Streit im Katzenhaushalt

Wenn aus Spielkameraden Feinde werden: Tipps, wenn Katzen sich nicht mehr vertragen

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Sie waren beste Freunde, doch jetzt sind sie erbitterte Gegner. Was zu tun ist, wenn es unter Katzen zu Auseinandersetzungen kommt.

Wenn sich die Katzen zu Hause plötzlich nur noch anfauchen und in wilde Kämpfe verwickeln, ist der Mensch oft verzweifelt und fürchtet, eine seiner geliebten Samtpfoten abgeben zu müssen. Doch dieser drastische Schritt muss nur gegangen werden, wenn nichts mehr hilft. Vorher kann der Katzenhalter viele Stellschrauben drehen, um den Frieden unter den Samtpfoten wieder herzustellen.

Viele glauben auch heute noch, Katzen seien Einzelgänger, die keine Artgenossen brauchen, um glücklich zu sein. In Ausnahmefällen kann das tatsächlich stimmen. Doch die meisten Katzen sind nicht gern allein und leiden unter Einsamkeit, wenn sie keine anderen Katzen um sich haben. Übrigens verstehen Katzen gleichen Geschlechts und gleichen Alters sich in der Regel besser als Katze und Kater mit großem Altersunterschied. Auch charakterlich sollten die Stubentiger harmonieren, damit die Basis für ein friedliches Zusammenleben stimmt.

Wie viel Streit unter Katzen ist normal?

Kleinere Auseinandersetzungen sind unter Katzen normal. Sind Mobbing und Aggressionen an den Tagesordnung, muss etwas passieren.

Das Zusammenleben mehrerer Katzen ist nicht immer nur harmonisch. Dass Katzen sich hin und wieder angrummeln, fauchen oder gar aufeinander losgehen, ist bis zu einem gewissen Grad normales Katzenverhalten und zunächst kein Grund zur Sorge. Mögliche Gründe für den Streit können der Platz auf dem Sofa sein, Futterneid oder Langeweile. In den meisten Fällen klären Katzen kleine Streitigkeiten unter sich. Der Mensch muss in der Regel nicht eingreifen.

Anders sieht es aus, wenn Streitereien unter Katzen außer Kontrolle geraten. Dann sollten Sie die Stubentiger trennen. Dazu kann man in die Hände klatschen oder einen Gegenstand in eine Ecke des Zimmers werfen, um die Katzen kurz abzulenken, rät ein Blogbeitrag von Kölle Zoo. Dann kann es einfacher und vor allem sicherer für den Katzenhalter sein, dazwischenzugehen und die Katzen kurzzeitig voneinander zu trennen, bis die Gemüter sich wieder beruhigt haben.

Zehn No-Gos von Katzen: auf dem Arm getragen werden, laute Geräusche & Co.

Eine schlafende Katze.
Auch wenn sie dabei besonders niedlich und hübsch aussehen, hassen es Katzen, beim Schlafen gestört zu werden. Sie benötigen täglich ausreichend Schlaf, um mit ihrer Energie zu haushalten sowie zur Kontrolle des Stoffwechsels. Genauso wenig schätzen die Stubentiger es im Übrigen, wenn man sie beim Fressen stört. © VWPics/Imago
Eine Katze – man sieht nur ihre Beine – sitzt vor zwei aufeinandergestapelten Mandarinen.
Katzen haben ein feines Näschen und können manche beißenden oder stechenden Gerüche nicht ausstehen. Dazu gehören ätherische Öle, der Geruch bestimmter Lebensmittel oder manche Küchendüfte. Zitrusaromen, Kaffeesatz, Bananenschalen, Zwiebeln, Knoblauch und Essig schlagen manche Katzen direkt in die Flucht. Auch einige Zimmerpflanzen, Blumen oder die ätherischen Düfte von Tannennadeln empfinden Katzen als extrem unangenehm. Der Vorteil: Die meisten der verhassten Pflanzen könnten bei Verzehr giftig sein. Menschengemachte Gerüche wie Haushaltsreiniger und Parfums sind für Katzen überwiegend zu stark und werden daher als störend empfunden. © Pond5 Images/Imago
Ein Babykätzchen versteckt sich.
Neben ihrem feinen Näschen besitzen Katzen auch ein extrem empfindliches Gehör. Damit reagieren sie auf Veränderungen in ihrer Umgebung. Wird es um sie herum plötzlich laut, können sie nicht zuordnen, weshalb das passiert. Aus diesem Grund ertragen sie keine lauten Geräusche – sogar Streit kann für sie zur Belastung werden. © Panthermedia/Imago
Eine Katze kuschelt sich an eine Frau, die gerade Yoga macht.
Streicheln, kuscheln, anfassen – für Katzen ist das nicht immer ein Genuss. Erfahrene Katzenbesitzer wissen, dass die Stubentiger hin und wieder empfindlich auf Berührungen reagieren können. Lassen Sie die Mieze ihre eigenen Regeln machen und warten Sie am besten darauf, dass sie zu Ihnen kommt. Streicht sie um Ihre Beine oder stupst Sie mit dem Näschen an, möchte sie gestreichelt werden. © Zoonar/Imago
Eine Katze sitzt vor einer geschlossenen Holztüre.
Katzen mögen keine Frustration. Dazu gehören nicht nur verschlossene Türen, sondern auch Spiele, bei denen sie nicht gewinnen können. Bleibt die Belohnung aus oder wird der Jagdtrieb nicht befriedigt, ist es mit der guten Laune vorbei. Verschlossene Türen hingegen widersprechen der neugierigen Natur von Katzen. Hören sie dann auch noch Geräusche dahinter, wie beispielsweise von ihren Besitzern, kann der Katzenjammer schnell groß werden. © Danita Delimont/Imago
Ein Katzenbaby und ein Entenbaby beschnuppern sich.
Die meisten Katzenbesitzer meinen es gut, wenn sie ihren Tieren tief in die Augen blicken. Was sie dabei nicht wissen, ist, dass Katzen das Angestarrt werden als Bedrohung wahrnehmen. Aus Sicht einer Katze ist es höflich, sie nur kurz anzuschauen. Geheimtipp: Möchten Sie Ihrem Liebling sagen, dass Sie ihn lieben, blinzeln Sie ihn langsam, aber kurz an. © Image Source/Imago
Zwei schwarze Katzen beäugen einen Saugroboter misstrauisch.
Katzen können Staubsauger nicht ausstehen. Sie empfinden ihn nicht nur als zu laut, sondern auch als unberechenbar. Kein Wunder: Er bewegt sich durch das ganze Haus und damit, ohne zu fragen, durch ihr Revier. Er reinigt ihre Lieblingsplätze, aus ihrer Sicht, ohne Grund. Nur wirklich gelassene Artgenossen ertragen den saugenden Mitbewohner. © Westend61/Imago
Eine Katze sitzt mit großen Augen auf einem Menschenarm.
Eine Sache, die fast alle Katzenbesitzer tun, die jedoch für die meisten Katzen ein Graus ist: Die geliebten Haustiere hochheben und sie auf dem Arm tragen. Die gelassenen Exemplare lassen die Tortur über sich ergehen, viele wehren sich jedoch vehement dagegen. Der Grund ist eigentlich offensichtlich. Oftmals werden Katzen in dieser Position dazu gezwungen, ihren empfindlichen Bauch zu präsentieren. Sie sind dann verletzlich und empfinden das Getragen werden als unangenehm. © blickwinkel/Imago
Einer Katze wird ein Duschkopf über ihren Kopf gehalten.
Es stimmt, dass viele Katzen wasserscheu sind. Baden ist für diese Tiere aber nicht nur eine reine Qual, sondern in den meisten Fällen auch unnötig. Genauso verhält es sich, wenn ein verärgerter Nachbar den Wasserschlauch auf die Stubentiger hält. Allerdings ist es möglich, junge Kätzchen frühzeitig an Wasser zu gewöhnen. Ob Baden dann notwendig ist, sollten sich Katzenhalter dennoch gut überlegen, denn für gewöhnlich halten sich die Tiere selbst am besten sauber. In Ausnahmefällen wie Verletzungen oder Alterserscheinungen kann ein Bad jedoch eine sinnvolle Ausnahme darstellen. © YAY Images/Imago
Eine Katze leckt ihre Pfoten mit der Zunge.
Katzen sind sehr reinlich und mögen es auch in ihrer Umgebung am liebsten sauber und gepflegt. Altes Futter oder ein schmutziges Katzenklo können die Samtpfoten daher gar nicht leiden. Taucht in der Katzentoilette also ein Häufchen auf, entfernen Sie es besser und stellen damit sicher, dass Ihre Katze auch beim nächsten Bedürfnis ihr Klo und keinen anderen Ort in der Wohnung wählt. © YAY Images/Imago

Bei Mobbing oder Aggressionen muss etwas passieren

Handlungsbedarf besteht dann, wenn die Streitereien aggressiver werden und an der Tagesordnung sind oder eine Katze regelrecht gemobbt wird, sich infolgedessen zurückzieht, ängstlich oder unsauber wird oder Verhaltensstörungen zeigt. Das beginnt schon, wenn eine Katze der anderen den Weg zum Katzenklo versperrt, Durchgänge blockiert oder ihr auflauert. Gesträubtes Fell, Anstarren oder der charakteristische Katzenbuckel sind weitere Anzeichen dafür, dass Streit in der Luft liegt.

Zeigt eine Katze urplötzlich Aggressionen gegenüber der Mitkatze oder auch dem Menschen, muss die Ursache dafür gefunden werden. Das ist oft gar nicht so leicht, denn Aggressionen können durch Schmerzen begründet sein. Manchmal ist auch Frust der Auslöser. In jedem Fall muss der Katzenhalter dem aggressiven Verhalten der Samtpfote auf den Grund gehen, um den Haussegen wieder zu richten. Diese sieben Dinge können Katzen nicht ausstehen.

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Katzen erneut zusammenführen kann Monate dauern

Nehmen Kämpfe oder Mobbing im Katzenhaushalt Überhand, müssen die Katzen räumlich voneinander getrennt und langsam wieder zusammengeführt werden. Hier ist Geduld gefragt. Denn es kann Wochen oder Monate dauern, bis die Katzen sich wieder akzeptieren. Darauf müssen Sie bei der Zusammenführung von Katzen achten.

Klappt das Zusammenleben auch nach der erneuten Zusammenführung nicht, muss der Katzenhalter die schwere Entscheidung treffen und für eine seiner Katzen ein neues zu Hause suchen. Dieser Schritt sollte nicht vorschnell gegangen werden. In Härtefällen hilft es, sich Unterstützung von einem erfahrenen Katzenexperten zu holen, der die Zusammenführung der Katzen professionell begleitet.

Tipps, um Streit unter Katzen zu vermeiden

  • Getrennt füttern: die Katzen nicht nebeneinander füttern und Futterreste wegräumen
  • Langeweile vermeiden: katzenfreundliche Einrichtung, feste Spielzeiten, Clickertraining und Intelligenzspiele lasten Wohnungskatzen aus und sorgen für Zufriedenheit – auch im Miteinander
  • Ruhezonen schaffen: jede Katze braucht eigene Rückzugsmöglichkeiten
  • Stresslevel niedrig halten: Katzen hassen Stress, deshalb gilt es, das Stresslevel im Alltag möglichst niedrig zu halten und eine Routine im Alltag zu etablieren
  • Gleichberechtigung: Katzenhalter sollten jeder Katze gleich viel Aufmerksamkeit und Zuwendung schenken
  • Keine Ressourcenknappheit: Näpfe, Schlafplätze, Spielzeug und Katzentoiletten sollten ausreichend vorhanden sein, sodass darum kein Streit entsteht
  • Nach dem Tierarztbesuch: die Katzen vorerst trennen, damit der fremde Geruch sich verflüchtigen kann, zusätzlich kann man die Katze, die beim Tierarzt war, mit einer Decke abreiben, die nach der gewohnten Umgebung riecht

Rubriklistenbild: © imagebroker/Imago

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