Verbraucher müssen genau hinsehen

Gleiche Verpackung, weniger Inhalt! Aufpassen bei diesen dreisten Mogelpackungen

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Beim Einkauf haben Kunden kaum eine Chance, die dreisten Täuschungen zu erkennen. Die Plätze 1 bis 5 der „Mogelpackung des Jahres 2022“ sind allesamt bekannte Produkte.

Frech, frecher, Rama. Die „Mogelpackung des Jahres 2022“ steht fest. Und es überrascht nicht, dass die Verbraucher sauer sind. Gleiche Packung, gleicher Preis (!), aber weniger Inhalt – da haben sich die Hersteller den Streichfetts „Rama“ den Negativpreis wahrlich verdient. Aber auch andere Hersteller ziehen die Verbraucher über den Tisch.

„Mogelpackung des Jahres 2022“: Bei „Rama“ werden die Verbrauchen massiv getäuscht

„Verbraucherinnen und Verbraucher haben die „Rama“ von Upfield zur „Mogelpackung des Jahres 2022“ gewählt. Über 40 Prozent der Teilnehmenden stimmten für das bekannte Streichfett“, schreibt die „Verbraucherzentrale Hamburg“. Noch nie seien so viele Beschwerden zu einem Produkt eingegangen.

Besonders gemein: Die wenigsten Verbraucher bemerken gleich beim Einkauf, dass sie getäuscht werden. Im noch immer gleichen Becher sind seit 2022 nur noch 400 statt 500 Gramm Aufstrich enthalten. Gewinnbringend für die Hersteller: Der Preis ist gleich geblieben. Das macht eine Preiserhöhung von 25 Prozent. Aber ganz ohne Konsequenzen kommt die Firma dafür nicht davon.

Das war zu viel: Für Upfield gibt es neben dem Preis für die „Mogelpackung des Jahres 2022“ auch eine Klage

Die Verbraucherzentrale Hamburg verklagt Upfield wegen Irreführung. Außerdem ist der Gesetzgeber aufgefordert, Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor solchen versteckten Preiserhöhungen zu schützen. Auch das Milchprodukt auf dem zweiten Platz mogelt gewaltig.

Haribo, Funny Frisch, Leerdammer: Höherer Preis, weniger Inhalt – Die größten Mogelpackungen

Leerdammer Original
Beim Käse „Leerdammer Original“ schlägt die Preiserhöhung gleich doppelt zu. Das Produkt kostet nicht nur 50 Cent mehr, sondern hat auch noch 20 Gramm weniger Inhalt. Insgesamt kommt das Produkt so auf eine Preiserhöhung von 43 Prozent. Andere Produkte der Marke sind auch um bis zu 40 Prozent im Preis gestiegen. Als Hauptgrund dafür nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Preise für Milch. © Verbraucherzentrale Hamburg
Beerenmischung Gut & Günstig
Die Shrinkflation gibt es auch bei Eigenmarken. So wurde die Beerenmischung der Edeka-Marke Gut & Günstig um satte 60 Prozent teurer. Während man früher für 750 Gramm Beeren noch 2,49 Euro bezahlt hat, muss man nun 2,65 Euro für 500 Gramm bezahlen. Die Packungsgröße ist also um 250 Gramm geschrumpft – der Preis aber trotzdem gestiegen. Edeka nennt Ernteschwankungen und stark gestiegene Transportkosten als Grund. © Verbraucherzentrale Hamburg
funny-frisch ungarisch Multipack
Bei den kleinen Multipacks von Funny Frisch ist der Preis gleich geblieben. Doch in jeder Einzelpackung befinden sich zehn Gramm weniger Chips. Folgende Begründung liefert der Hersteller gegenüber der Verbraucherzentrale Hamburg: „Um unserem hohen Qualitätsanspruch weiterhin gerecht werden zu können, waren wir gezwungen, ab September 2022 den Kostenanstieg über eine Anpassung der Funny Frisch Chipsfrisch-Grammaturen auszugleichen. Dabei hat auch die Unsicherheit hinsichtlich der Verfügbarkeit einzelner Rohstoffe, wie beispielsweise Sonnenblumenöl eine große Rolle gespielt.“ © Verbraucherzentrale Hamburg
CD Cremeseife
Die Shrinkflation betrifft nicht nur Lebensmittel. Auch bei Drogerieprodukten schrumpfen die Verpackungsgrößen. Beispielsweise bei der CD Cremeseife. Diese wiegt bei gleichem Preis nur noch 100 statt 125 Gramm und ist somit um 25 Prozent teurer geworden. © Verbraucherzentrale Hamburg
Crunchips Cheese & Onion
Nicht nur Funny Frisch hat an der Preisschraube gedreht. Auch der Snack-Produzent Lorenz hat versteckt die Preise erhöht. In der Crunchips-Packung sind jetzt 25 Gramm weniger – doch der Preis bleibt gleich. Das kommt einer Preiserhöhung von 17 Prozent gleich. Als Grund nennt der Hersteller die Kostensteigerungen. © Verbraucherzentrale Hamburg
Verpoorten Desserts
Die Firma Merl hat den Preis für ihre Verpoorten Desserts im Rahmen einer Neugestaltung der Verpackung angepasst. Das Produkt ist zwar jetzt ein wenig billiger – doch mit deutlich weniger Inhalt. Grund dafür sei laut Merl die neue nachhaltige und hochwertige Glas-Verpackung. Diese sei schließlich teurer als Plastik. © Verbraucherzentrale Hamburg
Rewe 5-Korn-Müsli
Rewe hat die Verpackung des hauseigenen 5-Korn-Müslis deutlich verkleinert. Doch trotz reduziertem Preis geht damit immer noch eine Preissteigerung von 17 Prozent einher. Als Begründung für die Veränderung erklärt der Hersteller lediglich, dass alle Wettbewerber auch nur 750-Gramm-Packungen anbieten. Daher wurde die Größe verändert. © Verbraucherzentrale Hamburg
Calgon Power Pulver
Beim Wasserenthärter von Calgon hat sich der Hersteller eines besonderen Tricks bedient. Der Preis hat sich nicht verändert – nein es sieht sogar aus, als wäre jetzt mehr enthalten. Denn auf der alten Packung war angegeben, dass mit der Menge 46 Waschladungen möglich sind. Jetzt sind es 50 Waschladungen. Was jedoch nicht deutlich gemacht wird: Bei der alten Angabe mit 46 Waschladungen handelt es sich um die Anzahl der Wäschen mit sehr hartem Wasser – bei hartem Wasser wären damit sogar 71 Wäschen möglich. Die neue Angabe mit 50 Wäschen pro Packung bezieht sich allerdings nur auf hartes Wasser. Somit fehlen mit der neuen Mogelpackung insgesamt 21 Waschgänge. © Verbraucherzentrale Hamburg
Vivil Hustenbonbons
Auch bei den Hustenbonbons der Marke Vivil gibt es mittlerweile weniger fürs Geld. Insgesamt kostet die Packung mit jetzt 120 Gramm statt zuvor 132 Gramm 17 Prozent mehr. Als Grund nennt auch dieser Hersteller die gestiegenen Produktionskosten. © Verbraucherzentrale Hamburg
Haribo Roulette
Selbst der berühmte Gummibären-Hersteller Haribo scheut sich nicht vor der Shrinkflation. Bei der Sorte Roulette wurde jetzt schlichtweg eine Rolle entfernt, wodurch die Packung nur noch 150 Gramm wiegt. Der Preis bleibt gleich. Auch diverse andere Haribo-Sorten wiegen jetzt 25 bis 10 Gramm weniger. © Verbraucherzentrale Hamburg

Beim Scheibenkäse „Leerdammer“ von Lactalis schrumpfte der Inhalt von 160 auf 140 Gramm schrumpfte, obwohl „dauerhaft 1 Scheibe mehr“ versprochen war. Die „Verbraucherzentrale Hamburg“ gibt außerdem weitere Trickser bekannt: „Auf den Plätzen drei bis fünf landen der Wasserenthärter „Calgon“, Haribos „Goldbären“ und die „Pringles“ Chips.

Rubriklistenbild: © dpa/Monika Skolimowska; Verbraucherzentrale Hamburg; Montage HEADLINE24

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