VonLaura Wittstruckschließen
Eigenen Strom zu produzieren, wünschen sich viele Menschen. Mit einer Kleinwindkraftanlage wird das möglich. Doch für ein eigenes Windrad im Garten müssen die Voraussetzungen stimmen.
Wenn der Stromzähler fleißig läuft und die Preise nicht stärker sinken, tritt so manchem Hausbesitzer und Hausbesitzerin der Schweiß auf die Stirn. Da stellt sich die Frage: Lässt Strom sich nicht auch selbst erzeugen und damit Geld sparen? Wind, beispielsweise, ist umsonst – und kann theoretisch für Strom und Wärme im Zuhause sorgen. Doch lohnt sich ein eigenes Windrad, eine sogenannte Kleinwindanlage überhaupt für den eigenen Garten?
Was sind Kleinwindkraftanlagen?
Ein kleines Windrad funktioniert grundsätzlich genau wie seine großen Vorbilder aus den Windparks: Der Wind trifft auf die Rotorblätter des Windrads und versetzt den Rotor in Bewegung. Hier entsteht laut geo.de Energie, die dann in Gleichstrom umgewandelt wird.
Der Unterschied bei Kleinwindanlagen: Die Rotorköpfe sind deutlich kleiner und haben oft nur einen Durchmesser von ein bis vier Meter. Außerdem sind sie in der Regel nicht höher als 20 Meter. Gut zu wissen. Ab zehn Metern Höhe ist – je nach Bauamt und Lage des eigenen Grundstücks – manchmal eine Baugenehmigung notwendig.
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Windrad für den Garten – die Voraussetzungen
Ein großer, ebenerdiger Garten ist vorhanden – doch reicht das, um eine eigene Kleinwindkraftanlage zu bauen? So einfach ist es nicht. Folgende Voraussetzungen muss der potenzielle Bauplatz geo.de zu Folge erfüllen:
- eine windstarke Lage: Diese ist in der Regel gegeben, wenn Hausbesitzer vom Garten aus in Richtung Westen beziehungsweise Südwesten freie Sicht haben.
- eine ausreichende Windgeschwindigkeit: Sie sollte in der Region unter drei Meter pro Sekunde liegen.
Wie Sie für die Zukunft vorsorgen, welche Vorräte und Utensilien Sie im Ernstfall daheim haben sollten und wie Sie sich mithilfe Ihres Gartens einfach selbst versorgen können – all das erfahren Sie im Vorsorge-Newsletter von Merkur.de.
Macht es da nicht Sinn, das Windrad auf dem Hausdach zu installieren? Eher nicht, sagt auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Das Gebäude beeinflusst die Windströmung, was zu einem schlechten Ertrag führt. Außerdem vibrieren die Rotoren der Kleinwindkraftanlage – das stört möglicherweise die Bewohner des Hauses.
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Geld sparen mit der Kleinwindkraftanlage?
Ein geeigneter Standort für das Windrad ist gefunden – doch lohnt sich die Anschaffung finanziell? Die Antwort darauf ist laut klein-windkraftanlagen.com leider ernüchternd: Kleinwindkraftanlagen sind in der Anschaffung sehr teuer – pro Kilowatt Leistung ist mit etwa 5000 Euro zu rechnen. Lohnen tut sich das erst bei Anlagen, die über 5 kW liefern. Für Privathaushalte bleibt es deshalb günstiger, weiterhin auf den Strom aus der Steckdose zu setzen.
Ein Windrad im Garten sollte man daher eher als Hobby betreiben – oder als Ergänzung für eine Photovoltaik-Anlage, die während der dunklen Monate weniger Energie liefert.
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