Hohe Kosten

VW-Manager spricht Klartext: Günstiges Elektroauto wird es nicht geben

  • schließen

Ein Elektroauto für 20.000 Euro wäre der Traum vieler VW-Fahrer mit schmalem Budget. Ein hochrangiger Manager zerstört die Hoffnung – lässt aber eine Hintertür offen.

Dass dem Elektroauto zumindest in Europa und Asien die Zukunft gehört, daran besteht kaum noch ein Zweifel. Schließlich dürfen EU-weit ab 2035 keine Autos mehr verkauft werden, deren Verbrennungsmotor klimaschädliches fossiles Öl verbrennt. Deutsche Hersteller wie Audi vollziehen den Schwenk schon früher, chinesische Automarken setzen bereits jetzt nahezu ausschließlich auf Stromer.

Doch wie ergeht es dem Elektroauto in den nächsten fünf bis zehn Jahren? Und werden sich danach noch so viele Menschen ein eigenes Auto leisten können wie zur Verbrenner-Ära? Die Antwort auf diese beiden Fragen hängt ganz maßgeblich von einer Eigenschaft der Autos ab, die mit Akkus oder Wasserstoff fahren: ihrem Preis. Wie sensibel Autokäufer auf den reagieren, zeigt der Einbruch der Zulassungszahlen nach der Reduzierung der Umweltprämie. Experten befürchten, dass es sich hier um eine länger anhaltende Delle handelt.

VW-Manager spricht Klartext: Günstiges Elektroauto wird es nicht geben

Der VW ID. Life zeigt, wie der ID.2 für ca. 30.000 Euro aussehen könnte – ein Budget-Modell darunter wird es nicht geben.

Wer erwartet hatte, dass chinesische Hersteller mit günstigen E-Modellen aushelfen, wurde bislang enttäuscht. Und ob die Preissenkung von Tesla neben Ford noch andere Hersteller beeindruckt, bleibt abzuwarten. VW jedenfalls hat bereits erklärt, seine Autos nicht günstiger anbieten zu wollen – und hat für Markenfans mit schmalem Budget jetzt noch eine weitere bittere Botschaft.

Noch mehr spannende Auto-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.

VW-Finanzchef Arno Antlitz erteilte einem E-Mobil für Einsteiger, das deutlich günstiger zu haben ist als heutige Stromer, eine klare Absage: „Wir müssen profitabel arbeiten. Deshalb ist unterhalb eines ID.2 zu den heutigen Kosten der Batterie und der Rohstoffe zum aktuellen Zeitpunkt ein noch günstigeres Modell nicht darstellbar“, sagte Manager in der Süddeutschen Zeitung.

VW-Manager spricht Klartext: ID.1 ist nicht zu erwarten

Der ID.2 wird der Nachfolger des City-Flitzers VW e-up: Obwohl technisch mittlerweile veraltet und mit knapp 30.000 Euro recht teuer, ist dieser zeitweise immer mal wieder ausverkauft. Als Alternative bieten sich nur wenige Autos, etwa der aktuelle, ausschließlich als E-Mobil gebaute Fiat 500 für knapp 31.000 Euro – oder der Dacia Spring, mit 22.750 Euro derzeit günstigstes E-Auto in Deutschland.

Neun Mikro-Elektroautos, die perfekt für die Stadt sind

Opel Rocks-e
Opel Rocks-e: Mancher dürfte sich fragen, ob das überhaupt noch ein vollwertiges Auto ist. Gesetzlich ist er es wie alle Kleinstwagen nicht. Wer ihn fahren will, benötigt lediglich die Führerscheinklasse AM. Somit kann er schon ab 15 Jahren bewegt werden. Der Elektromotor leistet 8 PS und beschleunigt den Mini-Stromer auf 45 km/h. Mehr geht nicht. Die 5,5-kWh-Batterie reicht für eine Reichweite von 75 Kilometern. Danach muss der 2,41 Meter lange Opel Rocks-e für rund vier Stunden an die Steckdose. Kostenpunkt: rund 8.000 Euro © Opel
Renault Twizzy
Renault Twizy: Der kleine Franzose ist so etwas wie der Opa unter den Mikro-Elektroautos. Schon seit 2012 ist der Twizy in der Modellpalette von Renault zu finden. Mit 2,34 ist er etwas größer als Rocks-e und Ami. Statt nebeneinander nehmen die zwei Insassen hintereinander Platz. Seitenscheiben gibt es nur als Zubehör. Preislich geht es ab 11.450 Euro los. Wie die größere Version fahren will, benötigt jedoch einen richtigen Führerschein. Die Reichweite gibt Renault mit 90-100 Kilometern an. © Renault
City Transformer CT1
City Transformer CT1: Auch in Israel hat man die Mikro-Elektroautos für sich entdeckt. Der CT1 vom Start-up City Transformer macht seinem Namen dabei alle Ehre. Denn die Spurweite des Mini-Stromers lässt sich anpassen. Angetrieben wird er von zwei Elektromotoren an der Hinterachse. Das Start-up verspricht bis zu 180 Kilometer Reichweite und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Wer den CT1 vorbestellt, zahlt 13.000 Euro, später soll er dann 16.000 Euro kosten. © City Transformer
Das Elektroauto e.GO Life
e.Go Life: Mit seinen 3,3 Metern ist der e.Go Life im Vergleich zu den andren Mini-Stromern fast schon ein Riese. Der 77 PS starke Elektromotor ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h. In der Stadt soll er bis zu 206 km weit kommen. Kombiniert liegt die Reichweite bei 139 Kilometern. Wegen der Insolvenz von e.Go im Sommer 2020 wurde der Life zeitweise nicht gebaut. Dasd Geschäft wurde aber von der Next.E.Go Mobile SE übernommen. Mit dem e.wave X steht auch schon ein Life-Nachfolger bereit. © Marius Becker/dpa
Microlino 2.0.
Microlino 2.0: Von 1955 bis 1962 baute BMW das Leichtfahrzeug Isetta. Bis heute ist der Kleinstwagen Kult und feiert nun sein Comeback. Zumindest ähnelt der Microlino 2.0 der Isetta sehr. Angeboten wird der Mikro-Stromer in drei Batterieversionen mit 95, 175 und 230 km Reichweite. Der 20 PS starke Elektromotor beschleunigt das nur 450 Kilogramm schwere Mobil auf 90n km/h. Mit 14.990 Euro ist der Microlino jedoch nicht grade billig. © Arnulf Hettrich/Imago
Elaris Pio
Elaris Pio: Mit 2,81 Meter Länge bleibt dieser Elektro-Zwerg noch unter der Drei-Meter-Marke. In diesem Bereich verschwimmen die Grenzen zwischen Mikro-Auto und Pkw. In Sachen Antrieb befindet sich der Pio jedoch bei den Mikro-Stromern. Grade einmal 49 PS leistet der Elektromotor. Der Akku kommt auf 27 kWh und reicht für 225 Kilometer. Preislich liegt der Pio bei 21.900 Euro. © Elaris
FreZE Nikob EV
FreZE Nikob EV: In China ist der Elektro-Zwerg unter dem Namen Wuling Hongguang Mini EV bereits sehr erfolgreich. Damit das auch in Europa der Fall ist, brauchte es neben einem neuen Namen auch mehr Sicherheit und Energieeffizienz. Heißt: ESP, Airbags, neue Räder und eine LED-Beleuchtung. Angeboten wird das Nikob EV mit einer 13,8-kWh-LFP-Zelle mit 200 km Reichweite. Kosten soll das kleine Elektroauto 16.000 Euro. © Wulling
Elektrofrosch Bob Four
Elektrofrosch Bob Four: So ganz weiß man ja nicht, was dieses Gefährt sein möchte. Offiziell handelt es sich bei dem Elektrofrosch Bob Four um einen Kabinenroller. Entsprechend ist bei 45 km/h Schluss. Rund 100 Kilometer soll der Elektrofrosch kommen und das für grade einmal 8.990 Euro. Neben dem Bob Four hat Elektrofrosch noch weitere Mikromobile im Angebot.  © Elektrofrosch
Ari 802
ARI 802: Mit 2,22 fällt der Ari 802 sehr klein aus. Mit 643 Kilogram ist er zudem auch noch sehr leicht. Daher reichen 10 PS auch um den Kleinstwagen auf Tempo 80 zu bringen. In den Versionen 252 und 452 sind nur 25 beziehungsweise 45 km/h drin. Die Reichweite gibt Ari mit 120 bis 250 Kilometern an. Preislich schlägt der Ari 802 mit 10.990 Euro zu Buche.  © Ari

Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Hoffnungen, dass VW in der 20.000-Euro-Klasse künftig mit einem ID.1 mitmischt, werden sich also nicht erfüllen. Ganz wollte der VW-Finanzchef die Hoffnung auf einen Spar-Stromer aus dem Konzern freilich nicht zerstören: Man arbeite „intensiv an einer Lösung“. Möglich ist daher etwa, dass irgendwann ein Modell der tschechischen Tochter Škoda das Preisgefüge nach unten abrundet.

Rubriklistenbild: © VW

Kommentare