notfall gehandelt hat und kein anderes Mittel zum selben Ziel geführt hätte. Damit Sie im Nachgang keine rechtlichen Konsequenzen befürchten müssen, gibt es einige Tipps, die Sie befolgen können, wenn Sie das nächste Mal im Sommer einen eingesperrten Hund in einem Auto sehen.

Vierbeiner für Allergiker: Diese zehn Hunderassen lassen Allergiker aufatmen

Ein grauer Schnauzer sitzt im hohen Gras und hängt seine Zunge raus.
Schnauzer: Ihr markanter Gesichtsschmuck verleiht dieser Hunderasse den Namen. Sowohl Zwergschnauzer als auch Mittelschnauzer und Riesenschnauzer tragen den charakteristischen Schnauzbart und die zottigen Augenbrauen. Als Arbeits- oder Diensthunde erledigen sie manchmal wichtige Aufgaben. Ihren Schutzinstinkt leben sie auch den Besitzern gegenüber aus, die sie treu bewachen. Im sozialen Miteinander beweisen Schnauzer ihre Intelligenz und wollen ihre Energie bei ausreichenden Spielgelegenheiten und Gassirunden loswerden. Das borstige Fell gibt es in unterschiedlichen Tönen, darunter Schwarz und schwarz weiß meliert. Wird sein Fell richtig gepflegt, haart der Schnauzer kaum, sodass er auch für Allergiker ein toller Hund ist. © Panthermedia/Imago
Ein Malteser liegt auf dem Boden und blickt in die Kamera.
Malteser: Wer sich trotz Hundehaar-Allergie einen kleinen Gefährten wünscht, ist mit dieser liebenswerten Hunderasse gut beraten. Malteser sind charmant und anhänglich. Von ihrem reinweißen Fell verlieren sie in der Regel nicht viel, was sie für Allergiker besonders geeignet macht. Sie sind klug, spielen gerne und lieben es, ihre Besitzer um sich zu haben, die ihnen nach Möglichkeit jede Menge Hinwendung signalisieren sollten. Das sanfte Wesen der Malteser verträgt sich gut mit Kindern und anderen Haustieren. © Karsten Eggert/Imago
Bo, der schwarz-weiße Hund der Familie Obama, posiert vor dem Weißen Haus.
Portugiesischer Wasserhund: Der bekannteste Vertreter seiner Rasse ist Bo, der ehemalige First Dog von Amerika. Unter Barack Obama wurde der Portugiesische Wasserhund der Allgemeinheit bekannt – auch weil er oftmals als Allergiker-Hund empfohlen wird. Seine hübschen Locken sind so dicht, dass lose Haare darin hängenbleiben und er somit kaum haart. Experten empfehlen jedoch, die individuelle Verträglichkeit vor einer Anschaffung ausgiebig zu testen. © Everett Collection/Imago
Ein weißer Großpudel blickt in die Sonne.
Pudel: Der elegante Pudel ist ein facettenreicher Hund, der sich wunderbar als Familienhund eignet. Die Rasse trumpft nicht nur mit ihrer außergewöhnlichen Intelligenz auf, sondern macht sich bei allergischen Hundefans vor allem auch durch ihr hypoallergenes Fell viele Freunde. Bei der Größe haben künftige Besitzer eine große Auswahl: Die liebevollen Fellnasen gibt es von klein bis groß in den verschiedensten Ausführungen und Fellfarben. © imagebroker/Imago
Havaneser steht im Wasser.
Bichon Havaneser: Auch als Havaneser bekannt, gehört dieser Hund zur Gruppe der Bichons. Er eignet sich aufgrund seiner Gutmütigkeit für Familien. Auch für Allergiker ist der Havaneser eine gute Option: Er besitzt kein Unterfell und haart nur wenig. Außerdem macht er damit keinen Fellwechsel durch, sodass Tierhaarallergiker wenige Probleme mit ihm als Haustier haben dürften. © Zoonar/Imago
Zwei Bichon Frisés sitzen auf der Wiese.
Bichon Frisé: Dem Pudel optisch ähnlich, ist auch der Bichon Frisé ein herziger und sozialer Geselle. Die hypoallergenen Locken benötigen zwar regelmäßige Pflege, dafür begeistern sie Allergiker mit ihrer guten Verträglichkeit und dem minimalen Fellverlust. Bichon Frisés gibt es in Weiß, Apricot und Creme. Die kleinen Fellnasen sind kontaktfreudig und verspielt und eignen sich dadurch bestens für Familien mit Kindern und weiteren Haustieren. Mit ihrer liebevollen Ader schätzen sie die Anwesenheit ihrer Menschen sehr. Sie neigen zwar zur Anhänglichkeit und können auch stur werden, sind dafür jedoch sehr fröhlich und erfreuen ihre Besitzer mit Unbeschwertheit und Intelligenz. © blickwinkel/Imago
Ein Yorkshire Terrier steht auf einem Felsen und blickt nach unten.
Yorkshire Terrier: Ihr kleiner Körperbau und ihre quirlige, aber auch anpassungsfähige Art macht diese Hunde zu beliebten Weggefährten für Einzelpersonen und Familien – auch bei Menschen mit einer Allergie gegen Hundehaare. Das lange Fell von Yorkshire Terriern glänzt für gewöhnlich in Gold und Blau. Von ihrer Größe dürfen sich Interessenten nicht täuschen lassen, denn die kleinen Vierbeiner sind durchaus selbstbewusst und können mit ihrer stolzen Art bestens für sich einstehen. Nach ausreichender Auslastung lieben sie es, mit ihren geliebten Menschen zu kuscheln. © Westend61/Imago
Das pelzige Gesicht eines braunen Labradoodles.
Labradoodle: Die Züchtung aus Labrador Retriever und Pudel ist nicht nur besonders liebevoll, sondern eignet sich auch für Hundeliebhaber mit Tierhaarallergie. Eigenschaften wie Aktivität, Gutmütigkeit und Familienfreundlichkeit machen den Labradoodle zu einem tollen Begleiter. Ein weiterer Pluspunkt: Doodles verlieren nur wenige Haare und produzieren weniger Allergene – das macht die intelligenten Hunde zu einer tollen Option für Menschen mit Hundehaar-Allergie. © Wirestock/Imago
Ein Goldendoodle sitzt im Garten und blickt in die Sonne.
Goldendoodle: Auch eine weitere Doodle-Art ist allergikerfreundlich. Der Goldendoodle ist eine Züchtung aus Pudel und Golden Retriever und zeichnet sich wie andere Doodles durch Vielseitigkeit, Intelligenz und Umgänglichkeit aus. Der familienfreundliche Doodle hat kein Problem mit weiteren Haustieren und erfreut sich dank seiner hypoallergenen Eigenschaften großer Beliebtheit unter Hundefreunden. Doodles gibt es in den verschiedensten Größen, Optiken und Charaktereigenschaften. Auch die Haarbeschaffenheit variiert stark: Zwischen glattem und lockigem Fell gibt es unterschiedliche Abstufungen, wobei Doodles mit Locken den geringsten Haarverlust haben. © agefotostock/Imago
Zwei Basenjis liegen auf einer Wiese.
Basenji: Diese hypoallergene Hunderasse kann sanft und treu, als ehemaliger Jagdhund aber auch eigensinnig sein und nach Unabhängigkeit streben. Als Anfängerhund wird sie daher kaum empfohlen – auch weil Hunde dieser Rasse viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Basenjis gibt es in verschiedenen Farben, darunter rot, dreifarbig, schwarz und gestromt. Ihr einzigartiges Erkennungsmerkmal ist ihre Lautäußerung: Statt wie andere Hunde zu bellen, machen sich Basenjis durch das sogenannte „Baro“ bemerkbar, eine Art Jodeln oder Heulen. Gerade Allergiker freuen sich über die Eigenart des Basenji, sich gerne zu putzen. Fellpflege wie regelmäßiges Bürsten dient Hund und Besitzer in dieser Hinsicht außerdem. © blickwinkel/Imago

Leitfaden: So retten Sie einen Hund im Sommer aus einem Auto

  • Besitzer ausfindig machen: Bevor Sie zum rettenden Schlag ansetzen, sollten Sie zuerst versuchen, den Halter des Vierbeiners beziehungsweise des Wagens ausfindig zu machen. Achten Sie dabei zu jeder Zeit auf den Zustand des Hundes.
  • Polizei oder Feuerwehr alarmieren: Ist keine Ansprechperson auffindbar, rufen Sie Polizei oder Feuerwehr. Nach dem Versuch, die zuständige Person ebenfalls zu erreichen, werden auch die Einsatzkräfte das Fahrzeug öffnen und den Hund retten – unter Umständen durch das Einschlagen der Scheibe.
  • Zeugen dazuholen und Fotos und/oder Videos machen: Sind die Rettungskräfte nicht schnell genug vor Ort, sollten Sie den lebensgefährlichen Zustand des Vierbeiners von Anwesenden bezeugen lassen. Erst dann können Sie die Autoscheibe einschlagen.
  • Scheibe einschlagen: Besteht akute Lebensgefahr, sollten Sie die Scheibe zeitnah einschlagen. Einen Hitzschlag erkennen Sie beim Hund anhand seines starken Hechelns, apathischem Verhalten, Taumeln oder Krampfen, Erbrechen und Durchfall.
  • Für Kühlung sorgen und Tierrettung holen: Haben Sie den überhitzten Vierbeiner schließlich gerettet, bringen Sie ihn aus der Sonne und versuchen Sie, ihm etwas (lauwarmes) Wasser zu geben. Im Anschluss informieren Sie die Tierrettung und versuchen, den Hund bis zu deren Ankunft in Seitenlage zu halten. Versuchen Sie nach Möglichkeit, den Hund zu kühlen.

Rubriklistenbild: © blickwinkel/Imago

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