Tipps für Sträucher

Stachelbeere richtig schneiden: Wann ist der beste Zeitpunkt?

Stachelbeeren sollten eigentlich im Frühjahr geschnitten werden. Wer diesen Zeitpunkt verpasst, kann den Schnitt im Herbst nachholen.

Der Herbst zieht ins Land und mit ihm auch zahlreiche Aufgaben im Garten, die Hobbygärtner nun erledigen müssen. Dazu gehört auch der Rückschnitt oder der Pflegeschnitt von bestimmten Blumen, Gehölzen und Sträuchern. Auch die Stachelbeere profitiert von einem jährlichen Schnitt, damit sie in der nächsten Saison wieder kräftig große und leckere Früchte tragen kann. Das ist der beste Zeitpunkt im Jahr, um Stachelbeer-Sträucher zu schneiden.

Stachelbeeren schneiden: Am besten im Frühjahr, spätestens im Herbst oder Spätwinter

Stachelbeersträucher sollten regelmäßig ausgelichtet werden, damit Platz für neue Triebe entsteht, die in der nächsten Saison wieder leckere Früchte tragen können. Da die Stachelbeere in der Regel ein- bis dreijährige Triebe hat, empfiehlt sich ein Rückschnitt mindestens einmal im Jahr.

Stachelbeeren sollten im Frühjahr, spätestens aber im Herbst geschnitten werden.

Am einfachsten ist es, wenn die Zweige schon im Frühjahr, also zwischen Februar und März geschnitten werden, weil dann noch keine Blätter am Strauch hängen, was dem Hobbygärtner den Überblick erleichtert. Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, kann die Stachelbeere laut Mein-schoener-garten.de aber auch noch im Herbst oder im Spätwinter schneiden. Gerade bei älteren Pflanzen empfiehlt sich der Schnitt nach der Ernte im August, weil die Triebe dann noch wachsen und neuer Platz für Jungtriebe geschaffen wird.

Der richtige Schnitt: So sollten Stachelbeeren geschnitten werden

Ist die Stachelbeere gerade erst gepflanzt worden, sollte in den ersten drei Jahren lediglich ein Erziehungsschnitt durchgeführt werden. Dazu wählt man vier bis sechs kräftige Neutriebe aus und schneidet den Rest der Zweige direkt am Boden ab. Die Triebe, die bleiben, sollten um ein Drittel gekürzt werden. Im zweiten und dritten Jahr geht der Hobbygärtner genau so vor und lässt zu den Trieben vom Vorjahr noch weitere zwei bis vier Jungtriebe stehen.

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Danach kann jedes Jahr kräftig zurückgeschnitten werden. Dabei wird altes Holz entfernt, damit Platz für neue Triebe bleibt. Jeder Zweig, der älter als fünf Jahre ist, sollte entfernt werden. Außerdem schneidet man Triebe, die kahl sind und zum Beispiel keine Früchte getragen haben, oder die zu dicht zusammen wachsen. Seitentriebe im unteren Drittel des Strauchs werden ebenfalls entfernt, denn daran wachsen ohnehin keine Stachelbeeren. Am besten lässt der Hobbygärtner immer sechs bis acht der Haupttriebe stehen. Um den Strauch zu verjüngen, sollte man die Triebe am Boden abschneiden und nur einige junge Zweige übriglassen. Die langen Enden der alten Haupttriebe sollte man hingegen nie schneiden, weil diese die leckersten Früchte tragen.

Handelt es sich um ein Hochstämmchen, können es auch weniger Haupttriebe sein. Hier reichen vier Zweige, die jährlich geschnitten werden. Dabei sollten sie um die Hälfte gekürzt werden. Wachsen die Triebe aufrecht nach oben, sollten sie komplett entfernt werden.  

Stachelbeermehltau beseitigen: Pflanzenkrankheit durch Rückschnitt kurieren

Die Stachelbeere mag zwar einen fiesen Namen haben, ist aber dadurch nicht geschützt vor gewissen Pflanzenkrankheiten. Dazu gehört auch der Amerikanische Stachelbeermehltau, der auch die heimischen Sträucher befallen kann. Diese Art von Mehltau zeichnet sich durch den typischen weißen Pilzteppich auf den Blättern und Beeren aus. Sollte der Hobbygärtner diese Pflanzenkrankheit entdecken, muss der Strauch geschnitten werden.  

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Geerntete Holunderbeeren in einem Korb
Ab August ist sind Holunderbeeren erntereif. Roh sind giftig, als Saft oder Sirup jedoch toll in der Erkältungszeit.  © blickwinkel/Imago
Kornelkirschen in Salzlake eingelegt
Kornelkirschen enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und schmecken als Konfitüre, süßsauer oder in Salzlake eingelegt.  © blickwinkel/Imago
Gemeine Berberitze, Zweig mit reifen Früchten
Die Berberitze, auch Sauerdorn genannt, reift ab August. Die Früchte eigenen sich sehr gut zum Einkochen und zum Trocknen. © blickwinkel/Imago
Reife Preiselbeeren am Strauch
Von August bis Oktober findet man im Wald Preiselbeeren. Sie schmecken klassisch als Kompott. Eingefroren halten sie rund sechs Monate. © imagebroker/Imago
Mann pflückt Brombeeren
Wer hat Angst vor wilden Beeren? Brombeeren verarbeitet man im Herbst zu Konfitüre und Kompott. © Westend61/Imago
Zweigriffeliger Weißdorn, reife Früchte in einer Schale
Im September trägt der Weißdorn Früchte, die ihr Aroma am besten als Gelee, Kompott, Saft oder Sirup entfalten. © Westend61/Imago
Sanddornbeeren, Sanddornblätter und selbstgemachter Saft aus Sanddornbeeren
Viel mehr Vitamin C geht nicht: Sanddorn lässt sich als Saft, Mus oder Sirup haltbar machen. © blickwinkel/Imago
Amsel frisst Voegelbeeren
Die sauren Vogelbeeren der Ebereschen macht der Frost bekömmlicher – eingelegt, kandiert oder als Konfitüre.  © blickwinkel/Imago
Hagebuttenzweige in der Hand eines Kindes
Hagebutten werden bei Minustemperaturen aromatischer. Man kann sie zu Mus verarbeiten oder auch trocknen. © photothek/Imago
Schlehenfrüchte im Schnee
Schlehen müssen Frost bekommen, bevor sie pur genießbar sind. Ideal für Gelee oder Likör.  © Reiner Bernhardt/Imago

Dazu werden im Herbst alle Triebe, die von dem Mehltau befallen sind, um etwa fünf Zentimeter zurückgeschnitten. In diesen Spitzen der Zweige überwintern die Sporen der Pilze nämlich, die somit entfernt werden und keine Chance haben, sich im nächsten Frühjahr wieder breitzumachen. Sollten einige der Zweige allerdings auch in der kommenden Saison noch immer – oder wieder – von dem weiß-gräulichen Pilzbelag befallen sein, müssen die betroffenen Zweige entfernt werden. Dazu schneidet man sie am besten direkt am Ansatz ab.

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