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Schimmel vermeiden, Energie sparen: 4 Tipps fürs Lüften, an die Sie in der kalten Jahreszeit denken sollten

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  • Kilian Bäuml
    Kilian Bäuml
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Richtiges Lüften im Winter ist eine Kunst. Es geht um mehr als nur frische Luft – es geht um Gesundheit, Energieeffizienz und Schimmelvermeidung.

Kassel – Ist die Wohnung endlich mollig warm, öffnet man wahrscheinlich ungern die Fenster. Aber: insbesondere während der kühlen Monate ist es entscheidend, richtig zu lüften, um ein ideales Raumklima zu gewährleisten. Viele Menschen sind jedoch unsicher, wie lange sie ihre Innenräume belüften sollten, um die Raumtemperatur angenehm warmzuhalten. Neben der Temperatur spielt jedoch auch die Luftfeuchtigkeit eine wesentliche Rolle für ein komfortables Raumklima.

Mit dem richtigen Lüften lässt sich Schimmelbildung vorbeugen. (Symbolbild)

Die Verbraucherzentrale empfiehlt für ein ideales Raumklima eine Temperatur zwischen 18 und 22 Grad Celsius und eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent. Bei einer konstanten Luftfeuchtigkeit von über 50 Prozent im Winter erhöht sich das Risiko von Schimmelbildung in der Wohnung. Fällt sie unter 30 Prozent, besteht zwar keine Schimmelgefahr, jedoch kann die trockene Luft die Schleimhäute reizen. Die Luftfeuchtigkeit kann übrigens mit einem Thermo-Hygrometer gemessen werden, das in vielen Baumärkten erhältlich ist.

Richtiges Lüften im Winter: Auf was man achten sollte, um Schimmel zu vermeiden und Energie zu sparen

Ein weiterer wichtiger Faktor für das Raumklima ist der CO₂-Gehalt in der Raumluft, gemessen in Parts per Million (ppm). Normalerweise liegt der Kohlendioxidanteil in der Außenluft bei etwa 400 ppm, in Innenräumen kann er jedoch schnell ansteigen. Der CO₂-Gehalt der Raumluft hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden: Ein Wert von bis zu 1000 ppm wird als tolerierbar angesehen – höhere Werte können gesundheitliche Auswirkungen haben. Regelmäßiges Lüften ist daher von großer Bedeutung.

CO₂-Anteil der RaumluftMögliche gesundheitliche Symptome
400-1000 ppm Keine
ab 1000 ppmErste Anzeichen wie Müdigkeit möglich
ab 2000 ppmAnzeichen wie Müdigkeit und Konzentrationsverlust

Fehler beim Lüften im Winter vermeiden: Experte gibt Tipps

Wie lüftet man aber in der kalten Jahreszeit richtig und was sollte man vermeiden? Hans-Jörn Moriske, ehemaliger Direktor des Umweltbundesamts, empfiehlt dem WDR gegenüber, Fenster bei niedrigen Außentemperaturen nicht ständig auf Kipp zu lassen – auch wenn dies den CO₂-Gehalt in der Raumluft niedrig halten könnte. Insbesondere nicht, wenn gleichzeitig geheizt wird. Ein ständig gekipptes Fenster führt dazu, dass die warme Heizungsluft direkt wieder aus dem Raum entweicht und Energie verschwendet wird. Daher rät Moriske dringend, die Heizung vor dem Lüften auszuschalten.

Darüber hinaus kann ein ständig gekipptes Fenster die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen – dies kann letztendlich dazu führen, dass das Schimmelrisiko in der Wohnung steigt. Wer gesundheitliche Probleme durch Schimmel und mögliche Bauschäden vermeiden möchte, sollte Fenster in der kalten Jahreszeit also nicht ständig auf Kipp lassen.

Wie die Verbraucherzentrale unter anderem warnt, können bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 70 bis 80 Prozent direkt an einer Wand Schimmelpilze entstehen; das ist zum Beispiel im Bad oft der Fall. Anzeichen dafür sind jedoch nicht zwangsläufig, dass die Wand feucht sein muss oder Kondenswasser sichtbar ist. Laut Verbraucherzentrale tritt dies erst bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent auf.

Auf folgende Aspekte sollte man beim Lüften im Winter achten:

  • Fenster nicht dauerhaft gekippt haben
  • Heizung beim Lüften ausschalten
  • Zwei- bis viermal täglich Lüften
  • Fünf Minuten Stoßlüften

Wie man im Winter am besten lüftet, um Schimmel zu vermeiden und Energie zu sparen

Das Umweltbundesamt empfiehlt, auch bei kalten Außentemperaturen im Herbst und Winter zwei- bis dreimal täglich zu lüften. Dabei sollte jeder Raum durch ein oder mehrere weit geöffnete statt gekippte Fenster für fünf Minuten stoßgelüftet werden. Die Website Mein-Klimaschutz.de rät sogar dazu, in der kalten Jahreszeit drei- bis viermal täglich zu lüften, um den CO₂-Gehalt in der Raumluft auf einem angenehmen Niveau zu halten und gleichzeitig das Schimmelrisiko zu reduzieren. Auch hier wird empfohlen, die Heizung vor dem Lüften auszuschalten und für etwa fünf Minuten zu lüften.

Auf diese Weise können auch in den kälteren Monaten Energie und damit verbundene Kosten für Verbraucher eingespart werden. Laut Mein-Klimaschutz kann durch richtiges Lüften in einer durchschnittlich großen Wohnung im Jahr bis zu 340 Kilogramm CO2 eingespart werden. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von etwa 85 Euro.

Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von Redakteur Kilian Bäuml sorgfältig überprüft.

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