Neue Erkrankungen

Zecken und Mücken übertragen Tropen-Krankheiten, warnt RKI-Chef

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Der Klimawandel könnte in Deutschland zu einer Verbreitung exotischer Krankheiten beitragen, die Mücken und Zecken mit sich bringen.

Es ist spürbar: Die Sommer in Deutschland werden wärmer und länger. Das kann man schön finden, da man mehr Zeit in der freien Natur und im Garten verbringen kann. Andererseits muss man öfter die Gießkanne in die Hand nehmen und sich vor Insekten in Acht nehmen. Denn laut Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), begünstigt der Klimawandel die Ausbreitung von Tropenkrankheiten, die von Mücken oder Zecken übertragen werden.

RKI-Chef warnt: Zecken und Mücken übertragen exotische Krankheiten

Eine frisch geschlüpfte Gemeine Stechmücke: weit verbreitet und möglicher Krankheitsüberträger.

Ob Malaria, das Zika-, Dengue- oder das West-Nil-Virus – die Namen der exotischen Krankheiten lesen sich unheimlich bis unbekannt und doch könnten wir sie aufgrund der Klimaerwärmung in Deutschland künftig öfter hören, fürchtet RKI-Chef Wieler: „Viele Mücken- und Zeckenarten können virale, bakterielle und parasitäre Infektionserreger übertragen.“

Beispielsweise wurde das West-Nil-Virus im Jahr 2018 erstmalig bei Vögeln und Pferden in Deutschland nachgewiesen und seitdem sind auch Stechmücken-übertragene Infektionen beim Menschen in Deutschland bekannt. Als Überträger kann es sich durchaus um die deutschlandweit verbreiteten Steckmücken (Culex) handeln. Aber auch die Tigermücke, die von Bill Gates als „tödlichstes Tier der Welt“ bezeichnet wurde, treibt ihr Unwesen.

Milde Winter lassen Zeckenpopulation wachsen

Wie Wieler der Funke Mediengruppe erklärt, sei die Vermehrung von Viren in Mücken temperaturabhängig, sodass mit höheren Temperaturen über längere Zeiträume die Wahrscheinlichkeit von Infektionen durch Mückenstiche steige. Der Klimawandel führe in Deutschland zu einer Ausdehnung der Lebensräume von Mücken und Zecken.

Man muss künftig also nicht mehr nach Afrika reisen, um mit Malaria konfrontiert zu werden, denn wenn man selbst nicht zur Mücke fliegt, fliegt die Mücke vielleicht in den Garten nach Wanne-Eickel.

Der Klimawandel führt laut RKI außerdem in einigen Regionen zu milden und nassen Wintern und wärmeren Frühlingen. Dies könnte den Zeitraum der Zeckenaktivität verlängern und ihre Dichte erhöhen. Es ist auch anzunehmen, dass sich die Fauna der Zecken regional verändert hat: Neue Zeckenarten zeigen ein anderes Verhalten und können neue Krankheitserreger übertragen.

Um sich vor Mücken und Zecken zu schützen, kann man folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Im Garten oder auf dem Balkon Pflanzen anbauen, die die Tiere mit ihrem Geruch vertreiben, beispielsweise die Weihrauchpflanze oder das Currykraut gegen Mücken. Auch duftende Kräuter wie Lavendel, Basilikum oder Zitronengras mögen die Insekten nicht.
  • Das Tropeninstitut empfiehlt, die Socken über die Hose zu ziehen und helle Kleidung zu tragen: Zum einen sieht man kleine schwarze Tiere wie Zecken schneller, zum anderen scheint dunkle, Wärme speichernde Kleidung Mücken anzulocken.
  • Duschen hilft: Mücken mögen Schweiß lieber als Duschgel.
  • Nützlinge wie Maulwurf & Co. haben Schädlinge auf ihrem Speiseplan. Wer sie ansiedelt oder im Garten leben lässt, bekommt tierischen Beistand.
  • Nach einem Aufenthalt in der Natur gründlich auf Zecken untersuchen und die Tiere sofort sorgfältig entfernen.

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Anmerkung der Redaktion: Dieser Text ist bereits in der Vergangenheit erschienen. Er hat viele Leserinnen und Leser besonders interessiert. Deshalb bieten wir ihn erneut an.

Wer kein Problem damit hat, selbst etwas streng zu riechen, dem helfen auf freien Hautpartien natürlich auch Insektenschutzmittel gegen Zecken und Mücken.

Schlangen, Spinnen, Spitzmaus: Die 13 giftigsten Tiere Deutschlands

Giftige Spinne in Deutschland: der Ammen-Dornfinger
10: Ammen-Dornfinger. Die aus Europa stammende Spinne ist auch in Deutschland beheimatet. Ein Biss löst starke Schmerzen aus und führt selten zu Symptomen wie Schüttelfrost, Schwindel, Erbrechen, Fieber oder Kreislaufversagen. © Patrick Pleul/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Gelbbauchunke
Die Gelbbauchunke zeigt, wie der Name schon sagt, ihren gelben Bauch, wenn sie sich bedroht fühlt. Ihr Gift kann unsere Schleimhäute reizen, gilt aber nicht als extrem gefährlich.  © Jochen Lübke/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: das Petermännchen
Das Petermännchen ist in Nord- und Ostsee weit verbreitet. Gefährlich: Der giftige Fisch gräbt sich gerne unter Wasser im Sand ein. Wer darauf tritt, könnte bald von Schmerzen, Schwellungen und sogar Lähmungen betroffen sein.  © Wolfgang Runge/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Spitzmaus
Auch dieser harmlos aussehende Insektenfresser findet sich in der Liste der giftigsten Tiere Deutschlands wieder. Der Speichel der Spitzmaus ist zwar nur für ihre kleine Beute giftig – doch ihr Biss kann das tödliche Borna-Virus auf Menschen übertragen. © Frank Rumpenhorst/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Kreuzotter
In Deutschland gibt es nur sehr wenige Giftschlangen-Arten – eine davon ist die Kreuzotter, deren Gift für Kinder, Kranke und Senioren lebensgefährlich sein kann.  © Sammer/dpa
Gifttiere in Deutschland: die Aspisviper
Die Aspisviper kommt in Deutschland wesentlich seltener vor als die Kreuzotter. Die Schlange setzt bei ihrem Biss etwas weniger Gift ab, die Symptome sind jedoch ähnlich.  © Roland Weihrauch/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: der Schwarzblaue Ölkäfer
So hübsch der Schwarzblaue Ölkäfer auch aussieht – das mittlerweile gefährdete Insekt sollte man nicht anfassen. In Bedrohungslagen versprüht der Käfer ein Gift, das die Schleimhaut reizen kann.  © Frank Hecker/Senckenberg/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: der Eichenprozessionsspinner
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sollten auf keinen Fall berührt werden. Ihre giftigen Härchen können viele Symptome auslösen – darunter Asthma, Ausschläge, Fieber und Schwindel.  © Soeren Stache/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: der Feuersalamander i
Der Feuersalamander sieht mit seiner grellen Farbe schon aus wie ein lebendiges Warnsignal. Sein giftiges Hautsekret löst bei Menschen leichtes Hautbrennen aus – doch wenn das Gift ins Maul eines Hundes gelangt, kann das tödlich enden.  © Boris Roessler/dpa
Giftige Tiere in Deutschland: die Gelbe Haarqualle/Feuerqualle
Die Gelbe Haarqualle ist besser bekannt als Feuerqualle. Sie kommt in Nord- und Ostsee vor. Ihr Gift kann bei Berührung nicht nur Hautausschläge sondern auch Fieber und Atemnot auslösen. © Angelika Warmuth/dpa/Symbolfoto
Spinnennetz Symbolfoto
Die Wasserspinne ist die einzige Spinnen-Art, die unter Wasser lebt. Gruselig: Sie lebt in einer Luftblase, mit der sie sich mit Sauerstoff versorgt. Ihr Biss ist für den Menschen jedoch nur wenig giftig – ähnlich wie ein Wespenstich.  © Frank Rumpenhorst/dpa/Symbolfoto
Über seine Haut sondert der Froschlurch ein Gift ab, um sich vor Fressfeinden zu schützen. An sich ist dieses Gift für den Menschen ungefährlich, es sollte aber auf keinen Fall in die Augen gelangen.
Über seine Haut sondert der Froschlurch ein Gift ab, um sich vor Fressfeinden zu schützen. An sich ist dieses Gift für den Menschen ungefährlich, es sollte aber auf keinen Fall in die Augen gelangen. © IMAGO/imageBROKER/GoMaierhofer
Der Lebensraum der Gartenkreuzspinne sind meist Waldwege und Waldränder.
Ihren Lebensraum hat die Gartenkreuzspinne meist auf Waldwegen und Waldrändern. Ihre Giftklauen befinden sich vorne am Kopf, diese sind jedoch so kurz, dass sie kaum durch die menschliche Haut dringen. Ihr Gift ist für den Menschen nicht tödlich. Ihr Biss fühlt sich wie ein Mückenstich. © IMAGO/imageBROKER/Jürgen Kosten

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