VonNadja Katzschließen
Die Stromkosten steigen rasant. Immer mehr Bürger informieren sich über geeignete Sparmaßnahmen. Ein häufiger Rat: Den WLAN-Router über Nacht ausschalten.
Stuttgart – Die Energiekrise hat Deutschland voll im Griff. Städte und Kommunen verhängen Einschränkungen für den Stromverbrauch in Geschäften und öffentlichen Bereichen. Denn Heizöl, Strom und Gas – alles wird teurer.
Mit ein paar kleinen Tricks können Verbraucher auch zu Hause clever ihren privaten Strombedarf senken. Eine Überlegung wert und häufig gelesen ist der Rat, den WLAN-Router über die Nacht abzustellen. Doch wie viel Strom kann man dadurch tatsächlich einsparen?
Den WLAN-Router nachts abschalten: Wie viel Strom spart das wirklich?
Wie viel Strom sich durch diese Maßnahme tatsächlich einsparen lässt, kommt auf den Verbrauch des Gerätes kann. Der kann stark variieren. Sparsame Geräte kommen bereits mit 5 Watt aus, andere Geräte benötigen bis zu 20 Watt. Und im Normalfall läuft der WLAN-Router rund um die Uhr.
Bei einem Strompreis von 37,14 ct/kWh (Durchschnittspreis vom April 2022 laut BDEW) kann das die jährlichen Kosten wie folgt senken, wenn man das Gerät über Nacht acht Stunden ausschaltet*:
| Stromverbrauch Router | Jährliche Kosten | Jährliche Kosten, wenn Router 8 h in der Nacht ausgestellt wird |
|---|---|---|
| 5 Watt | 16,27 Euro | 10,84 Euro |
| 10 Watt | 32,53 Euro | 21,68 Euro |
| 15 Watt | 48,80 Euro | 32,53 Euro |
| 20 Watt | 65,07 Euro | 43,38 Euro |
*Formel: Stromverbrauch Router (W) x Stunden Laufzeit im Jahr (h): 1.000 x 37,14 ct/kWh : 100 = Kosten in Euro pro Jahr
WLAN-Router häufiger abschalten und Stromverbrauch senken
Die Übersicht zeigt, dass sich zwischen 5 und knapp 22 Euro im Jahr sparen lassen, wenn Sie das Gerät über Nacht für jeweils acht Stunden ausschalten. Ein Zeitraum, in dem seine Leistung von vielen Haushalten nicht benötigt wird, ist zum Beispiel von 23 Uhr abends bis 7 Uhr morgens.
Mit gezielten längeren Auszeiten für das Gerät, lässt sich noch mehr Geld sparen: Wer im Urlaub ist, braucht den häuslichen WLAN-Router innerhalb dieses Zeitraums ohnehin nicht. Er kann also getrost abgestellt werden.
Strom sparen im Haushalt: WLAN-Router abschalten bringt weitere Vorteile
- Auch die Umweltbelastung lässt sich durch das Abschalten des WLAN-Routers senken: Im Dauerbetrieb produzieren Router pro Jahr etwa 53 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Wer das Gerät zeitweise abstellt, generiert weniger Elektrosmog und reduziert den CO2-Ausstoß.
- Strahlenbelastung: Von drahtloser Technik geht elektrische Strahlung aus. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt, die persönliche Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten – und statt WLAN das gute alte LAN-Kabel zu nutzen.
- Sicherheit und Schutz vor Missbrauch: Wenn der WLAN-Router ausgeschaltet ist, können Hacker nicht unbefugt an Informationen kommen. Durch regelmäßiges Abschalten kann das Risiko für einen solchen Angriff reduziert werden.
Quelle: chip.de
Strom sparen beim WLAN-Router: Diese Nachteile können entstehen
- Keine telefonische Erreichbarkeit: Heutzutage sind IP-Anschlüsse der Standard. Daher läuft auch die Telefonie über den Router. Ist dieser ausgestellt, ist man auf dem Festnetz nicht erreichbar und kann auch selbst das Festnetz nicht mehr für ausgehende Anrufe nutzen.
- Update-Probleme: Häufig werden wichtige Geräte-Updates vom Router automatisch in den Nachtstunden durchgeführt. Fehlt die Internetverbindung, sind die Updates nicht mehr möglich.
- Smart Home funktioniert nicht: Menschen, die in ihrem Zuhause viele Smartgeräte nutzen, sollten auf das Ausschalten des Routers lieber verzichten – denn dann funktioniert weder der Alexa-Wecker, noch lassen sich die Hue-Lampen bedienen.
- Probleme mit dem Provider: Der Provider könnte fälschlicherweise davon ausgehen, dass der Anschluss gestört ist. Dadurch könnte er die Bandbreite ungewollt herunterregeln.
- Gerätehaltbarkeit: Da der Router für den Dauerbetrieb ausgelegt ist, kann es zu Verschleißerscheinungen kommen, wenn man ihn täglich ausschaltet.
Quelle: chip.de
In Summe lässt sich sagen: Zu den großen Energiefressern im Haushalt gehören WLAN-Router nicht. Dennoch kann es sinnvoll sein, das Gerät zeitweise auszuschalten – etwa nachts oder wenn Sie im Urlaub sind. Verbraucher sollten sich allerdings auch über die möglichen Folgen wie Update-Probleme oder Verschleißerscheinungen im Klaren sein. (Nadja Austel)
Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

