Mehr als 20.000 Euro

VW scheitert an Preisversprechen: ID.2 wird teurer als gedacht

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Der VW ID.2 sollte eigentlich weniger als 20.000 Euro kosten. Doch diesen Preis kann der Autobauer aus Wolfsburg nicht halten.

Elektroautos sollen in den nächsten Jahren deutlich im Preis sinken und das Angebot für unter 20.000 Euro deutlich steigen. Diese These stellte Ford-Chef Jim Farley jüngst in den Raum. Mit dem Dacia Spring gibt es bereits ein Auto, das nur knapp über diesem Preis liegt. Volkswagen wollte ab 2025 den ID.2 sogar bereits für unter 20.000 Euro anbieten.

Der kleine Stromer – der bislang vor allem als Studie ID. Life bekannt ist – soll dann den bei den Kunden so beliebten e-Up ersetzen. Diese Studie solle für ungefähr 20.000 Euro auf den Markt kommen, versprach der ehemalige VW-Markenchef Ralf Brandstätter im vergangenen Jahr. Doch seit dem hat sich vieles verändert.

Die Serienversion des ID. Life wollte Volkswagen eigentlich für unter 20.000 Euro verkaufen.

VW scheitert an Preisversprechen: ID.2 wird teurer als gedacht

So bekommt Volkswagen nach dem Rücktritt von Herbert Diess, im September mit Oliver Blume einen neuen Chef. Zudem hat der Krieg in der Ukraine die Versorgungskrise in der Automobilindustrie noch einmal verschärft und auch die hohe Inflation macht sich immer mehr bemerkbar.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Das hat auch Folgen für den Preis des ID.2, wie Brandsträtters Nachfolger Thomas Schäfer dem Branchenportal Electrified sagte. So würde das kleine Elektroauto aus Wolfsburg ein paar Tausend Euro teurer werden. „Wir kommen ab 2025 mit dem ID.2. Es ist ein Fahrzeug, das unter 25.000 Euro kosten wird. Das wird dann eine Erleichterung bringen. Beim E-Auto darf man aber nicht nur den Kaufpreis im Blick haben, sondern auch die sogenannte Total-Cost-of-Ownership, sprich die Gesamtkosten. Und die bewegen sich bei einem E-Fahrzeug heute schon um rund 20 Prozent unter dem eines Verbrenners“, betonte der neue Markenchef von VW.

VW scheitert an Preisversprechen: Preis von Rohstoffkosten abhängig

Schäfer wollte sich jedoch nicht darauf festlegen, wie deutlich man unter den 25.000 Euro bleiben werde. „Das hängt davon ab, wie sich die Rohstoffkosten entwickeln“, sagte der VW-Markenchef. „Wenn Sie sich die Preissteigerungen anschauen, kommt man von den wünschenswerten 20.000 Euro schnell auf 25.000 Euro. Wo wir uns da genau einordnen, wird sich dann zeigen.“

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Damit ist Volkswagen in bester Gesellschaft, denn auch Tesla musste jüngst die Preise für den Cybertruck nach oben korrigieren. Und auch andere Modelle des US-Unternehmens sind zuletzt immer teuerer geworden. Elon Musk bezeichnete die Preise von Tesla sogar als peinlich.

Rubriklistenbild: © Volkswagen

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