Auffrischimpfung

Vierte Corona-Impfung: Wie lange Sie nach dem erneuten Booster geschützt sind

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt allen die vierte Corona-Impfung, also den zweiten Booster. Die STIKO ist da zurückhaltender.

In den meisten Fällen nimmt Corona einen milden Verlauf. Doch auch schwere Krankheitsfälle sind möglich. Um die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder der Entstehung von Long Covid zu minimieren, empfehlen Gesundheitsbehörden eine Corona-Impfung. Rund zwei Jahre nach Beginn der Pandemie geht die Impfkampagne bereits in die dritte beziehungsweise vierte Runde. Denn nach der Booster-Impfung im Winter/Frühjahr 2021/22 lassen viele Menschen bereits zum zweiten Mal ihren Impfschutz auffrischen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den zweiten Booster mit einem mRNA-Impfstoff folgenden Personengruppen:

  • Menschen ab 60 Jahren
  • BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege
  • Personen mit Vorerkrankungen und Immunschwäche
  • Tätigen in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen
Im Herbst und Winter könnten die Corona-Inzidenzen wieder steigen. Eine Impfung schützt vor schweren Covid-19-Verläufen.

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Impfschutz hängt stark vom Geimpften ab – Alter und Immunschwäche nehmen Einfluss

Doch wie lange hält der Impfschutz nach der zweiten Auffrischimpfung an? Der tatsächliche Impfschutz nach einer Immunisierung hängt stark vom Geimpften ab. So geht die STIKO davon aus, dass einige Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Immunschutz aufbauen. Immungeschwächte Personen, aber auch ältere Menschen seien besonders gefährdet, so die STIKO. Und auch bei gesunden Erwachsenen kann keine allgemeingültige Aussage getroffen werden, wie lange der Impfschutz nach der Immunisierung anhält. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert, dass die Impfstoffe von Biontech/Pfizer sowie Moderna nach zwei bis vier Monaten noch zu 85 Prozent vor einer Corona-Infektion schützen.

Wie die Tagesschau informiert, nehme der Impfschutz nach der dritten Impfung zwar in den Folgewochen ab. Doch eine US-amerikanische Studie zeige, dass der Schutz vor Hospitalisierung zwei Monate nach der dritten Impfung bei 91 Prozent liegt. Nach vier Monaten waren es noch 78 Prozent, heißt es weiter. Der Schutz vor Ansteckung sei jedoch sowohl bei dreifach Geimpften als auch bei vierfach Geimpften eher gering und halte nicht besonders lange, zitiert die Tagesschau Andreas Radbruch vom Rheuma-Forschungszentrum Berlin.

Umfrage zum Thema Corona-Impfung

Keine offizielle Empfehlung für vierte Auffrischimpfung für gesunde Erwachsene unter 60

Die aktuelle Datenlage lässt einige Mediziner darauf schließen, dass die Grundimmunisierung und eine Auffrischimpfung mit den bislang zugelassenen Corona-Impfstoffen bei Menschen mit gesundem Immunsystem ausreichen, um einen langfristig guten Schutz vor schweren Corona-Verläufen aufzubauen. Da noch nicht klar ist, ob und welchen Nutzen die zweite Auffrischimpfung für gesunde Erwachsene hat, wird diese aktuell von der STIKO nicht offiziell allen Altersgruppen empfohlen.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

Das Robert Koch-Institut informiert zum Thema Auffrischimpfung: „Nach einer Auffrischimpfung ist der Schutz vor schweren Erkrankungen erneut hoch. Die hohe Schutzwirkung gegenüber schweren Infektionen bleibt aber über mindestens 6 Monate nach der Auffrischimpfung bestehen. Eine 2. Auffrischimpfung führt zu einer erneuten Verbesserung der Wirksamkeit“. Genaue Zeitangaben zur Dauer des Immunschutzes fehlen. Auch die Hersteller wie Biontech und Moderna veröffentlichten bislang keine Informationen darüber, wie lange man nach zweiter Auffrischimpfung Corona-Schutz genießt.

Prof. Dr. Andreas Radbruch, wissenschaftlicher Direktor am Rheuma-Forschungszentrum Berlin, fasst die bisherige Datenlage dem Sciencemediacenter zufolge so zusammen: „Die Bilanz der bisher durchgeführten vierten Impfung ist ernüchternd. Sie deutet darauf hin, dass drei Impfungen reichen, um ein stabiles immunologisches Gedächtnis gegen SARS-CoV-2 und seine Varianten aufzubauen. Es schützt uns langfristig gegen schwere Erkrankung und Tod, aber leider nicht vor Ansteckung“.

Rubriklistenbild: © Sascha Steinach/Imago

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