Ernährungsfallen und Krebsrisiko: Was Sie über Ihre Lebensmittel wissen sollten
VonMichelle Mantey
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Ein verzehrfertiger Salat aus dem Supermarkt wirkt wie eine gesunde Wahl. Solche Fertigprodukte sind jedoch oft mit Keimen belastet oder sogar krebserregend.
Kassel – Schon seit geraumer Zeit wird verarbeitetes rotes Fleisch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung als „wahrscheinlich krebserregend“ klassifiziert. Aber auch mit der veganen Alternative ist man nicht zwingend auf der sicheren Seite. Ein aktueller Test von Öko-Test hat nun vegane Burger-Pattys untersucht und dabei potenziell krebserregende MOAH (aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) entdeckt. Aber auch andere Lebensmittel enthalten bedenkliche Inhaltsstoffe, die diese alles andere als gesund machen.
So steckt etwa in vielen Lebensmitteln versteckter Zucker. Er kann Übergewicht und Krebs fördern. Vor allem in Konserven und Fertiggerichten ist oft mehr Zucker zugesetzt, als der Verbraucher erwartet. Wenn man in Eile ist, sind diese Produkte jedoch verlockend, denn sie nehmen einem viel Arbeit ab.
Als krebserzeugend eingestufte Substanz in Konservendosen nachgewiesen
Das Waschen, Schälen oder Schneiden von Gemüse oder Obst kann manchmal recht mühsam sein. Die Dosenalternative hingegen ist schnell zubereitet. Allerdings wurde nun Bisphenol A, ein Stoff, der bei der Herstellung von Polycarbonat-Kunststoff und Epoxidharzen verwendet wird, in den Lebensmitteln nachgewiesen. Bisphenol A steht nach europäischem Chemikalienrecht im Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen und sogar eine Gefahr für das ungeborene Kind im Mutterleib darzustellen. Besonders hohe Konzentrationen des Stoffes wurden in Tomatendosen gefunden.
Auch Salat, der bereits gereinigt und zerkleinert ist, findet man inzwischen in vielen Supermärkten. Oftmals ist er bereits verzehrfertig in Kunststoffverpackungen erhältlich. Allerdings hat das Max-Rubner-Institut 2019 festgestellt, dass vorgeschnittener Salat eine Fülle von Keimen beherbergt. Die Keimvermehrung wird durch den Zellsaft, der an den Schnittstellen austritt und in Verbindung mit der Plastikverpackung einen Nährboden für Pilze und Bakterien bildet, begünstigt.
Zu einem langfristig erhöhten Krebsrisiko kann auch verborgener Zucker beitragen
Ein scheinbar gesunder Snack oder ein gesundes Frühstück kann sich als echte Zuckerfalle entpuppen. Wenn der Zuckerkonsum dauerhaft zu hoch ist, kann dies zu Übergewicht führen. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat den Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Entstehung von Krebs bereits mehrfach wissenschaftlich bestätigt. Daher sollten Säfte oder andere zuckerhaltige Getränke besser in geringen Mengen und verdünnt konsumiert werden.
Cornflakes - enthalten oft zugesetzten Zucker
Energieriegel - können ebenfalls große Mengen Zucker enthalten
Popcorn - enthält neben Zucker meist auch Diacetyl, dieses Butteraroma kann auf Dauer zu einer Vernarbungen des Lungengewebes führen
Säfte oder Smoothies - enthält sehr viel Fruchtzucker und häufig auch zugesetzten Zucker
Obstjogurt - enthält oftmals große Mengen an zugesetztem Zucker
Quelle: Zentrum der Gesundheit und ZDF
Ebenfalls Vorsicht geboten ist bei Müslis. Eine Untersuchung von Öko-Test aus dem Jahr 2020 hat in einer Reihe von Müsli-Produkten Pestizide nachgewiesen. Diese können das menschliche Erbgut verändern und sind krebserregend.
Bio-Produkte werden allgemein als gesund angesehen, da sie weniger Schadstoffe enthalten. Oft nutzen Hersteller das Wort „Bio“ zur Bewerbung ihrer Produkte, um diese gesünder wirken zu lassen. Tatsächlich kann aber auch eine Bio-Pizza oder eine Tüte Bio-Chips viel Zucker und Salz enthalten. Wesentlich aussagekräftiger als die Bezeichnung „Bio“ sind entsprechende Bio-Siegel – sofern man deren Bedeutung kennt.
Regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können das Krebsrisiko minimieren
Dass Zucker nicht gesund ist, ist bekannt. Viele Hersteller bieten deshalb Produkte mit Zuckerersatzprodukten an. Bei einem davon – Aspartam – sollte man jedoch vorsichtig sein. Dieser Stoff wurden von der WHO als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Der Süßstoff-Verband betont allerdings, dass es sich dabei um kein Gutachten eines Gremiums für Lebensmittelsicherheit handele. „Bei ihrer 2B-Klassifizierung von Aspartam wurden weder die Aufnahmemengen noch das tatsächliche Risiko berücksichtigt“, schreibt der Verband. Der Gemeinsame Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe (JECFA) hat derweil errechnet, Aspartam könne im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung bedenkenlos verzehrt werden. Der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake) liegt laut EFSA bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Der ADI-Wert beschreibt die tägliche Aufnahmemenge, die ein Mensch ein Leben lang sicher verzehren kann.
Transparenzhinweis: Sehr geehrte Leserinnen und Leser, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass derzeit noch geprüft werde, in welchen Mengen Aspartam als unbedenklich eingestuft werden kann. Das Ergebnis der JECFA-Studie ist uns zu diesem Zeitpunkt entgangen. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.
Krebs-Risiko mit gesunden Lebensmitteln senken: Brokkoli, Knoblauch, Zwiebel und Lauch können schützen
Das Deutsche Krebsforschungszentrum empfiehlt generell eine ausgewogene Ernährung in Verbindung mit ausreichend Bewegung. Bei der Auswahl der Lebensmittel ist es besser, auf unverarbeitete Lebensmittel zurückzugreifen. (mima)
Dieser Artikel wurde mithilfe maschineller Unterstützung bearbeitet und vor der Veröffentlichung von der Redakteurin Sandra Sporer sorgfältig geprüft.