VonSina Eberhardtschließen
Auf den ersten Blick können Wildkatzen schnell mit Hauskatzen verwechselt werden. Mit diesen fünf Unterscheidungsmerkmalen passiert Ihnen das nicht mehr.
Europäische Wildkatzen (Felis silvestris) sind scheue Einzelgänger, die strukturreiche Waldgebiete und artenreiche, halboffene Landschaften besiedeln. Laut der Deutschen Wildtier Stiftung leben in Deutschland etwa 6.000 Exemplare. Da Wildkatzen nur nachts auf Beutejagd gehen, bekommen Menschen sie selten zu Gesicht. Falls Sie doch mal einem (Jung-)Tier begegnen, lohnt es sich aber, genau hinzuschauen und nicht voreilig zu agieren. Denn die gefährdeten Samtpfoten gehören in die Natur.
Vorsicht vor Verwechslung: Fünf Merkmale, wie Sie eine Wildkatze erkennen
Wildkatzen erreichen ein Gewicht von bis zu sieben Kilogramm. Mit einer Länge von etwa 80 Zentimetern und einer Höhe von rund 40 Zentimetern (jeweils ohne Schwanz gemessen) sind die wilden Katzen kaum größer als Hauskatzen. Durch ihr längeres Fell wirken sie aber dennoch etwas kräftiger, vor allem in der kalten Jahreszeit mit Winterfell. Anhand dieser fünf Merkmale können Sie die Tiere aber gut von wildfarbenen Hauskatzen unterscheiden:
- 1. Schwanz: breit und buschig mit schwarzem, stumpfem Ende; nur zwei bis drei dunkle Ringe
- 2. Tigermusterung: verwaschen und kaum sichtbar (erwachsene Tiere)
- 3. Aalstrich auf dem Rücken endet bereits an der Schwanzwurzel
- 4. Katzenverhalten: sehr scheu und meidet Menschen, Einzelgänger
- 5. Gesicht: helle und fleischfarbene Nase, breite Schnauze
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Vorsicht vor Verwechslung: Jungtiere sehen Hauskatzen ähnlich
Bei sehr jungen Wildkatzen ist die Fellzeichnung allerdings deutlich kontrastreicher. Damit haben sie große Ähnlichkeit mit wildfarbenen Hauskatzenwelpen, was eine eindeutige Unterscheidung schwierig macht. Das kann den Wildkatzenwelpen leicht zum Verhängnis werden. Die Gefahr: Spaziergänger halten die Kitten fälschlicherweise für ausgesetzte oder verwaiste Jungtiere. Doch in den meisten Fällen ist ihre Mutter nur auf Mäusejagd und kehrt bald zurück. Zum Schutz der Katzen gilt laut deutschem Bund für Umwelt und Naturschutz daher: Graugetigerte Katzenbabys unbedingt im Wald lassen und nicht anfassen. Denn die Vierbeiner werden auf der Roten Liste des Bundes als „gefährdet“ eingestuft. Und auch bei älteren Tieren handelt es sich nicht zwangsläufig um Streuner, die Hilfe benötigen.
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Vorsicht vor Verwechslung: Wildkatzenbüros helfen bei Notfällen
Nur selten kommt es vor, dass Wildkätzchen tatsächlich in Not sind. In diesen Fällen lohnt es sich für Spaziergänger, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal nach dem Tier zu sehen. Ist die Situation unverändert oder der Welpe sogar verletzt, können sich Beobachter beispielsweise an ein BUND-Wildkatzenbüro in dem betreffenden Bundesland wenden.
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