Welpe kommt ins Haus

Wie viel Auslauf benötigt ein Welpe wirklich? Experte klärt unsichere Halter auf

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Eine alte Faustregel besagt, dass ein Welpe nur fünf Minuten pro Lebensmonat am Stück Gassi gehen darf. Das ist so nicht ganz richtig.

„Wie lange darf ich mit meinen Welpen spazieren gehen?“ Diese Fragen stellen sich viele frisch gebackene Welpenbesitzer. Schließlich möchte man alles richtig machen. Was früher noch sinnvoll erschien, ist heute nicht mehr ganz richtig. Einige Empfehlungen bezüglich Fütterung, Erziehung und Spazierengehen gelten als veraltet. So lautet etwa eine Regel, dass man mit seinem Welpen nur fünf Minuten pro Lebensmonat am Stück spazieren gehen darf, sonst würden die Gelenke darunter leiden. Stimmt das?

Wie viel Auslauf benötigt ein Welpe wirklich? Experte klärt auf

Ein Welpe darf durchaus länger als nur fünf Minuten pro Lebensmonat spazieren gehen. (Symbolbild)

Wir haben uns umgehört und der Tierarzt, Kleintier-Experte, Hundebesitzer und Blogger Ralph Rückert hat diesbezüglich eine klare Meinung. Er hält diese Faustregel für unsinnig. Warum? In seinem Blog beleuchtet er das Thema bis ins kleinste Detail und dröselt sorgfältig auf, warum diese Regel nicht haltbar ist. Die Annahme, dass eine kurze Gassi-Dauer eine schonende Wirkung auf die Gelenke haben soll, basiert wahrscheinlich auf einer Studie aus den 1970er Jahren, die aus heutiger Sicht komplett veraltet ist.

Hundesprache verstehen: So signalisieren Hunde ihre Liebe – Schlafplatz und Ablecken

Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild)
Rastet ihr Hund vor lauter Freude sprichwörtlich aus, wenn er Sie sieht? Dann ist das ein Zeichen dafür, dass er sich unglaublich freut Sie wiederzusehen. Auch Hochspringen, Schwanzwedeln, Fiepen, Bellen und Lecken spricht für wahre Liebe und Freude darüber, dass Sie wieder da sind. (Symbolbild) © Rene Traut/Imago
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter von ihrer Mutter aus genau denselben Gründen. (Symbolbild)
Nicht nur bei der Begrüßung ist Ablecken ein Liebesbeweis. Meist will er auch zwischendurch damit seine Zuneigung zum Ausdruck bringen. Doch nicht nur seine Liebe zeigt er damit, Ihr Vierbeiner möchte Sie so auch pflegen. Das Ablecken erfahren Hunde bereits im Welpenalter aus genau denselben Gründen von ihrer Mutter. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild)
Nahen Körperkontakt möchten Hunde nur mit denen, die sie wirklich mögen. Kuschelt sich ihr Hund also gerne an Sie, ist das ein Liebesbeweis. (Symbolbild) © Westend61/Imago
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild)
Hunde, die sich an ihre Besitzer lehnen, lieben ihren Menschen. Die Geste zeugt von Vertrauen. Macht er dies auch in beängstigenden Situationen, fühlt sich ihr Vierbeiner bei ihnen sicher. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Bringt Ihr Hund Ihnen sein Lieblingsspielzeug? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich. Denn das teilt er gewiss nur mit denen, die er wirklich mag. Der ganz besondere Liebesbeweis ist es, wenn er es Ihnen sogar ohne Spielaufforderung gibt und präsentiert. (Symbolbild)
Bringt Ihr Hund Ihnen sein Lieblingsspielzeug? Wenn ja, schätzen Sie sich glücklich. Denn das teilt er gewiss nur mit denen, die er wirklich mag. Der ganz besondere Liebesbeweis ist es, wenn er es Ihnen sogar ohne Spielaufforderung gibt und präsentiert. (Symbolbild) © blickwinkel/Imago
Kommt ihr Hund auf Sie zu, wenn Sie traurig sind? Mit seinen feinen Instinkten spürt er Ihre schlechte Stimmung meist sofort und möchte Ihnen helfen. Einen größeren Liebesbeweis kann es vermutlich gar nicht geben. (Symbolbild)
Kommt ihr Hund auf Sie zu, wenn Sie traurig sind, gibt es kaum einen größeren Liebesbeweis. Mit seinen feinen Instinkten spürt er Ihre schlechte Stimmung meist sofort und möchte Ihnen helfen. (Symbolbild) © Cavan Images/Imago
Hat ihr Hund Angst und sucht bei Ihnen Schutz schaut er meist nach oben, um zu sehen, wie Sie reagieren. Überwiegend macht ein Hund das aber nur, wenn er weiß, dass Sie solche Situationen im Griff haben. Ein riesengroßer Vertrauensbeweis, Ihnen gegenüber. (Symbolbild)
Hat ihr Hund Angst und sucht bei Ihnen Schutz schaut er meist nach oben, um zu sehen, wie Sie reagieren. Überwiegend macht ein Hund das aber nur, wenn er weiß, dass Sie solche Situationen im Griff haben. Ein riesengroßer Vertrauensbeweis, Ihnen gegenüber. (Symbolbild) © Frank Sorge/Imago
Die Zuneigung des Hundes, zeigt sich auch darin, dass er gern in Ihrer Nähe schläft. Und wer nicht unbedingt das Bett mit dem Vierbeiner teilen möchte, kann ihm ein Körbchen in die Nähe stellen. So machen Sie ihren Vierbeiner mit Sicherheit glücklich. (Symbolbild)
Die Zuneigung Ihres Hundes, zeigt sich auch darin, dass er gern in Ihrer Nähe schläft. Und wer nicht unbedingt das Bett mit dem Vierbeiner teilen möchte, kann ihm ein Körbchen in die Nähe stellen. So machen Sie ihren Vierbeiner mit Sicherheit glücklich. (Symbolbild) © Westend61/Imago

Die Studie beschäftigte sich mit Hunden, die in Käfigen gehalten wurden. Diese wiesen wohl eine geringere Wahrscheinlichkeit auf, eine Hüftdysplasie zu entwickeln. Somit nahmen die Forscher an, dass sich eine geringere Bewegung positiv auf die Gelenke auswirkt. Doch nicht die geringe Bewegung sorgte dafür, sondern die entspannte Körperhaltung, die die Hunde dort einnahmen. Rückschluss: Bewegung schadet nicht.

Fünf-Minuten-Gassi-Regel für Welpen veraltet – hören Sie auf Ihr Gefühl

Und so kommt Rückert zu folgendem Fazit: „Vergessen Sie diesen Unfug mit den fünf Minuten Belastung pro Lebensmonat! Das ist definitiv eine Latrinenparole, für deren Wahrheitsgehalt es nicht einen Funken Evidenz gibt. Ihr Welpe kann allemal eine Stunde und mehr mit Ihnen unterwegs sein, ohne dass ihm dadurch ein Schaden entsteht. Wird es ihm zu viel, wird er Ihnen das mitteilen, ganz davon abgesehen, dass Welpen bis zu zwölf oder 14 Wochen sowieso nicht begeistert sind, wenn man sich allzu weit von der Homebase entfernt“.

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Der Tierarzt weiter: „Wenn ein schon ziemlich fitter und extrovertierter Welpe ausgelassen mit Freunden spielt und tobt, müssen Sie da keineswegs nach ein paar Minuten eingreifen. Lassen Sie ihn, er braucht das!“ Und so rät er allen Hundebesitzern, ihren gesunden Menschenverstand einzusetzen, um eine ausgeglichene Maßeinheit zu finden. Denn: Weder das eine, noch das andere Extrem ist gesund.

Rubriklistenbild: © agefotostock/Imago

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