Wie Sie Wirbelsäulenproblemen vorbeugen – Arzt empfiehlt drei Sportarten und Kalzium
VonJuliane Gutmann
schließen
Arthrose ist eine häufige Ursache für Rückenbeschwerden. Mediziner vom Klinikum Ingolstadt berichten, wie Sie Ihren Rücken schützen und so dem Verschleiß vorbeugen.
Je fortgeschrittener das Alter, desto höher die Wahrscheinlichkeit für Rückenprobleme. Denn Gelenke, Wirbel und Bandscheiben verschleißen mit zunehmendem Alter. Und auch die Knochengesundheit verändert sich mit den Jahren. So steigt das Risiko für Osteoporose, eine Erkrankung, bei der die Knochen porös werden und leicht brechen. Osteoporose begünstigt Wirbelsäulenbrüche, wie Professor Hans-Georg Palm, Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Ingolstadt informiert. „Bei den Brüchen unterscheiden wir zwischen Verletzungen mit erheblicher Krafteinwirkung, wie z.B. Stürzen aus großer Höhe oder Verkehrsunfällen, und die vor allem im höheren Alter und bei geschwächter Knochenstruktur (z. B. Osteoporose) auftretenden Frakturen“, so der Experte.
Oft sind auch Verschleißerscheinungen der Grund für Rückenbeschwerden. „Sie haben ihre Ursache in Bandscheibenleiden, Arthrose der Wirbelgelenke oder überwucherndem Wachstum des Haltebandapparates, wobei zumeist Mischformen vorliegen“, wird Professor Palm in einer Veröffentlichung des Klinikums Ingolstadt weiter zitiert.
Wie Sie effektiv Verschleißerscheinungen vorbeugen können und wie Sie das Risiko von Wirbelsäulenproblemen minimieren, erklären Experten vom Klinikum Ingolstadt.
Durch rückengerechtes Verhalten dem Verschleiß vorbeugen
„Zunächst ist es wichtig, zu verstehen, dass ein gewisser Verschleiß im Rahmen des Älterwerdens einen ganz normalen Vorgang darstellt und bei Weitem nicht immer Schmerzen oder andere körperliche Probleme mit sich bringen muss. Dennoch gibt es natürlich Möglichkeiten, einem ausgeprägten Verschleiß entgegenzuwirken“, erklärt Professor Siamak Asgari, Direktor der Klinik für Neurochirurgie, vom Klinikum Ingolstadt. Als wichtige Maßnahme nennt er hier rückengerechtes Verhalten. Nicht nur die Art und Weise, wie man am Schreibtisch sitzt und wie ergonomisch der Arbeitsplatz eingerichtet ist, würden hier eine gewichtige Rolle spielen: „Hals- und Brustwirbelsäule betreffend sollten Sie regelmäßig aktive Schultergymnastik durchführen; damit sind Übungen zur Lockerung und Dehnung des Schultergürtels gemeint, genauso wie Muskelkräftigungsübungen. Und nicht zu vergessen: Schränken Sie Ihren Smartphone-Gebrauch auf ein vernünftiges Maß ein, um den sogenannten Handynacken zu vermeiden“, empfiehlt Asgari.
Von links nach rechts: Prof. Dr. Palm (Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie), Prof. Dr. Blattert (Leiter des Interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums) und Prof. Dr. Asgari (Direktor der Klinik für Neurochirurgie).
Auch die Ernährung entscheidet mit, ob man später im Leben Wirbelsäulenprobleme bekommt. „Übergewichtige Menschen erkranken signifikant häufiger an Wirbelsäulenverschleißerkrankungen, als Normalgewichtige“, so Professor Thomas Blattert, Leiter des Interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums am Klinikum Ingolstadt. Er empfiehlt zudem, sich in höherem Alter kalziumreich zu ernähren, um das Osteoporose-Risiko zu senken. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch Vitamin D, das bei einem nachgewiesenen Mangel in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zugesetzt werden sollte.
Stress nachhaltig reduzieren – mit bewährten Entspannungstechniken
Rudern, Skilanglauf und Rückenschwimmen als rückenschonender Sport
Um das Risiko für Wirbelsäulenprobleme zu minimieren, rät Blattert zu rückenschonenden Sportarten wie Rückenschwimmen, Skilanglaufen oder Rudern. „Tatsache ist, dass solche Sportarten, bei denen es nicht zu einer regelmäßigen Drehbewegung des Oberkörpers gegenüber Becken und Beinen kommt, als deutlich rückenschonender eingestuft werden“, so Blattert. Golf, Tennis oder Squash gelten entsprechend als eher rückenschädigend.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren Redakteurinnen und Redakteuren nicht beantwortet werden.