VonSimon Monesschließen
Mit dem SU7 bringt Xiaomi erstmals ein Elektroauto auf den Markt. Die Nachfrage übertrifft die Erwartungen des Elektronikkonzerns deutlich. Ausruhen will man sich auf dem Erfolg aber nicht.
Update vom 25. April, 14:10 Uhr: Xiaomi ist vielen vor allem als Hersteller von Handys und Laptops bekannt. Doch auch Elektro-Roller finden sich im Angebot des chinesischen Unternehmens – und neuerdings eben auch ein Auto. Der vollelektrische SU7 entwickelte sich für Xiaomi zum Glücksgriff und ging weg wie warme Semmeln.
Dass das erste Elektroauto so ein Erfolg werden würde, hatte man sich im Konzern selbst nicht vorstellen können. Die Verkaufszahlen lagen drei- bis fünfmal höher als erwartet, betonte CEO Lei Jun zum Auslieferungsstart am Donnerstag in einem zweistündigen Livestream auf Douyin, der chinesischen Version von TikTok.
Xiaomi SU7 rollt zu den Kunden: Auslieferung der Max- und Pro-Modelle folgen in Kürze
Zwar begann Xiaomi bereits am 3. April mit der Auslieferung einer begrenzten Anzahl von 5.000 Fahrzeugen, der sogenannten „Founder‘s Edition“, die mit zusätzlichem Zubehör für frühe Käufer ausgestattet ist. Aber erst am Donnerstag begann die Auslieferung der Standardversion des SU7 in Peking und Shenzhen, wie Autoblog.com berichtet.
Ursprünglich war die erst für Anfang Mai geplant. Wie Lei im Livestream erklärte, habe Xiaomi den Termin aber um 12 Tage vorgezogen. Als Antwort auf die Frage von Zuschauern bezüglich zukünftiger Entwicklungsstrategien, betonte er, dass Xiaomi nicht beabsichtigt, Geländewagen zu produzieren und dass der Hauptfokus vorrangig auf dem SU7 liegen wird.
„Was die Software betrifft, so verlange ich, dass sie mindestens einmal im Monat schnell überarbeitet wird. Wenn es irgendwelche Probleme gibt, sollten sie so schnell wie möglich verbessert werden“, sagte er. Neben der Standard-Version hat Xiaomi bereits angekündigt, noch in diesem Monat mit der Auslieferung der Max-Modelle zu beginnen. Ende Mai sollen die Pro-Modelle folgen.
Erstmeldung vom 2. April, 12:30 Uhr: Das Elektroauto verändert die Automobilbranche spürbar. Die etablierten Autobauer geraten immer mehr durch neue Hersteller unter Druck. Insbesondere in China greifen die Kunden vermehrt zu Modellen von BYD, Nio und Zeekr. Mit Xiaomi kommt nun ein weiterer Herausforderer hinzu und der erwischt gleich einen Traumstart.
Am 28. März veröffentlichte der Elektronikkonzern in Peking erste technische Details des SU7. Und die sind durchaus beeindruckend. 668 Kilometer soll das Elektroauto laut CLTC-Testzyklus (China light-duty vehicle test cycle) schaffen. Das 73,6-kWh-Akku von CATL soll nach nur 15 Minuten genug Strom für 510 Kilometer geladen haben. Und auch der Preis ist verlockend: 215.900 Yuan (etwa 27.720 Euro) soll der Standard SU7 kosten. Die stärkere Max-Version kostet 299.000 Yuan (ca. 38.500 Euro).
Xiaomi SU7 bei Chinesen sehr beliebt: über 50.000 Vorbestellungen in 27 Minuten
Xiaomi greift damit das Tesla Model 3 sowie den Porsche Taycan an. Und das mit Erfolg: Innerhalb der ersten 27 Minuten wurden laut Firmenchef Lei Jun bereits über 50.000 SU7 vorbestellt. Am ersten Tag waren es sogar 88.898 Elektroautos, wie Xiaomi auf seinem Weibo-Account schrieb. Zum Vergleich, der Renault 5 wurde auch über 50.000 vorbestellt.
Neben dem Preis, bei dem Xiaomi laut einem Bericht von CNBC mit jedem Auto Verlust macht, gab es anderen Grund für die hohe Vorbestellung. Der Elektronikkonzern bot im Vorfeld Testfahrten mit dem SU7 an. Pro Tag wurde die Marke von 90 bis 120 Personen in jedem der 59 Standorte überschritten, wie das Portal CNEVPOST berichtet.
Xiaomi räumt Kunden sieben Tage Bedenkfrist ein
Die Zahl der Vorbestellungen ist dennoch mit Vorsicht zu genießen. Xiaomi zählt die Vorbestellungen nämlich etwas anders als die Konkurrenz. Diese veröffentlichen oftmals Zahlen für erstattbare Vorbestellungen. Diese werden auch „kleine Bestellungen“ genannt. Sobald ein Fahrzeug auf den Markt kommt, können die Kunden ihre Konfigurationen festlegen. Die Elektroautohersteller veröffentlichen zu diesem Zeitpunkt in der Regel Festbestellungen, die in den meisten Fällen eine nicht rückzahlbare Anzahlung mit einer Bedenkzeit von ein bis zwei Tagen beinhalten. Diese werden oft als „große Bestellungen“ bezeichnet.
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Auch bei Xiaomi müssen die Kunden eine Anzahlung von rund 5.000 Yuan (etwa 640 Euro) leisten. Wer es sich anders überlegt, hat dafür jedoch sieben Tage Zeit. Bisher scheint der SU7 aber wenig Gründe zu liefern, sich umzuentscheiden. Bis zum 29. März gingen nur 469 Anfragen auf Erstattung oder Änderung der Konfigurierung ein.
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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Die ersten Fahrzeuge ab Ende April ausgeliefert werden. Die meisten Käufer brauchen aber etwas mehr Geduld. Wie Reuters schreibt, können die Auslieferungen für den Standard SU7 und SU7 Pro zwischen 18 und 21 Wochen dauern. Bei der Max-Version sind es sogar 27 bis 30 Wochen.
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