VonKirsten Lemkeschließen
Sie waren beste Freunde, doch jetzt sind sie erbitterte Gegner. Was zu tun ist, wenn es unter Katzen zu Auseinandersetzungen kommt.
Wenn sich die Katzen zu Hause plötzlich nur noch anfauchen und in wilde Kämpfe verwickeln, ist der Mensch oft verzweifelt und fürchtet, eine seiner geliebten Samtpfoten abgeben zu müssen. Doch dieser drastische Schritt muss nur gegangen werden, wenn nichts mehr hilft. Vorher kann der Katzenhalter viele Stellschrauben drehen, um den Frieden unter den Samtpfoten wieder herzustellen.
Viele glauben auch heute noch, Katzen seien Einzelgänger, die keine Artgenossen brauchen, um glücklich zu sein. In Ausnahmefällen kann das tatsächlich stimmen. Doch die meisten Katzen sind nicht gern allein und leiden unter Einsamkeit, wenn sie keine anderen Katzen um sich haben. Übrigens verstehen Katzen gleichen Geschlechts und gleichen Alters sich in der Regel besser als Katze und Kater mit großem Altersunterschied. Auch charakterlich sollten die Stubentiger harmonieren, damit die Basis für ein friedliches Zusammenleben stimmt.
Wie viel Streit unter Katzen ist normal?
Das Zusammenleben mehrerer Katzen ist nicht immer nur harmonisch. Dass Katzen sich hin und wieder angrummeln, fauchen oder gar aufeinander losgehen, ist bis zu einem gewissen Grad normales Katzenverhalten und zunächst kein Grund zur Sorge. Mögliche Gründe für den Streit können der Platz auf dem Sofa sein, Futterneid oder Langeweile. In den meisten Fällen klären Katzen kleine Streitigkeiten unter sich. Der Mensch muss in der Regel nicht eingreifen.
Anders sieht es aus, wenn Streitereien unter Katzen außer Kontrolle geraten. Dann sollten Sie die Stubentiger trennen. Dazu kann man in die Hände klatschen oder einen Gegenstand in eine Ecke des Zimmers werfen, um die Katzen kurz abzulenken, rät ein Blogbeitrag von Kölle Zoo. Dann kann es einfacher und vor allem sicherer für den Katzenhalter sein, dazwischenzugehen und die Katzen kurzzeitig voneinander zu trennen, bis die Gemüter sich wieder beruhigt haben.
Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.




Bei Mobbing oder Aggressionen muss etwas passieren
Handlungsbedarf besteht dann, wenn die Streitereien aggressiver werden und an der Tagesordnung sind oder eine Katze regelrecht gemobbt wird, sich infolgedessen zurückzieht, ängstlich oder unsauber wird oder Verhaltensstörungen zeigt. Das beginnt schon, wenn eine Katze der anderen den Weg zum Katzenklo versperrt, Durchgänge blockiert oder ihr auflauert. Gesträubtes Fell, Anstarren oder der charakteristische Katzenbuckel sind weitere Anzeichen dafür, dass Streit in der Luft liegt.
Zeigt eine Katze urplötzlich Aggressionen gegenüber der Mitkatze oder auch dem Menschen, muss die Ursache dafür gefunden werden. Das ist oft gar nicht so leicht, denn Aggressionen können durch Schmerzen begründet sein. Manchmal ist auch Frust der Auslöser. In jedem Fall muss der Katzenhalter dem aggressiven Verhalten der Samtpfote auf den Grund gehen, um den Haussegen wieder zu richten. Diese sieben Dinge können Katzen nicht ausstehen.
Noch mehr spannende Tier-Themen finden Sie in unserem kostenlosen Newsletter, den Sie gleich hier abonnieren können.
Katzen erneut zusammenführen kann Monate dauern
Nehmen Kämpfe oder Mobbing im Katzenhaushalt Überhand, müssen die Katzen räumlich voneinander getrennt und langsam wieder zusammengeführt werden. Hier ist Geduld gefragt. Denn es kann Wochen oder Monate dauern, bis die Katzen sich wieder akzeptieren. Darauf müssen Sie bei der Zusammenführung von Katzen achten.
Klappt das Zusammenleben auch nach der erneuten Zusammenführung nicht, muss der Katzenhalter die schwere Entscheidung treffen und für eine seiner Katzen ein neues zu Hause suchen. Dieser Schritt sollte nicht vorschnell gegangen werden. In Härtefällen hilft es, sich Unterstützung von einem erfahrenen Katzenexperten zu holen, der die Zusammenführung der Katzen professionell begleitet.
Tipps, um Streit unter Katzen zu vermeiden
- Getrennt füttern: die Katzen nicht nebeneinander füttern und Futterreste wegräumen
- Langeweile vermeiden: katzenfreundliche Einrichtung, feste Spielzeiten, Clickertraining und Intelligenzspiele lasten Wohnungskatzen aus und sorgen für Zufriedenheit – auch im Miteinander
- Ruhezonen schaffen: jede Katze braucht eigene Rückzugsmöglichkeiten
- Stresslevel niedrig halten: Katzen hassen Stress, deshalb gilt es, das Stresslevel im Alltag möglichst niedrig zu halten und eine Routine im Alltag zu etablieren
- Gleichberechtigung: Katzenhalter sollten jeder Katze gleich viel Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken
- Keine Ressourcenknappheit: Näpfe, Schlafplätze, Spielzeug und Katzentoiletten sollten ausreichend vorhanden sein, sodass darum kein Streit entsteht
- Nach dem Tierarztbesuch: die Katzen vorerst trennen, damit der fremde Geruch sich verflüchtigen kann, zusätzlich kann man die Katze, die beim Tierarzt war, mit einer Decke abreiben, die nach der gewohnten Umgebung riecht
Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

