Gesundheit

Schlafen Sie bloß nicht 8 Stunden – die Wahrheit über Schlaf

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Dachten Sie auch, dass acht Stunden Schlaf optimal sind? Studien zeigen, dass gerade im Alter nicht mehr, sondern besser schlafen wichtig ist.

In einer hektischen Welt, in der wir ständig zwischen beruflichen Verpflichtungen, sozialen Aktivitäten und digitalen Ablenkungen jonglieren, gerät eine grundlegende menschliche Notwendigkeit oft in den Hintergrund: der Schlaf. Schlaf mag auf den ersten Blick wie ein bloßer Zeitvertreib erscheinen, doch in Wahrheit ist er von essenzieller Bedeutung für unsere physische, mentale und emotionale Gesundheit. Zahlreiche wissenschaftliche Studien und Meinungen angesehener Experten verdeutlichen eindrucksvoll, wie Schlaf unser tägliches Leben beeinflusst und welch tiefe Verbindung er zu unserem Wohlbefinden hat.

Eine Studie, veröffentlicht im Fachblatt Nature Aging, führte zu einer erstaunlichen Schlussfolgerung. Nicht acht, sondern nur sieben Stunden Schlaf sind die optimale Schlafdauer für Menschen mittleren und höheren Alters.

Die Studie basiert auf einer umfassenden Analyse von fast 500.000 Erwachsenen im Alter von 38 bis 73 Jahren, die in der „UK Biobank“ erfasst wurden. Die Teilnehmer wurden hinsichtlich ihres Schlafverhaltens, ihrer psychischen Gesundheit und ihres Wohlbefindens befragt und unterzogen sich kognitiven Tests.
Das Ergebnis: Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf – also wesentlich mehr oder weniger als sieben Stunden pro Nacht – führt zu verminderter kognitiver Leistung und schlechterer psychischer Gesundheit.

Zu den festgestellten Symptomen gehörten:

  • reduzierte Aufmerksamkeitsspanne
  • schlechtere Problemlösungsfähigkeiten
  • Anzeichen von Angst und Depression​

Guter Schlaf kann geistigen Abbau vorbeugen

Barbara Sahakian, Neuropsychologin und Mitautorin, unterstreicht die Bedeutung von qualitativ hochwertigem Schlaf in jedem Alter, besonders jedoch im fortgeschrittenen Lebensalter. Sie argumentiert, dass die Verbesserung des Schlafs gerade bei älteren Menschen entscheidend sein könnte. Denn so ließen sich deren geistige Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern und der kognitive Abbau vorbeugen. Das gilt vor allem für Patienten mit psychiatrischen Störungen und Demenz.

Wege zu finden, um den Schlaf älterer Menschen zu verbessern, könnte entscheidend sein, um ihnen zu helfen, ihre geistige Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu erhalten und einen kognitiven Abbau zu vermeiden, insbesondere bei Patienten mit psychiatrischen Störungen und Demenzerkrankungen.

Neuropsychologin und Studien-Mitautorin Barbara Sahakian

Erholsam schlafen kostet nicht die Welt! Denn es müssen nicht immer eine teure Matratze und Luxusausstattung sein. Für alle mit kleinem Budget gibt es dennoch zwei Möglichkeiten, den Schlafplatz zu optimieren.

  1. Matratzentopper: Diese kostengünstige Option kann den Komfort einer bestehenden Matratze deutlich verbessern und den Druck auf den Körper verringern. Hochwertige Topper kosten nur knapp über 100 €.
  2. Kissenauswahl: Ein individuell perfekt passendes Kissen ist oft wichtiger als ein teures Modell. Auch günstigere Kissen oder spezielle Nackenkissen unterstützen die Halswirbelsäule und fördern eine gesunde Schlafposition. Da muss nicht gleich eine neue Matratze her.
  3. Atmungsaktive Bettwäsche: Bettbezüge oder Laken aus atmungsaktivem Stoff sorgen für kleines Geld für großen Schlafkomfort. Baumwolle oder Bambus-Materialmix schmiegen sich der Haut an und schaffen ein angenehmes Schlafklima.
  4. Matratze regelmäßig wenden: Das kostet rein gar nichts, trägt aber wesentlich zum Schlafkomfort bei. Durch das Wenden vermeiden Sie Liegekuhlen und schlafen besser.
  5. Decken oder Polster: Legen Sie zusätzliche Decken oder Polster unter die Matratze oder Matratzenauflage, um Unebenheiten auszugleichen. Auch Schaumstoff wirkt oft Wunder und kostet im Baumarkt nicht viel.
  6. Aufblasbare Matratze oder Campingunterlage: Eine kostengünstige Option könnte auch eine aufblasbare Matratze oder eine Campingunterlage sein. Diese sind oft preiswert und können zusätzlichen Komfort bieten.

Es gibt sie, die Tage, an denen man todmüde ist – aber nicht einschlafen kann. Oder Wochen, in denen sofort die Augen zufallen und man nach zehn Stunden Schlaf wie gerädert aufwacht. Erholsam ist solch ein Schlaf nicht. Wie Sie dem Sandmännchen ein bisschen unter die Arme greifen können, verraten wir Ihnen hier.

  • Ein konsequenter Schlaf-Wach-Rhythmus hilft, die innere Uhr zu regulieren und die Qualität des Schlafes zu verbessern. Dr. Sarah Müller, renommierte Schlafmedizinerin an der Charité, betont die Bedeutung dieser Routine.
  • Die Gestaltung des Schlafzimmers hat einen nachweislichen Einfluss auf die Schlafqualität. Die National Sleep Foundation empfiehlt, das Zimmer kühl, dunkel und leise zu halten, um eine optimale Umgebung für den Schlaf zu schaffen.
  • Digitale Entgiftung vor dem Zubettgehen: In einer Ära von Bildschirmen und ständiger Konnektivität rät Dr. Christopher Smith, erfahrener Neurologe an der renommierten Mayo-Klinik in Minnesota, zu einer digitalen Auszeit vor dem Schlafengehen. Das bläuliche Licht von Bildschirmen kann den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus stören.

Der nächtliche Schlaf ist weit mehr als nur Ruhephase. Tatsächlich handelt es sich um eine komplexe Abfolge von Schlafphasen, die sich in Bezug auf Gehirnaktivität, Herzfrequenz und Muskeltonus unterscheiden. In den vergangenen Jahren hat die Schlafforschung erstaunliche Fortschritte gemacht, die unser Verständnis für diese lebenswichtige Aktivität vertieft haben. Eine bemerkenswerte Studie von Walker et al. (2017) legt nahe, dass der Schlaf Gedächtnisinhalte sichern und stärken kann und entscheidend für kreatives Denken ist. Diese Erkenntnisse unterstreichen die unverzichtbare Rolle des Schlafes bei geistigen Abläufen und Denkvorgängen.

Ein Trend bahnt sich an: Mit künstlicher Intelligenz kostenlos besser schlafen

aiLigner‘s „active sleep improvement“ – dahinter verbirgt sich das neueste Projekt auf Kickstarter, der bekannten US-amerikanischen Crowdfunding-Plattform. Die Idee von Dr. Hanno Deyle, dem Gründer von AiLigner: Individuelle Lösungen für gesunden Schlaf zu bezahlbaren Preisen.
aiLigner ist ein ganzheitliches Schlafset, bestehend aus einer kostenfreien Schlafanalyse-App und zwei revolutionären Produkten, speziell für optimale Schlaf-Ergonomie und gegen Verspannungen und unruhigen Schlaf entwickelt. aiLigner setzt auf KI (künstliche Intelligenz), um Körperform und die Schlafposition exakt zu analysieren und daraus individuell perfekt passende Schlafprodukte, wie ein verstellbares Kissen und das Supporter Pad zu erstellen. Diese bieten personalisierte Unterstützung, um Schmerzen zu reduzieren und eine ergonomisch korrekte Schlafposition zu fördern.

Mit der kostenlosen aiLigner-App besser schlafen

Die kostenfreie Anwendung aiLigner nutzt künstliche Intelligenz (KI), um eine individuelle Analyse der Schlaf-Ergonomie zu erstellen. Dazu genügt es, Bilder Ihrer Körperform, Haltung und Schlafposition hochzuladen. Die KI wertet diese Aufnahmen aus und bietet gezielte Empfehlungen an, um Ihre Schlafqualität zu steigern. Die Ergebnisse des Analysedurchlaufs werden in einem Bericht festgehalten, den Sie im PDF-Format speichern können.

Mehr zur kostenlosen aiLigner-App

Im Fachblatt „Plos One“ ist zu lesen: Mehr Schlafqualität führt zu einer höheren Lebenszufriedenheit. Das ist das Ergebnis eines Forscherteams aus Tschechien. Die Studie analysierte die Schlafgewohnheiten von über 4.500 Erwachsenen und zeigte, dass alle Aspekte des Schlafs langfristige Auswirkungen auf die Lebensqualität haben.

Eine weitere Studie vom University College London ist ebenfalls spannend: Sie zeigte, dass regelmäßiger Mittagsschlaf den Alterungsprozess des Gehirns verlangsamen kann. Während schlechter Schlaf und Schlafstörungen die Gehirnzellverbindungen negativ beeinflusst und Krankheiten wie Demenz begünstigt, ist ein gutes Nickerchen am Mittag ein Heilmittel. Die Forscher aus England fanden heraus, dass die Gehirne regelmäßiger Mittagsschläfer um 15 Kubikzentimeter größer sind. Das entspricht einer Verzögerung des Alterungsprozesses um bis zu sechs Jahre.

Mittagsschlaf mit Schlüsselbund

Im englischen Sprachgebrauch nennt man es „power napping“, bei uns eher Mittagsschläfchen. Gemeint ist immer die kleine erholsame Schlafpause unter Tags. Forscher empfehlen allerdings maximal 30 Minuten. Damit Sie auch ohne Wecker in etwa nach dieser Zeit aufwachen, können Sie einfach einen Schlüsselbund in die Hand nehmen. Nach etwa 30 Minuten Erholung erschlaffen die Muskeln in der Hand – und der herausfallende Schlüssel weckt sie wieder.

Rubriklistenbild: © pikselstock/PantherMedia

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