KBA entscheidet

Wenn das Auto zurückgerufen wird: So reagieren Sie als Besitzer richtig

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Immer wieder müssen Fahrzeughersteller Autos zurückrufen. Erfahren Sie, wie Sie als Betroffener in solchen Fällen reagieren sollten.

Kein Fahrzeughersteller initiiert gerne eine Rückrufaktion, denn diese ist in der Regel mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Auch das Image eines Herstellers kann leiden – je nach Umfang der Aktion. Manchmal betrifft der Rückruf nur eine geringe Anzahl von Fahrzeugen, manchmal jedoch auch mehrere hunderttausend Autos oder mehr, wie im Fall eines Mega-Rückrufs bei BMW. Doch wann wird eine Rückrufaktion gestartet? Und wie kann ich als Fahrzeughalter herausfinden, ob mein Fahrzeug betroffen ist?

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Hersteller müssen potenziell gefährliche Mängel dem KBA melden

In der Regel wird ein Rückruf eingeleitet, wenn ein Fahrzeug eine potenzielle Gefahr für die Insassen oder andere Verkehrsteilnehmer darstellt. Aber auch Mängel, die die Umwelt betreffen, können einen Rückruf auslösen. Fahrzeughersteller sind gesetzlich dazu verpflichtet, das Kraftfahrtbundesamt (KBA) zu informieren, wenn es Hinweise auf eine solche Gefahr bei ihren Modellen gibt. Das KBA erhält jedoch auch Informationen von Behörden, Versicherungen und den Medien. Privatpersonen können dem KBA ebenfalls Hinweise auf einen sicherheitsrelevanten Mangel an ihrem Fahrzeug geben, zum Beispiel über den „Online-Mangelmelder“. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass es sich bei dem zu meldenden Mangel vermutlich um ein konstruktives Problem oder einen Serienfehler handelt.

Wenn Autobesitzer wegen eines Rückrufs angeschrieben werden, müssen sie den Mangel beseitigen lassen. (Symbolbild)

Kritische Mängel: KBA ordnet eine Rückrufaktion an

Wenn das KBA aufgrund der eingegangenen Meldungen zu dem Schluss kommt, dass ein Mangel als kritisch in Bezug auf das bestehende Umwelt- oder Sicherheitsrisiko eingestuft werden muss, ordnet die Behörde einen Rückruf gegenüber dem Hersteller an. Fahrzeughalter, die von einem Rückruf betroffen sind, werden in der Regel per Post darüber informiert. Das KBA hat Zugriff auf die Adressen der Fahrzeughalter, die im Zentralen Fahrzeugregister (ZFZR) gespeichert sind, und schreibt diese an.

Rückruf-Schreiben: Autohalter sollten es keinesfalls ignorieren

Beachten sollte man dabei unbedingt: Ein Rückrufschreiben ist keine Empfehlung. Wer einen solchen Brief erhält, muss den Mangel in einer Fachwerkstatt beheben lassen. Die Rückrufaktion wird vom KBA überwacht. Wenn Fahrzeughalter der Aufforderung zur Werkstatt nicht nachkommen, erhalten sie eine weitere Aufforderung. Spätestens jetzt sollte man den Weg zur Werkstatt antreten.

Top 10: Das sind die meistgebauten Autos aller Zeiten

BWM 3er-Reihe
Platz 10: BMW 3er-Reihe. 16 Millionen mal wurde BMWs beliebte Mittelklasse seit 1975 gebaut – in mehreren Karosserievarianten wie dem im Foto gezeigten Kombi Touring, und auch als Cabrio. Der BMW 3er wird aktuell in siebter Generation produziert, und auch bald voll elektrifiziert. Die Erfolgsstory kann also weitergehen. © Fabian Kirchbauer/BMW
Ford Model T
Platz 9: Ford Model T. Längst Geschichte, doch mit 16,5 Millionen produzierten Einheiten noch immer in den ewigen Top 10. Die 1908 vorgestellte „Tin Lizzie“ startete 1910 auf dem weltweit ersten Fließband in die Serienproduktion, und hielt mit nur wenigen Modifikationen (zu denen auch ein Panzer gehörte) und der Mono-Farbe schwarz bis 1927 durch. © Joseph Sohm/Imago
Lada 1200
Platz 8: Lada 1200. Oder Schiguli. Oder VAZ 2101. Der klassische russische (oder sowjetische) Pkw war unter vielen Namen bekannt und brachte es von 1966 bis 2007 auf 17,3 Millionen Einheiten. Er basierte auf dem Fiat 124, wies aber eine robustere Karossiere und weniger Komfort auf. © National Motor Museum/Imago
Toyota Hilux
Platz 7: Toyota Hilux. Der Pick-up-Truck ist vor allem in den USA begehrt, was für mittlerweile über 18 Millionen gebaute und verkaufte Exemplare reicht. Seit 1968 schätzen ihn seine Fahrer als robustes Allwege-Gefährt, auf dessen Pritsche afrikanische Warlords auch mal ein Maschinengewehr installieren. Derzeit ist die achte Generation unterwegs. © Toyota
VW Käfer
Platz 6: VW Käfer. Etwa 21,5 Millionen mal wurden VW 1200 und andere Versionen produziert, bis zum Wachwechsel durch den VW Golf war der originale Käfer hierzulande der Bestseller – aber auch in aller Welt beliebt. Entstanden aus dem 1938 für das Nazi-Reich entwickelten KdF-Wagen, wurde der VW noch 2003 in Mexiko produziert. © Gottfried Czepluch/Imago
Honda Civic
Platz 5: Honda Civic. In Europa nur ein weiterer VW-Golf-Gegner, ist dieser Kompaktwagen in den USA und in Japan seit Jahrzehnten ein Megaseller. Seit 1972 wurden über 27,5 Millionen Einheiten produziert, derzeit steht Generation Nummer elf bei den Händlern. © Honda
VW Passat Variant
Platz 4: VW Passat. Vielleicht etwas überraschend, aber auch der brave Mittelklassewagen hat es seit seinem Debüt 1973 auf über 30 Millionen Exemplare gebracht – allerdings inklusive der deutlich anderen US-Version. In Europa dominiert klar die Kombi-Variante, die neunte Generation ab 2023 wird es als Stufenheck gar nicht mehr geben. © Ingo Barenschee/VW
VW Golf
Platz 3: VW Golf. Auch wenn der gefühlt ewige Liebling der Deutschen derzeit gegen Tesla und den internen Konkurrenten T-Roc zu kämpfen hat: An über 35 Millionen produzierten Autos seit 1974 muss man erst mal vorbeikommen. Ob die derzeit aktuelle achte Generation noch einen Nachfolger bekommt, ist allerdings unsicher. Als elektrischer ID. Golf könnte der Inbegriff des Kompaktwagens aber trotzdem weiterleben. © Martin Meiners/VW
Ford F-150
Platz 2: Ford F-Serie. In den USA ist Pick-up-Truck Ford F-150 aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken, er und seine noch größeren F-Brüder verkörpern perfekt den American Way of Driving. Die elektrische Version Lightning beschert dem seit 1948 über 40 Millionen mal gebauten Nutz- und Lifestyle-Laster weiteren Zulauf. © Mark Phelan/Imago
Toyota Corolla
Platz 1: Toyota Corolla. Was den Deutschen der VW Golf ist, das ist für Amerikaner, Japaner und viele Europäer der Toyota Corolla. Seit 1966 wurden über 50 Millionen dieses Kompaktwagen gebaut, seine zwölfte Generation ist mittlerweile auch als Cross-Version zu haben. Das Maximum der Elektrifizierung ist allerdings ein Plug-in-Hybrid. © Slavko Midzor/Imago

Rückruf nicht beachtet: Betreffendes Fahrzeug kann von der Zulassungsbehörde stillgelegt werden

Wenn Fahrzeughalter auch nach mehreren Aufforderungen dem Rückruf nicht folgen, informiert das KBA die örtlich zuständige Zulassungsbehörde. Diese kann das Fahrzeug dann stilllegen. Und das passiert nicht selten: Laut einer Statistik des KBA wurden zwischen 2017 und 2021 jährlich zwischen 50.000 und 120.000 Fahrzeuge stillgelegt.

Kunden bekommen jedoch nicht in jedem Fall mit, wenn an ihrem Fahrzeug ein Mangel beseitigt wird. Bei einem „stillen Rückruf“, der im Grunde eine freiwillige Serviceaktion des Herstellers ist, werden nicht sicherheitsrelevante Mängel an Fahrzeugmodellen beispielsweise während einer Inspektion behoben.

Rubriklistenbild: © Panthermedia/Imago

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