Sprechen wir mal Pferd

„Reiter sollten verstehen, wie Pferde wirklich denken“ – Trainerin Jadasa Jablonowski schreibt erstes Buch

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Jadasa Jablonowski ist Trainerin und international erfolgreiche Westernreiterin. Wie sie Menschen mit ihrem ersten Buch helfen will, verrät die 43-Jährige im Interview.

Wann schreibst du endlich ein Buch? Diese Frage bekam Jadasa Jablonowski unzählige Male von ihren Reitschülern gestellt. Im oberbayerischen Markt Schwaben zu Hause gibt die 43-Jährige europaweit Kurse für Reiter auf unterschiedlichstem Wissensstand und bildet seit vielen Jahren Pferde vom Jungpferd bis zum Spitzensportler aus. Dreimal gewann sie den Quarter Horse Congress in den USA, war Dritte auf der Weltmeisterschaft und ist mehrfache Deutsche- und Europameisterin. Nun haben ihre Fans allen Grund zur Freude: Jadasa Jablonowski nutzte die fast zweijährige Coronazeit, um all ihr Basiswissen zum erfolgreichen Umgang mit dem Pferd zu Papier zu bringen.

„Reiter sollten verstehen, wie Pferde wirklich denken“ – Trainerin Jadasa Jablonowski schreibt erstes Buch

Mit ihrem Buch möchte Jadasa Jablonowski so vielen Menschen und Pferden wie möglich helfen.

Herausgekommen ist eine moderne Reitlehre für jeden Reiter und jede Reitweise – mit vielen Beispielen aus dem Alltag einer Profitrainerin und über 60 ausführlichen Illustrationen zum leichteren Verständnis. Im Fokus ihrer Trainings-Philosophie steht der faire Umgang mit dem Partner Pferd. Und die Pflicht des Menschen, Pferde besser zu verstehen, um Frust im Sattel zu vermeiden. „Jedes Pferd kann an feinen Hilfen geritten werden. Die Lösung liegt im Verständnis“, ist sich Jadasa Jablonowski sicher, die von ihren Reitschülern und Followern auch liebevoll Dasi genannt wird.

„Alle Reiter sollten verstehen, wie Pferde wirklich denken. Nachdenken und Verstehen sind so unglaublich wichtige Teile der Reiterei. Doch hierüber wird viel zu selten gesprochen“, schreibt Jadasa Jablonowski. Mit ihrem Buch hat sie genau das geändert. Wir haben nachgefragt: Wie kam es überhaupt zu der Idee mit dem eigenen Buch? Und wie regen Dasis Zeilen zum Umdenken beim Menschen an? Diese und weitere Fragen beantwortet die Profitrainerin im Interview mit Landtiere.de.

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Frau Jablonowski, wie sind Sie dazugekommen, ein Buch zu schreiben?

Jadasa Jablonowski: Ich hatte schon sehr lange vor, die Eckpunkte meiner Ausbildungsphilosophie aufzuschreiben. Erstmal war es gedacht, um den Schülern meiner Kurse auch zu Hause mehr zur Seite zu stehen. Leider hatte ich aufgrund der Turniere nie die Zeit dazu. Dann kam Corona und so habe ich angefangen zu schreiben. Es war eine riesige Herausforderung für mich, all mein Wissen in ein Buch zu bringen. Mein Antrieb war es, so vielen Menschen wie möglich zu helfen. So habe ich geschrieben und geschrieben. Auch die Illustrationen sind mir sehr am Herzen gelegen. Sie bilden das Reiten so ab, wie ich es mir vorstelle. Ich bin sehr froh, jetzt viele Reiter beim täglichen Training unterstützen zu können.

Begleitend zu ihrem ersten Buch hat Jadasa Jablonowski ein Workbook entwickelt.

An wen richtet sich das Buch „Sprechen wir mal Pferd“?

Jablonowski: Es ist für jeden Pferdeliebhaber. Nicht nur für Turnierreiter und völlig unabhängig vom Sattel und der Reitweise. Für einfach jeden. Es geht um die grundsätzliche Kommunikation und ein völlig neues Verständnis für das Pferd, uns selbst und das Reiten.

Wo regt dieses Buch vielleicht sogar zum Umdenken an?

Jablonowski: Veränderungen gehen immer beim Menschen los. Der Reiter muss seine Kommunikation verbessern. Sobald sich das Verständnis des Reiters ändert, wird es automatisch zu einem Umdenken kommen. Genau deswegen ist es mir so wichtig, den Leser zum Nachdenken zu bringen. Alles wird neu reflektiert und aus diesen Puzzlestücken wird die Reitlehre schlüssig erklärt.

Pferde denken nicht wie Menschen. Sie denken wie Pferde.

Jadasa Jablonowski

Ihr Buch ist sehr ungewöhnlich, da es nicht mit Fotos, sondern mit Illustrationen arbeitet. Wie kam es dazu?

Jablonowski: Ich möchte dem Leser die wirklich wichtigen Informationen vermitteln. Alles, was konkret ist – die Farbe des Pferdes, die Jacke des Reiters – lenkt ab. Der Leser soll sich auf das Wesentliche fokussieren können. Das geht mit Illustrationen besser als mit vorgefertigten Bildern. Das eigene Pferd sieht ohnehin ganz anders aus als jedes verfügbare Bild. So kann sich jeder mit den Illustrationen identifizieren.

Die zehn außergewöhnlichsten Pferderassen – und ihre wichtigsten Eigenschaften

Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus.
Ein Pferd im Miniatur-Format ist das American Miniature Horse. Diese Rasse zeichnet ein feiner, eleganter Körper mit schönen Proportionen aus. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner.
Von mini zu maxi: Eine imposante Erscheinung sind die Shire Horses aus England. Die größte Pferderasse der Welt wird auch liebevoll als sanfter Riese bezeichnet. Mit ihrem coolen Temperament sind sie der ideale Freizeitpartner. (Symbolbild) © Horst Galuschka/Imago
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten.
Die American Bashkir Curly Horses haben nicht nur lockiges Fell und Langhaar, sondern sind auch für die meisten Allergiker geeignet. Ihr Proteinmuster in den Hautzellen unterscheidet sich von anderen Rassen, weshalb sie als hypoallergen gelten. (Symbolbild) © Anni Sommer/Imago
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen.
Das Exmoor Pony hat Ähnlichkeit mit dem Urtyp des europäischen Wildpferds. Ihr Körperbau ist klein und kompakt. Sie sind als äußerst robuste Pferderasse bekannt, die in Südengland nahezu wild im gleichnamigen Nationalpark aufwachsen. (Symbolbild) © Miroslav Chaloupka/Imago
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar.
Der Marwari hat ein markantes Erkennungsmerkmal: seine Sichelohren, die sich fast an der Spitze berühren. Die elegante, indische Pferderasse hat seidiges Fell und Langhaar. (Symbolbild) © Vladimir Sklyarov/Imago
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen.
Seinen Namen hat der Jütländer von der gleichnamigen Region Dänemarks, aus der er stammt. Er zählt zu den ältesten europäischen Kaltblutrassen, die ein Gewicht von bis zu 800 Kilogramm erreichen. (Symbolbild) © Antje Lindert-Rottke/Imago
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft.
Robust, intelligent und vielseitig: Die Eriskay Ponys sind an der Westküste Schottlands beheimatet. Sie gelten als die letzten Überlebenden der ursprünglich einheimischen Ponys. Die Rasse wird daher vom Rare Breed Survival Trust (RBST) als vom Aussterben bedroht eingestuft. (Symbolbild) © Ernie Janes/Imago
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden.
Eine Kreuzung aus Warmblut und Kaltblut ist der Budjonny. In Deutschland sind die Pferde eher selten vertreten, in ihrer Heimat in Südrussland sind sie dagegen umso bekannter. Budjonny Pferde sind temperamentvoll und äußerst zäh, da sie ursprünglich für die russische Kavallerie gezüchtet wurden. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich.
Kinsky-Pferde sind mittelgroße, leichte Warmblüter, deren Ursprung in Tschechien liegt. Daher sind sie in Deutschland eher weniger verbreitet. Die Rasse ist vor allem für ihren goldenen Schimmer im Fell bekannt. Dafür ist das sogenannte Cream-Gen verantwortlich. (Symbolbild) © agefotostock/Imago
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony.
Bei den Mérens handelt es sich um schwarze, stämmige Gebirgspferde aus den Pyrenäen. Sie sind robust, trittsicher und sanftmütig. Vom Aussehen ähneln sie dem englischen Fell Pony und dem Dales-Pony. (Symbolbild) © Carol Walker/Imago

„Reiter sollten verstehen, wie Pferde wirklich denken“ – Workbook begleitet bei der täglichen Arbeit

Ergänzend zum Buch hat die Autorin ein Workbook entwickelt, in dem sie ihre Leser und deren Pferde bei der täglichen Arbeit begleitet und mit Tipps, Tricks und Quick-Facts unterstützt. „Mein Workbook fängt mit einer Bestandsaufnahme an, damit man sich auf dem kommenden Weg immer wieder mit dem Ausgangspunkt vergleichen kann. Dann beginnt für jeden Reiter und sein Pferd die eigene Geschichte“, erklärt Jadasa Jablonowski. Das Buch „Sprechen wir mal Pferd“ sowie das Workbook sind im Onlineshop unter www.trimax-media.de erhältlich.

Rubriklistenbild: © Rainer Häckl Photographie

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