Kurioser Protest

Klimaaktivisten kleben sich vor Luxus-Autos fest – und jammern: „Peinlichkeit pur“

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Im Porsche-Pavillon der Autostadt Wolfsburg haben sich Klimaaktivisten vor Luxus-Autos festgeklebt – kurze Zeit später begannen sie sich zu beklagen.

Viele Autohersteller geloben, in Zukunft CO₂-neutral Autos produzieren zu wollen, die Umstellung auf die Produktion von Elektroautos ist bei den meisten im vollen Gange. Vielen Klimaaktivisten ist das aber nicht genug, sie verschärfen ihren Protest. Immer wieder kommt es zu Straßenblockaden – zuletzt ging der Trend dahin, sich auf dem Asphalt festzukleben. Eine solche Aktion der „Letzten Generation“ brachte kürzlich eine Frau zum Ausrasten. Nun hat sich eine andere Umwelt-Gruppierung zu einem ähnlichen Protest entschlossen: Sie drangen in den Porsche-Pavillon in der Autostadt Wolfsburg ein – und klebten sich zwischen einigen Luxus-Fahrzeugen fest.

„Peinlichkeit pur“: Klimaaktivisten kleben sich vor Luxus-Autos fest – und beklagen sich

Ihren Protest begleiteten die Klimaaktivisten der „Scientist Rebellion“ mit Beiträgen auf Social Media. Wie sie auf Instagram mitteilten, hätten insgesamt 15 Teilnehmer bei der Aktion eine Fahrzeug-Ausstellung im Porsche-Pavillon „besetzt“. Man sei entschlossen, die Nacht dort zu verbringen – bis VW-Chef Oliver Blume bereit sei, mit ihnen zu sprechen. Ihre Forderungen unter anderem: Die Einführung eines Tempolimits auf deutschen Autobahnen sowie die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets.

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Klimaaktivisten kleben sich im Porsche-Pavillon fest – Autostadt schaltet Licht und Heizung aus

Unter den Aktivisten befand sich auch Gianluca Grimalda – Forscher am Kieler Institut für Weltwirtschaft und zugleich Mitglied der Gruppe „Scientist Rebellion“. Wie er auf Twitter mitteilte, hätte Volkswagen im Verlauf der Protestaktion jedoch einfach die Heizung abgestellt. Außerdem weigere sich der Autobauer, ihnen Eimer zu bringen, um darin ihre Notdurft zu verrichten. Darüber hinaus beklagte er sich, dass die Aktivisten kein Essen bestellen dürften, sondern mit dem vorliebnehmen müssten, was ihnen Volkswagen zur Verfügung stelle. Und schließlich habe das Unternehmen ihnen auch noch das Licht abgedreht.

In den frühen Morgenstunden schwoll dann die Hand von Grimalda seinen Angaben zufolge an. Ein Arzt untersuchte ihn und erklärte ihm angeblich, dass es zu lebensgefährlichen Blutgerinnseln kommen könne und riet ihm daraufhin, sich sofort ins Krankenhaus bringen zu lassen. Dieser Empfehlung folgte der Klimaaktivist dann auch, erklärte aber, er wolle seinen Hungerstreik fortsetzen.

Elektroautos: Die zehn beliebtesten Modelle in Deutschland

BMW i3
Platz 10: BMW i3. Schon seit 2013 auf dem Markt, und immer noch recht beliebt: 12.178 BMW i3 wurden 2021 neu zugelassen. Trotzdem läuft die Produktion des City-Stromers mit knapp 300 Kilometern Reichweite nach insgesamt 250.000 Einheiten dieses Jahr ohne Nachfolger aus. Preis: ab 39.000 Euro. © BMW
Fiat 500
Platz 9: Fiat 500. Das aktuelle Modell des Kleinstwagens, auch als Fiat 500e oder Fiat 500 Elektro bezeichnet, wird ausschließlich als E-Auto angeboten. 2021 fand er 12.516 Kunden. Je nach Akku-Größe schafft der kleine, aber charakterstarke Cityflitzer aus dem Stellantis-Konzern 190 bis über 300 Kilometer. Preis: ab 26.790 Euro. © Fiat/Stellantis
VW ID.5
Platz 8: VW ID.4. Die Crossover-Variante des braven Grundmodells ID.3 mit größerem Innenraum und etwas Off-Road-Fähigkeit wurde im vergangenen Jahr 12.734 mal zugelassen. Die Reichweite der Top-Version gibt VW reichlich optimistisch mit 518 Kilometern an. Preis: Ab 46.515 Euro. © Ingo Barenschee/VW
Skoda Enyaq iV
Platz 7: Škoda Enyaq iV. Der technische Ableger des VW ID.3 und ID.4 auf der MEB-Plattform ist mit 4,65 Metern etwas länger, und erfüllt somit das übliche Marken-Image als Alternative für die Familie. 13.026 Käufer und Leasingnehmer überzeugte das E-SUV mit offiziell bis zu 500 Kilometern Reichweite. Preis: ab 46.515 Euro. © Skoda Auto a.s.
Hyundai Kona Elektro
Platz 6: Hyundai Kona Elektro. Im Gegensatz zum neuen Ioniq 5 bietet Hyundai den seit Kona mit verschiedenen Antriebsversionen an, das seit 2018 verkaufte Elektroauto brachte es auf 17.240 Neuzulassungen. Die Motoren leisten 136 oder 204 PS, die Reichweite beträgt maximal 484 Kilometer. Preis: ab 35.650 Euro.  © Hyundai
Smart EQ fortwo Edition Bluedawn smart EQ fortwo edition bluedawn: stylish and electrifying eye-catcher
Platz 5: Smart EQ Fortwo. Wie beim BMW i3 ist auch das Ende des Elektrozwergs besiegelt. Künftig kommen die Elektroautos aus China und als größere SUV daher. Das Original fand trotz seiner mickerigen Reichweite von offiziell 153 Kilometer noch 17.413 Abnehmer. Preis: ab 21.940 Euro. © Mercedes-Benz AG
Renault Zoe
Platz 4: Renault Zoe. Beim Crashtest versagte die aktuelle Version des französischen City-Stromers (null Sterne!), aber mit 24.736 Neuzulassungen war er hierzulande durchaus beliebt. Dank bis zu 395 Kilometern maximaler Reichweite eignet er sich auch für längere Trips. Preis: ab 33.140 Euro. © Renault
VW ID.3
Platz 3: VW ID.3. Das Grundmodell des „Modularen E-Antriebs-Baukastens“ des VW-Konzerns gilt längst als elektrischer VW Golf, auch wenn sich manch Stromer-Fan einen etwas aufregenderen Auftritt gewünscht hätte. Europaweit brachte es der ID.3 mit seinen offiziell bis zu 553 Kilometern Reichweite schon auf über 100.000 Verkäufe, auf Deutschland entfielen 26.693 Zulassungen. Preis: ab 36.960 Euro. © VW
VW e-Up
Platz 2: VW e-Up. Seine große Beliebtheit führt zu seinem größten Nachteil: Immer wieder ist der kleine, 30.797 mal zugelassene Stromer ausverkauft, was letztendlich auch zu einer kräftigen Preissteigerung führte. Bis zu 260 Kilometer Reichweite gehen für diese Größe ok. Preis: ab 26.895 Euro. © VW
Tesla Model 3
Platz 1: Tesla Model 3. Das Einstiegsmodell des Elektroauto-Pioniers sicherte sich mit 35.262 Neuzulassungen klar die Pole-Position, und schaffe es wochenweise sogar an die Spitze der Gesamt-Charts aller Pkw. Die Reichweite beträgt laut Werksangabe bis zu 547 Kilometer. Preis: ab 52.965 Euro. © Tesla

Klimaaktivisten kleben sich im Porsche-Pavillon fest: „Ihr seid keine Clowns, ihr seid ein ganzer Zirkus.“

Wie die Autostadt in Wolfsburg mitteilte, sei der Pavillon dann am nächsten Morgen um 7.50 Uhr durch die Polizei geräumt worden. Bei der Aktion sei es leider auch zu Sachbeschädigungen gekommen. „Auch deswegen halten wir diese Form des Protests für falsch“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Autostadt, Armin Maus.

Auch auf Instagram gehen die Meinungen über die Protestaktion weit auseinander. Während einige die Aktion gutheißen, halten viele andere nicht besonders viel davon:

  • „Peinlichkeit pur.“
  • „Was läuft bei euch falsch?“
  • „Wie lächerlich war denn diese Aktion?“
  • „Ihr seid keine Clowns, ihr seid ein ganzer Zirkus.“
  • „Realsatire.“

Rubriklistenbild: © Instagram (scientistrebellion)

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