SOS für Zimmerpflanzen

Wurzelfäule erkennen – ist die Pflanze noch zu retten? Der Erste-Hilfe-Plan

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Wurzelfäule ist ein unsichtbarer Feind von Zimmerpflanzen. Wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt und bekämpft, stirbt die Pflanze schneller ab, als einem lieb ist.

Der Ficus sieht schlecht aus, sein Laub fällt ab. Die Orchidee lässt ganz traurig die gelben Blätter hängen. Sind die Pflanzen vertrocknet, verdurstet oder von Schädlingen befallen? Ob eine Zimmerpflanze unter Wurzelfäule leidet, lässt sich nicht auf den ersten Blick erkennen. Man sollte es aber zeitnah überprüfen, da einmal abgestorbene Wurzeln nicht mehr zu retten sind. Wenn noch genug Leben in ihnen steckt, lässt sich die Pflanze aber mit einigen Methoden oft wieder aufmuntern.

Symptome der Wurzelfäule an Zimmerpflanzen und Erste Hilfe

Übertöpfe ohne Abflussloch bergen immer die Gefahr für Staunässe und Wurzelfäule.

Die ersten Anzeichen von Wurzelfäule sind nicht immer offensichtlich. Gelbe Blätter, schlaffe Pflanzen oder ein fauliger Geruch können jedoch auf das Problem hinweisen. Oft steht die Pflanze auch wackelig im Topf. Bei genauerer Betrachtung sind die Wurzeln braun und matschig. Dies ist ein sicheres Zeichen für Wurzelfäule. Gleiches gilt für einen fauligen, schlechten Geruch, der von den Wurzeln und dem Substrat ausgeht. Ursache dieser Symptome sind Bakterien, Pilze oder schlicht zu viel Wasser.

Wenn Wurzelfäule diagnostiziert wird, ist sofortiges Handeln entscheidend. Bei diesen Kennzeichen besteht Hoffnung, dass der Pflanze noch zu helfen ist:

  • Gesunde Triebe und Blätter: Wenn trotz sichtbarer Wurzelfäule oberirdische Teile der Pflanze noch gesund und vital erscheinen und sich nicht einfach herausziehen lassen.
  • Aktives Wachstum: Neue Triebe oder Blätter, die sich trotz der Wurzelfäule entwickeln, signalisieren, dass die Pflanze weiterhin lebensfähig ist und sich zu erholen versucht.
  • Lebendige Wurzeln: Wenn man die Pflanze aus dem Topf nimmt, findet man noch feste hellbraune oder weiße Wurzeln.

Ein schneller Erste-Hilfe-Plan kann die Pflanze dann retten. Der erste Schritt besteht darin, das befallene Substrat restlos zu entsorgen, denn Wurzelfäulnis kann sich über die Erde oder das Wasser auf andere Pflanzen übertragen. Die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen, die verfaulten Wurzeln und einen kleinen Teil der gesunden Wurzeln abschneiden. Den Wurzelballen gut ausspülen. Etwas Zimt auf die Wurzeln streuen – bei Hydrokultur verwendet man Wasserstoffperoxid – und den Ballen etwa zehn Minuten trocknen lassen. Dann die Pflanze in frisches Substrat umtopfen.

Wenn die Wurzelfäule zu übermächtig ist, kann man in manchen Fällen noch Stecklinge gewinnen. Selbst wenn die Pflanze gerettet werden kann, erfordert es Geduld und konsequente Pflege, um ihre volle Pracht wiederherzustellen.

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Der Braunstielige Streifenfarn (Asplenium trichomanes) ist wirklich anspruchslos und mit seinen kleinen runden Blättern sehr filigran. © agefotostock/Imago
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Der Gelappte Schildfarn (Polystichum aculeatum) besticht vor allem mit seiner Eigenschaft als wintergrüne Pflanze. © blickwinkel/Imago
Bereifte Farnwedel des dekorativen Königsfarns (Osmunda regalis)
Sogar im Winter noch eine Schönheit im Garten: Der dekorative bereifte Königsfarn (Osmunda regalis) ist mit einer Höhe bis zu 150 Zentimetern einer der größten heimischen Farne. © Harald Lange/Imago

Wurzelfäule von Topfpflanzen vorbeugen

Der Erfolg der Rettung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Entscheidend ist ein ausreichend großer Topf mit guter Drainage, um künftig Staunässe zu vermeiden – eine der größten Gefahren für Wurzelfäule. Überschüssiges Wasser aus dem Untersetzer muss man schnell entfernen. Regelmäßiges, achtsames Gießen, gute Belüftung des Substrats und die Verwendung hochwertiger Erde sind die besten Maßnahmen, um Wurzelfäule vorzubeugen. Achten Sie bei der Erde auf gröbere Bestandteile wie Perlite, sodass sich dazwischen Hohlräume bilden, in denen sich der für die Wurzeln wichtige Sauerstoff sammeln kann.

Rubriklistenbild: © Zoonar/Imago

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