Aufbackbrötchen, Pizza und Co.

Aufgepasst beim Einkaufen: In diesen Produkten ist Alkohol „versteckt“

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Wer auf Alkohol verzichtet, sollte beim Einkauf ganz genau hinschauen. Denn nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, dass sich Alkohol im Produkt befindet.

Bei manchen Produkten ist es offensichtlich, dass Alkohol enthalten ist – zudem klären gut sichtbare Hinweise auf der Verpackung darüber auf. Etwa bei Pralinen mit Eierlikör. Zudem wird an der Kasse ganz genau draufgeschaut, wer das Produkt kauft – denn der Kauf von Schnapspralinen ist in Deutschland erst am 18 Jahren erlaubt. Doch es gibt auch Produkte, bei denen ist weniger offensichtlich, dass sich darin Alkohol versteckt.

Viele Schnapspralinen zu essen und dann noch Auto zu fahren ist übrigens keine gute Idee – denn es durchaus möglich, die Promillegrenze zu überschreiten.

„Versteckter Alkohol“ in Lebensmitteln: Hier sollte beim Einkauf genau hingeschaut werden

Was viele nicht wissen: Aufbackbrötchen, fertiger Pizzateig, Marzipan oder kleine Brote für Hotdogs enthalten manchmal geringe Mengen Alkohol. Gelistet werden muss die Zutat – die Angabe auf der Zutatenliste ist verpflichtend. Allerdings müssen geringe Mengen an Alkohol nur kleingedruckt auf den Packungen stehen. Die Verbraucherzentralen fordern deshalb auffälligere Hinweise, berichtet die „dpa“. 

„Verbraucherbeschwerden zeigen, dass viele Menschen die Angabe von Alkohol in der Zutatenliste übersehen“, sagte Stephanie Wetzel, Koordinatorin des Projekts Lebensmittelklarheit im Verbraucherzentrale Bundesverband. „Für Kinder und Menschen, die bewusst auf Alkohol verzichten, ist das ein Problem.“

Alkoholhaltige Lebensmittel sollten daher mit einem deutlichen Hinweis versehen werden. „Auch bei unverpackten Lebensmitteln und Speisen im Restaurant, die keine Zutatenliste tragen, sollte Alkohol verpflichtend gekennzeichnet werden“, forderte Wetzel.

In diesen Produkten ist häufig „versteckter“ Alkohol enthalten

„Versteckter“ Alkohol finde sich besonders häufig in Süßigkeiten, Desserts und Fertiggerichten, sagte die Verbraucherschützerin der Deutschen Presse-Agentur. Salatdressings, Feinkostsalate und Konfitüren enthielten gelegentlich ebenfalls Alkohol. In den Zutatenlisten lauten Bezeichnungen teils auch „Ethanol“ oder „Ethylalkohol“, wie es auf dem Portal Lebensmittelklarheit heißt. 

Der Verband Deutscher Großbäckereien erläuterte, teilweise entstehe Alkohol im Teig selbst durch den Gärprozess. Die Stärke im Getreide liefere Zucker, den Hefe in Kohlendioxid und Alkohol umwandele. Das Kohlendioxid sorge dann dafür, dass Brot Volumen erhalte und nicht als gebackener Teigklumpen aus dem Ofen komme. Der Alkohol sei unter anderem zuständig für die Aromabildung und eine gute Kruste. Die messbare Menge sei minimal, und die Waren seien zum Aufbacken bestimmt. Die Kennzeichnung in der Zutatenliste sei ausreichend, betonte der Verband. 

Keine Warnhinweise für Alkohol geplant

In der Bundesregierung gibt es derzeit keine Pläne für neue Packungshinweise. Das Ernährungsministerium erklärte, das auf EU-Ebene geregelte Kennzeichnungsrecht sehe verpflichtende Vorgaben wie Warnhinweise derzeit nicht vor. Das Initiativrecht für Änderungen liege bei der EU-Kommission.

Das Ministerium begrüße einen EU-weit harmonisierten Ansatz einer Kennzeichnung zur Prävention missbräuchlichen Alkoholkonsums. Man werde sich konstruktiv in mögliche Beratungen einbringen.

Geringe Mengen Alkohol wohl kein Problem

Das Bundesinstitut für Risikobewertung erläuterte, es sei davon auszugehen, dass Ethanol aus natürlichen Gärungsprozessen nicht kritisch im Hinblick auf eine Rausch auslösende oder toxische Wirkungen sei – auch bei Verzehr größerer Mengen und durch „empfindliche Untergruppen“ in der Bevölkerung. Bei Aufbackbrötchen könne davon ausgegangen werden, dass die Erhitzung beim Aufbacken zu einer deutlichen Reduktion eventuell vorhandener Ethanolgehalte führe. 

Das Ernährungsministerium wies darauf hin, dass auch in Fruchtsäften und Kefir geringe Mengen natürlichen Alkohols feststellbar seien, was geschmacklich meist nicht zu bemerken sei. Negative Auswirkungen der geringen Mengen seien nach Einschätzung des bundeseigenen Max-Rubner-Foschungsinstituts nicht bekannt.

Rubriklistenbild: © IMAGO / Zoonar

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