Nach der Begegnung mit einem großen Tier sitzt der Schreck bei einer Frau tief. Sie ist sich sicher: Das, was da durch ihren Garten rannte, war ein Wolf.
Schlüchtern – Die Frau lebt in Schlüchtern (Main-Kinzig-Kreis*) direkt am Wald. „Ich stand unten in der Küche, mein Lebensgefährte war gerade zum Essen dagewesen. Auf einmal hat es einen Riesenschlag getan“, erinnert sie sich im Gespräch mit unserer Zeitung.
Erst habe die Schlüchternerin gedacht, dass etwas zu Bruch gegangen sei. „Auf einmal habe ich ihn am Fenster vorbeispringen sehen“, schildert sie die Sichtung des vermeintlichen Wolfs, berichtet fuldaerzeitung.de*.
Frau nach Wolf-Begegnung im Garten geschockt: „Er sah irgendwie bösartig aus“
Die Frau vermutet, dass das Tier vom Wald kam und sich vor etwas erschreckt hat. An einem verglasten Sitzplatz im Garten entdeckte sie einen nassen Fleck an der Scheibe. „Er muss wohl mit voller Wucht dagegen gesprungen sein.“ Die Schlüchternerin hat selbst zwei Vierbeiner, die den Vorfall „zum Glück“ nicht mitbekamen. „Meine Hunde laufen auf dem Gelände frei herum. Das wäre nicht gut ausgegangen.“
Neben einem mulmigen Gefühl bei der Schlüchternerin hat das Tier auch ein paar Haare zurückgelassen. Die hat sie eingetütet und der Polizei übergeben. Diese will das Material nun zur DNA-Analyse an das Wolfzentrum des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) geben.
Nach mutmaßlicher Wolf-Sichtung in Schlüchtern – Fellbüschel in Labor geschickt
Weit müssen die Proben nicht reisen: Denn sämtliche Spuren, die mutmaßliche Wölfe bundesweit hinterlassen, werden am Fachgebiet Naturschutzgenetik des Senckenberg-Forschungsinstituts in Gelnhausen untersucht. Das „Deutsche Referenzzentrum für Wolfsgenetik“ hat seit der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland bereits über 8000 Proben analysiert. So konnte etwa jüngst ein Wolf-Verdachtsfall in Hosenfeld bestätigt* werden.
Laut dem HLNUG stellt sich bei vielen Wolf-Verdachtsfällen heraus, dass es „nur“ ein Hund oder Fuchs war. Im Fall von der Begegnung der Schlüchternerin wird es wohl noch eine Weile dauern, bis feststeht, ob es sich tatsächlich um einen „Isegrim“ gehandelt hat. Sie selbst hat daran hingegen keinen Zweifel: „Er sah aus wie eine Bestie, es war kein schöner Anblick. Er sah auch anders aus als ein Hund, irgendwie bösartig.“
Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.
Frau nach Wolf-Begegnung im Garten geschockt: Nachwuchs bei hessischen Wölfen
Fakt ist: Die letzte Meldung eines Wolfsangriffs auf einen Menschen in Deutschland liegt mehr als 100 Jahre zurück. Die Tiere sind meist sehr scheu. Für den seltenen Fall einer Begegnung empfiehlt das HLNUG, sich ruhig zu verhalten und Abstand zu halten. Weitere Informationen sowie eine Auflistung der Verdachtsfälle und Bestätigungen sind auf der Internetseite des hessischen Wolf-Zentrums abrufbar. *fuldaerzeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA
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