Auch jüngere Menschen betroffen

Massenhafter Betrug über WhatsApp und Co: BKA-Chef warnt vor „persönlichen“ Nachrichten

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Laut dem Chef des Bundeskriminalamts sind in Deutschland aktuell „Messenger-Betrüge“ weit verbreitet. Die Täter gehen dabei häufig über WhatsApp vor.

Kassel – Über Nachrichten-Dienste wie WhatsApp versuchen Kriminelle, an Geld zu kommen. „Messenger-Betrüge“ wird die Masche genannt, bei der Opfer durch persönliche Nachrichten dazu gebracht werden sollen, Geld zu überweisen. „Die Täter geben sich dabei als vermeintliche nahe Angehörige (Sohn, Tochter, Enkel usw.) aus und sprechen ihre Opfer beispielsweise konkret mit ‚Mama‘ oder ‚Papa‘ an“, erklärt das Bundeskriminalamt (BKA) das Phänomen auf seiner Website.

Massenhafter Betrug bei WhatsApp und Co: BKA-Chef warnt vor bestimmten Nachrichten

In einem Interview mit der Funke Mediengruppe Anfang April teilte der BKA-Chef Holger Münch mit, dass die Polizei bis August letzten Jahres 40.000 Fälle registriert und einen Schaden von insgesamt 22 Millionen Euro verzeichnet hatte. „Die Täter waren in 30 Prozent der Fälle erfolgreich“, so Münch weiter. Von der Betrugsart seien längst nicht nur ältere Menschen, sondern auch jüngere betroffen.

Häufig melden sich die Betrüger über Whatsapp.

Häufig schlüpfen die Täter in die Rolle eines Angehörigen und geben vor, dass das alte Handy geklaut oder beschädigt sei und sie deshalb eine neue Nummer hätten. Sie bauen zuerst Vertrauen zu ihren Opfern auf und bitten anschließend um Hilfe bei einem „Problem“. Weil das alte Handy zum Beispiel ja nicht mehr funktioniere, könnten sie eine dringende Online-Banküberweisung nicht mehr tätigen. Die Opfer werden gefragt, ob sie das Geld auslegen und „vorübergehend“ zahlen könnten.

Das BKA spricht folgende Warnungen aus:

  • „Gehen Sie auf keinen Fall auf Geldforderungen über Messenger-Dienste ein.“
  • „Rufen Sie Ihre Angehörigen in einem solchen Fall unter der Ihnen zuvor bekannten ‚alten‘ Rufnummer an.“
  • „Gehen Sie nicht auf weitere Kontaktversuche der ‚neuen‘ Nummer ein.“
  • „Speichern Sie keine unbekannte Rufnummer als Kontakt in Ihrem Handy.“

Polizei will mit Aufklärungskampagne Messenger-Betrugsfälle vorbeugen

Im September 2022 haben WhatsApp und die polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes eine gemeinsame Aufklärungskampagne gegen Messenger-Betrüge gestartet, die weitere Hinweise und Tipps gibt. Die Täter würden meist Summen zwischen 1.500 und 3.000 Euro verlangen. Wenn Sie die Person in dem Moment unter der alten Nummer nicht erreichen, sollten Sie die (vermeintlich) neue Nummer unbedingt um eine Sprachnachricht bitten.

Wer bereits Opfer eines Messenger-Betruges wird, sollte laut BKA umgehend eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder über die Onlinewache des jeweiligen Bundeslandes erstatten. Sollten Betroffene bereits Geld gesendet haben, legt das BKA nahe, zudem die eigene Bank zu kontaktieren und die Zahlung möglicherweise zu stoppen oder rückgängig zu machen.

Erst im März mehrten sich weitere Betrugsmaschen auf Smartphones und Co. Die Bundesnetzagentur hat auf einer Liste Nummern festgehalten, hinter denen Betrüger stecken.(nz)

Rubriklistenbild: © imageBROKER/Valentin Wolf/Imago

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